Eine Woche Testurlaub an der Mosel

Drucken

Und irgendwann kam dann tatsächlich der Tag, an dem wir uns aufmachten um das alles, was ich mir so zusammengebastelt hatte, auzuprobieren. Da es sich gewissermaßen "nur" um eine "Test"fahrt handelt, haben wir uns ein Ziel ausgesucht, daß nicht zu weit weg ist, aber trotzdem Neuland für alle Beteiligten darstellt. Unsere Wahl fiel auf Treis-Karden an der Mosel. Dort war bislang niemand von uns. Warum ausgerechnet dieser Ort? Nun, dort gibt es in der Mosel eine Insel, auf der ein großer, gut ausgestatteter Campingplatz und ein Yachthafen sind. Die Kombination erschien mir reizvoll, also nichts wie hin. Die Homepage des Platzes findet man hier. Eine kurzer Anruf vorher bestätigte uns trotz Sommerferien noch reichlich Platz. Zum Einpacken haben wir unseren Wohnwagen vor unsere Garage gezogen. Von dort war alles blitzschnell eingepackt. Koffer, Taschen und persönliches Gepäck stauten wir ins Auto. Nach knapp über einer Stunde waren wir schließlich am Zielort. Die Anreise an den steilen Moselhängen hinunter war etwas abenteuerlich, aber glücklicherweise hat unser Wohnwagen gute Bremsen. Wir haben uns wegen der Kinder eine Parzelle direkt am Spielplatz geben lassen, was problemlos möglich war. Beim Aufbau hatte ich zwei kleine Probleme: ich bekam den Wohnwagen in Querrichtung nicht eben und das Vorzelt erwies sich wieder als eher bockig. Beides wird beim nächsten Mal besser funktionieren. Leider musste ich feststellen, daß mir im Staukasten eine Flasche Cola geplatzt war. Die Flüssigkeit hat jedoch einen Weg aus dem Kasten heraus gefunden und sich über das rechte Rad verteilt, daß danach wie nagelneu glänzte... :-) Zunächst war alles ein wenig ungewohnt und es dauerte etwas, bis die Sachen ihren festen Platz hatten. Den Wohnwagen selber benutzten wir nur als Schlaf- und Kochstätte. Alles andere spielte sich im Vorzelt oder draussen ab. Etwas stolz bin ich auf meine Elektro- und Sanitärinstallationen. Beide funktionierten störungslos. Optimierungsbedarf gibt es trotzdem: die Vierersteckdose ist wegen Platzmangel hinter der Kühltruhe nicht praktisch nutzbar und der Abwasserkanister füllt sich nicht richtig. Beides bekommt man jedoch leicht in den Griff. Ansonsten hat sich der Wohnwagen voll bewährt! Auch die Innenschürze und eine provisorische Vorzeltleuchte konnten ausprobiert werden.

Ein paar Worte zum Campingplatz: es gibt nur ein Sanitärhaus, daß auf hohen Stelzen steht (Hochwassergefahr!). Dieses ist jedoch sehr groß und besitzt allen Komfort. Gereinigt wird einmal am Tag gegen Mittag. Morgens können die Toiletten bei starker Benutzung deshalb schonmal etwas schmutzig sein, jedoch wird alles wieder makellos gereinigt. Die Ausstattung ist durchweg gut, Toilettenpapier und Seife werden gestellt. Die kostenpflichtigen Duschen (80 ct.) sind ausreichend warm und lang. Waschmaschine /Trockner / Spül-/Garküche / Chemieklostation / Waschkabinen sind vorhanden. Allein bei voller Belegung könnte es etwas eng werden, aber das ist nur eine Vermutung. Da der komplette Platz im Winter geräumt werden muss (Hochwasser!) ist die Dauercamper"kultur" nicht ganz so ausgeprägt wie auf anderen Plätzen. So kommt man sich wenigstens noch vor wie auf einem Campingplatz und nicht wie beim Kleingärtnerverein. :-) Viele Camper bringen ein eigenes Boot mit. Eine Sliprampe gibt es am benachbarten Yachthafen. Was mich etwas geärgert hat: sämtliche Campingplatzeinrichtungen können von den Yachties mitbenutzt werden, während die Yachties selber die Campinggäste per Zaun und Tor "aussperren". Als Camper kann man so nur die Insel links der Brücke erkunden, die rechte Seite bleibt einem versperrt. Saublödes elitäres Gehabe!!! Der Insel gegenüber am Ufer sind direkt zwei Supermärkte und ein Baumarkt fußläufig erreichbar. Auf der Insel selber gibt es nichts zu kaufen, jedoch ein schwimmendes Restaurant am Yachthafen (da dürfen dann auch die Camper drauf). Die Parzellen des Platzes sind unterschiedlich groß und haben durchweg einen eigenen Strom-/Wasseranschluß. Der Spielplatz ist einigermaßen groß und recht gut ausgestattet. Am beliebtesten erschienen das große Trampolin und die Seilbahn. Wie bei allen Plätzen an der Mosel können Lärmbelästigungen durch lange Güterzüge auftreten, auf diesem Platz aber auch speziell durch Tiefflieger der USAF, für die deutsche Regeln anscheinend nicht gelten. Die deutschen Jets aus Büchel flogen jedenfalls deutlich höher... Bademöglichkeiten (unbeaufsichtigt) gibt es an der Spitze der Insel, direkt dahinter eine riesige Liegewiese, die sich auch für Modellflieger zu eignen scheint. Ansonsten haben wir noch einige Angler gesehen. Neben der Rezeption wurde Wasserski / Wakeboarding und Jetski angeboten. Für eine Woche mit vier Personen in der Hochsaison inkl. Strom / Wasser / Abfall wurden ca. 150,- Euro fällig. Ich finde das ist ganz in Ordnung.

An einem Abend hatten wir ein heftiges Gewitter. Nun wissen wir, daß der Wohnwagen vollständig dicht ist. Das Vorzelt ... naja, wahrscheinlich werden wir es ersetzen. Nach einer Woche packten wir unsere Sachen wieder zusammen und waren uns einig, daß unsere Testwoche eine voller Erfolg war. Die Moselhänge mussten wir uns nun im zweiten Gang ein wenig "heraufquälen". Mit nach Hause nahmen wir eine Liste mit Optimierungsvorschlägen und die Gewissheit, daß Campingurlaub für uns durchaus eine Alternative ist. Einigermaßen bewährt hat sich auch die Gespannkombination. An den steileren Stücken wären etwas mehr PS hilfreich gewesen, aber es geht ja doch - nur halt langsamer. Autobahnpassagen sind gar kein Problem, es wären sogar LKW Überholvorgänge möglich gewesen. Vielleicht sollte ich doch eine 100er Zulassung beantragen...?! Zuhause angekommen wurde der Wohnwagen gereinigt und aufgeklappt mit geöffneten Luken ein paar Tage stehengelassen, um eventuelle Restfeuchtigkeit zu vertreiben.

FAZIT: Erfolg auf ganzer Line (aber reichlich Verbesserungsideen)!

Copyright © 2018 Kellerseiten.de. Template designed by olwebdesign.