Heizen im Klappwohnwagen

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Das Thema Heizung beschäftigt viele Besitzer von Klapp- / Faltwohnwagen. Das liegt daran, daß serienmäßig so gut wie nie eine Heizung verbaut ist. Nun könnte man denken, daß diese Art Wohnwagen nur für gutes Wetter oder den Süden gedacht ist, ähnlich wie ein Zelt. Weit gefehlt - Klappwohnwagen und Zelter trifft man wohl auf allen Campingplätzen dieser Welt, sogar im Winter. Und warum auch nicht? Mit entsprechender Kleidung und Ausrüstung ist alles machbar. Dennoch wäre so ein wenig Wärme doch ein großer Komfortgewinn! Tatsache ist, daß sich ein Zelt, bzw. ein Wohnwagen aus Zeltstoff sehr schlecht bis gar nicht isolieren lässt. Und da ist natürlich noch das Platzproblem bei den meisst recht kleinen Anhängern. Die großen Wohnwagen sind in der Regel mit einer fest eingebauten Gasheizung ausgestattet. Auch das wird wegen der limitierten Gasvorräte bei Klappwohnwagen schwierig. Dennoch gibt es Leute, die sich Gasheizungen für ihren Klappwohnwagen eingebaut haben. Es gibt sogar eine Heizung des bekannten Herstellers Truma, die wegen ihrer Kompaktheit und Leistung dafür besonders geeignet ist: die Trumatic S 2200. Es wäre gar kein Problem, diese Heizung in den Paradiso einzubauen, die Abgasführung kann sogar über die Seitenwand erfolgen. Dann jedoch käme man mit einer 5kg Gasflasche nicht sehr weit, es müsste zumindest eine Zweite Flasche mitgebracht werden. Ausserdem ist die Heizung freilich nicht ganz billig und der Einbau wegen des Gasanschlusses nicht ganz so einfach. So schön die Idee einer Truma im Paradiso auch ist, wir werden sie wohl nicht verwirklichen.

Wozu brauchen wir persönlich die Heizung eigentlich? Wir fahren mit unserem Wohnwagen gerne auch in skandinavische Länder, gerne auch direkt ans Meer. In Dänemark z.B. kann es auch im Hochsommer in der Nacht recht frisch werden. Temperaturen um oder sogar unter 10 Grad sind durchaus drin. Für uns und vor allem unsere Kinder wäre es nun schön, wenn die Innentemperatur des Wagens auch nachts nicht unter 15 Grad fallen würde. Und wie kann man das erreichen? Wie bereits erwähnt kommt eine Gasheizung für uns aus Kosten- und Verbrauchsgründen nicht in Frage. Auch eine andere Heizung, die auf Verbrennung basiert, wollen wir wegen der Abgasgefahr nicht im Wohnwagen haben. Bleibt nur noch eine elektrische Heizung. Da wir sowieso immer Strom für den Wagen brauchen, ist das eine echte Alternative für uns. Nur welche Heizung nehmen...?

Der elektrische Heizlüfter:
diese elektrische Heizung wird von vielen Campern bevorzugt genutzt. Sie ist schnell, effektiv und hat genug Leistung. Unser einfacher Heizlüfter stammt aus dem Baumarkt und hat 2000 Watt Leistung. Gekostet hat er knapp 20,- Euro. Er hat sich schon bewährt, da er schnell und zielgerichtet die Luft aufwärmt. Er hat allerdings einen großen Nachteil: er ist unheimlich laut! Nicht jeder kann bei dem Rauschen gut schlafen. Ausserdem sind die 2kW Leistung ein Nachteil. Wie das? Nachdem man jahrelang auf fast allen Campingplätzen für den Strom pro Nacht nur eine kleine Pauschale zahlen musste, haben sich viele Camper Heizlüfter angeschafft, um Gas zu sparen. Das ist in den letzten Jahren wohl so extrem geworden, daß viele Campingplätze dazu übergegangen sind den tatsächlichen Verbrauch in kWh abzurechnen. Und das kann bei einem Heizlüfter von 2 kW, der einige Stunden pro Nacht läuft, schnell ins Geld gehen. Also musste für uns eine andere Lösung gefunden werden, zumal wir auch keine Freunde des nächtlichen Rauschens des Heizlüfters sind.

Der elektrische Ölradiator:
hier präsentieren wir unseren Favoriten: den Ölradiator. Mit einer Leistung von 600 Watt und sehr kompakten Abmessungen bietet er sich für Camping geradzu an. Er arbeitet fast lautlos und der Stromverbrauch hält sich mit 0,6 kW noch in Grenzen. Dieses Gerät habe ich für etwas über 20,- Euro bei Amazon bestellt und bin von der Verarbeitung etwas enttäuscht. Der Lack ist dünn und verschrammt, der beiliegende Standfuß stammt wahrscheinlich von einem anderen Modell und passt nicht, im Innern gluckert es laut wenn der Radiator gedreht wird (er ist wohl nicht ganz gefüllt), das Typenschild blättert ab und die Verpackung war mies. In etwa typisch das, was man von chinesischer Großserienproduktion erwartet. Positiv: das Gerät macht was es soll... :-) Er wird recht schnell sehr heiss und hält diese Temperatur. Ein Thermostat sorgt dafür, daß der Radiator auch ausgeht, wenn es warm genug ist. Als erstes habe ich den beiliegenden Standfuß mit dem Dremel solange bearbeitet, bis er passte. Dann habe ich sämtliche Schraubverbindungen nachgeprüft und angezogen. Eine Schraube habe ich ausgetauscht, nun steht das Ding stabil. Allerdings muss ich zugeben, daß wir bisher noch keine Gelegenheit hatten den Ölradiator ausgiebig zu testen, aber ich werde die Erfahrungen natürlich nachreichen, sobald sie vorliegen.

NACHTRAG: mittlerweile hatte ich einmal die Gelegenheit, die Heizung unter realen Bedingungen zu testen. Bei Außentemperaturen von ziemlich genau 9 Grad habe ich die Heizung im Innenraum aufgestellt und angeworfen. Sämtliche Lüftungen und die Dachluke waren geschlossen. Nach einer Stunde betrug die Temperatur knapp 13 Grad. Nach drei Stunden hatte sich die Luft auf 16 Grad aufgewärmt. Das sind 7 Grad über Außentemperatur. Unsere Vorgabe war, die Schlaftemperatur im Wagen zweistellig zu halten. Das scheint mit der Heizung problemlos möglich, zumal sich dann auch noch vier Personen im Wagen aufhalten, die auch noch Wärme abstrahlen (der Test war mit leerem Wagen). Weitere Erfahrungen werden folgen.

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