Ein neues Vorzelt

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Unser neues Vorzelt haben wir beim Obelink in Holland gekauft. Es handelt sich um eine Eigenmarke von Obelink mit dem schönen Namen "Amalfi". Da Obelink dieses Zelt selber produzieren lässt, kann man es für unschlagbare 149,- Euro anbieten. Aber auch andere Vorzelte vom "größten Campingmarkt Europas" könnten passen. Ich habe mich extra auf den Weg nach Holland zum Obelink gemacht (siehe mein Bericht von dort), um mir sämtliche in Frage kommende Vorzelte anzuschauen (dort sind alle Zelte zur Ansicht aufgebaut). Von den Abmessungen sollte das Zelt passen, alleine die Höhe der Kederleiste über Grund beim Paradiso erschien mir kritisch, aber ich dachte mir das würde schon "irgendwie gehen" (alle Leichtvorzelte benötigen eine Mindestkederschienenhöhe von 235cm). Das Zelt wird komplett in einem Packsack geliefert und wiegt ca. 10 kg. Das ist gegenüber dem horrend schweren Originalvorzelt ein erfreulich niedriger Wert. Alleine der Sack mit dem Gestänge des original-Vorzelts wiegt deutlich über 10 kg. Allerdings sollte man beachten, daß es sich beim Amalfi um ein "Leichtvorzelt" handelt, daß nicht für den dauerhaften Einsatz gedacht ist. Es wird als Leicht- / Reisevorzelt bezeichnet und ich denke genauso sollte man es auch sehen. Die Ausstattung des Zelts kann man nur als komplett beschreiben. Das Zelt selber hat viele Fenster, die man selbstverständlich sichtfest verschließen kann. Ausserdem lassen sich die Seitenteile und das Vorderteil des Zelts mittels Reißverschluss raustrennen, so daß man eine Art Sonnensegel hat. Das ist natürlich schön an heissen Tagen. Die Seitenwände und die Vorderwand fallen steil ab, so daß im Gegensatz zu vielen kuppelförmigen Leichtvorzelten der gesamte Innenraum gut nutzbar ist. Es gibt nur einen Gestängebogen auf der Vorderseite. Dieser besteht im unteren Teil aus einem Stahlgestänge und im oberen aus Fiberglas. Für den Fiberglasbogen liegt sogar eine Ersatzstange bei, falls bei Sturm mal etwas bricht... :-) Ausserdem dabei: eine passende Bodenplane(!) und natürlich ausreichend Häringe. Diese sind sogar mal ausnahmsweise etwas kräftiger dimensioniert als die üblichen Drahthaken, aber meiner Meinung nach immer noch nicht richtig zu gebrauchen. Ich werde auf die kräftigen Erdnägel vom Originalvorzelt zurückgreifen. Die Innenabmessungen betragen 350cm (Breite) x 240cm (Tiefe), also genug Platz für einen Tisch und vier Stühle plus etwas "Gerümpel". Die Innenhöhe hängt vom Wohnwagen ab, sollte aber mindestens 235cm betragen. An der Oberseite hat das Zelt einen Keder von 280cm Länge, der in jede Norm-Kederschiene passt. Links und rechts vom Keder gehen Schaumstoffwülste senkrecht herunter, die für einen gleichmäßig breiten (280cm) Anschluss an die Wohnwagenvorderwand sorgen. Oben ist das Zelt 280cm breit und wird im unteren Bereich auf seine Gesamtbreite von 350 cm abgespannt. D.h. es ist unten geringfügig breiter als der Paradiso, was aber nicht stört, da die oben genannten "Schaumstoffwülste" für den Anschluss an den Caravan sorgen. Am Faulstreifen sind ausreichend leiterförmige Gummies zum spannen des Zelts angebracht. Ausserdem sorgen ausreichend Sturmleinen voraussichtlich dafür, daß einem das Zelt bei Wind nicht fliegen geht. Insgesamt also ein äusserst erfreuliches Ergebnis der ersten Sichtung.

Da das Zelt nicht von alleine steht, sondern mit Häringen abgespannt werden muss, bin ich für den ersten Testaufbau auf eine Wiese gefahren. Bei bestem Wetter fand also die Aufbau-Premiere statt. Eine Anleitung ist für halbwegs erfahrene Camper nicht notwendig, wie gesagt gibt es nur einen Gestängebogen. Eine grobe Anleitung auf holländisch ist trotzdem dabei. Der Keder wird in die Kederschiene eingeschoben und das Zelt nach unten abgespannt. Dann baut man den Gestängebogen auf und spannt das Zelt mit den Leinen nach vorne ab. Dann steht es eigentlich auch schon. Nun nur noch die restlichen Häringe einschlagen - fertig. Das Ganze dauerte bei der Premiere etwa 15 min.  Das Originalvorzelt stand auch mit Übung nicht vor einer Dreiviertelstunde.

Und nun zum Problem: wie gesagt hat der Paradiso eine Kederschienenhöhe von nur ca. 220cm. Das stellte sich dann in der Praxis als viel zu niedrig heraus, weshalb das Zelt auf den Fotos nicht richtig steht und etwas "flattrig" aussieht. Bei Wind würde es durch die Schaumstoffwülste durchziehen und der Regen würde eine große Lache auf dem Dach bilden. So einfach geht das also leider nicht! Nun werde ich den Wohnwagen wahrscheinlich auf Keile fahren müssen oder mir etwas Anderes einfallen lassen, um die fehlenden 15-20cm auszugleichen. Ich werde weiter berichten. Bis dahin zeige ich die Fotos vom ersten Versuch:

Nächster Versuch: um herauszufinden welche Höhe notwendig ist, um das Vorzelt vernünftig aufzubauen, habe ich meine Auffahrrampen für Autoreparaturen zweckentfremdet. Dort machte ich mir mit Kreide Markierungen für 10, 15 und 20cm Höhe. Den Wohnwagen zog ich anschließend die Rampen hinauf bis zur ersten Markierung bei 10cm. Nun versuchte ich das Vorzelt aufzubauen. Zu meiner Überraschung klappte das auf Anhieb. Es sind also nicht mehr als 10cm Erhöhung notwendig. Das Zelt liess sich einwandfrei aufstellen und abspannen. Zwar noch ein wenig flattrig , aber es handelt sich ja um ein leichtes Reisevorzelt. Damit kann ich locker leben! Die Schaumstoffauflagen im Innern lagen nun auch gut am Wohnwagen an. Ob es dort bei Wind trotzdem durchbläst, wird die Zukunft zeigen.  Damit war das Experiment bereits beendet. Im nächstgelegenen Campinghandel besorgte ich mir anschließend von Fiamma für 22,- Euro Auffahrkeile mit dem passenden Namen "Level Up". Und damit der Wohnwagen auch sicher steht, erstand ich für 6,- Euro noch die passenden Radkeile dazu. Mit den Level-Up Keilen erreiche ich eine Höherlegung von genau 10cm. Eventuell werde ich noch ein Brett von 2cm Dicke unter die Keile legen, dann sollte wirklich alles funktionieren. Unter die Stützen werde ich passende Holzblöcke legen, die ich aus einem Zaunpfahl säge. So sind wir nun endlich gerüstet für kommende Wohnwagenurlaube. Unser innovativer, superschnell aufklappbarer Wohnwagen hat nun ein passendes, sehr schnell aufzubauendes Vorzelt.

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