Sommerurlaub in Dänemark

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Und dann kam der Moment, wo sich alle Umbauten und Verfeinerungen bewähren sollten: in unserem ersten Familien-Sommerurlaub auf dem Campingplatz. Wir hatten uns für den Platz "Bjerregaard Camping" auf Holmsland Klit in Dänemark entschieden. Wir hatten die Gelegenheit ihn im Vorjahr zu besichtigen und uns vorher eine Parzelle auszusuchen, die uns gut gefiel. Die Reservierung klappte problemlos. Da wir schon etwas Campingerfahrung hatten, klappte auch das Packen und Beladen des Hängers gut - das Gespann hatte bis auf den etwas schwächlichen Motor ausgesprochen gute Fahreigenschaften. Das Erste, für das ich mir insgeheim gratulierte, war die 100 km/h Zulassung. Man sollte meinen, dass 20 km/h keinen großen Unterschied machen - sie tun es aber doch! Ganz entspannt konnten wir in der Nacht gen Norden ziehen und den einen oder anderen LKW überholen. Wie erwähnt lief das Gespann stur gerade aus, ohne auch nur irgendwie nervös zu wirken. Durch die gleichmäßige Geschwindigkeit ohne viel Überholvorgänge war die Fahrt sehr relaxt. In Dänemark galt die 100er Zulassung natürlich nicht mehr. Drei Stunden mit 70 km/h über die Landstraße zu tuckern war dann etwas nervig, aber was soll´s. In Deutschland hatte es heftig geregnet, weshalb ich etwas Bedenken wegen Nässe im Wohnwagen hatte. Durchaus berechtigt, wie sich zeigen sollte! Am Campingplatz angekommen leistete mir meine Seilwinde gute Dienste, um den Wohnwagen auf die Erhöhungskeile zu ziehen. Das hätten wir per Hand kaum geschafft. Beim Öffnen dann der erste Schreck: die Polster waren im vorderen Bereich total nass, Wasser stand auf dem Tisch. Das war zwar schnell weggewischt, aber die Polster mussten drei Stunden in der Sonne trocknen, die glücklicherweise am Zielort schien. Da muss ich mir für Regenfahrten unbedingt noch etwas ausdenken. Strom- und Wasseranschluss bewährten sich von Anfang an. Blöd war vielleicht die Tatsache, dass die nächste Wasserzapfstelle 50 Meter entfernt war, und man den schweren Kanister immer schleppen musste. Auch der Stromanschluss war nur mit einem zusätzlichen Verlängerungskabel erreichbar, das ich aber vorsorglich eingepackt hatte. Das Vorzelt war problemlos und schnell aufgebaut, der Zeltboden ein gern genutztes Zubehör. Durch den böigen Wind flappte das Vorzelt jedoch stark. Im Wohnwagen selber und im Vorzelt steigen bei voller Sonneneinstrahlung trotz Lüftung die Temperaturen schnell auf sehr ungemütliche Werte. Das ist bei Sonnenuntergang aber auch schnell wieder vorbei. Geschlafen haben wir alle relativ gut. Die Kinder hatten sehr viel Spaß in ihren Kojen. Unser Doppelbett ist zwar schmal, aber mit den zusätzlichen Isomatten jetzt wenigstens ausreichend gepolstert. Sehr schön, eine Chemietoilette im Vorzelt zu haben, die einem den Gang zum Sanitärhaus mitten in der Nacht erspart. Gekocht haben wir fast ausschließlich im Wohnwagen oder auf dem Grill draußen. Einmal haben wir die Campingplatzküche benutzt, weil wir kein Bratfettgespritze/-geruch im Wagen haben wollten. Sogar gespült habe ich des Öfteren im Wagen. Die ersten nächtlichen Schauer überstanden wir völlig ohne jeden Wassereinbruch in Wohnwagen oder Vorzelt. In der zweiten Woche änderte sich das Wetter total. Wir mussten einen dreitägigen Sturm der Windstärke 8 abwettern, in Böen bis zu Windstärke 10! Dafür sind sicher weder Paradiso noch unser Leichtvorzelt gemacht. Das Auto fuhr ich so in den Wind, dass es den Wohnwagen etwas schützte. Der ganze Wohnwagen wackelte und schüttelte sich, das Vorzelt blähte sich auf und flappte stark im Wind. Bildete sich bei mäßigem Wind noch ein Wassersack auf dem Vorzelt, so war dieser bei dem Sturm gar kein Thema, da der Regen waagrecht fiel. Der Wind drückte so stark auf die Seitenplane des Wohnwagens, das er den Küchenblock verschob. Außerdem wurde so viel Wasser durch die (geschlossenen) Lüftungen gedrückt, dass ein kleines Rinnsal in den Wohnwagen sickerte. Das war schon ein wenig abenteuerlich, und ein paar mal hatte ich ehrliche Angst um unsere Ausrüstung. Jedoch überstand ALLES den Sturm ohne nennenswerten Schaden. Da es während des Sturms im flappigen und zugigen Vorzelt etwas ungemütlich war, haben wir tagsüber unser Bett zur Sitzecke umgebaut und viel Zeit dort verbracht. Das war zeitweise sogar richtig gemütlich. Während die Zelter reihenweise vom Campingplatz flohen, saßen wir gemütlich hinter unseren Folienscheiben und schauten dem Treiben zu. Meine Frau sprach gar von "german Gemütlichkeit"... :-) Insgesamt kann man sagen, dass unsere komplette Ausrüstung ihren Härtetest mehr als bestanden hat. Grundsätzlich hat sich alles bewährt und wir brauchen nur noch kleinere Änderungen/Verbesserungen am Wohnwagen zu machen. Außerdem ist unsere Ausrüstung noch in einigen kleinen Punkten zu vervollständigen (z.B. ein Brotmesser). Wir werden auf jeden Fall am Camping festhalten und wir stellen fest, dass unser Paradiso gegenüber den Zeltern (erstaunlich, wie viele es noch davon gibt), tatsächlich einen Hauch von Luxus bietet.

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