Ostseefähre -GTS Finnjet-

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Die GTS (Gasturbinenschiff) Finnjet wurde 1976 in Finnland gebaut und war zur ihrer Zeit die größte und schnellste Ostseefähre. Sie bediente überwiegend die Route Travemünde-Helsinki, weshalb sie in Finnland und Deutschland gleichermaßen gut bekannt war. Mit einer Spitzengeschwindigkeit von sagenhaften 33 Knoten (ca. 60 km/h) konnte sie die Fahrtzeit gegenüber konventionellen Fähren auf 22 Stunden halbieren. Die Finnjet war 215m lang, 25m breit, fasste 1600 Passagiere, sowie 400 Autos. Die Maschinenleistung betrug über 74.000 PS!

Der teure Gasturbinenantrieb und fininanzielle Probleme des Mutterkonzerns bedeuteten jedoch 2005 das Aus für das berühmte Schiff. Es wurde dann noch ein paar mal weiterverkauft, kam aber nicht mehr zum Einsatz. 2008 wurde die Finnjet schließlich in Indien verschrottet.

Das Revell Modell im Maßstab 1:400 ist eine Wiederauflage anlässlich der Verschrottung der Finnjet. Ich habe auf den Teilen einen Copyrightvermerk von 1989 gefunden, das dürfte dann das ursprüngliche Erscheinungsdatum sein. Der Bausatz ist somit über 20 Jahre alt, was man ihm leider auch anmerkt. An sich ist das Modell nicht schlecht, aber wenn man wie in meinem Fall unmittelbar vorher die AIDA gebaut hat, kommt einem der Bausatz etwas "rustikal" vor. Die Passgenauigkeit ist noch recht gut, aber viele Details wurden einfach weggelassen, ganze Bereiche grob vereinfacht. So ist beispielsweise von der Bugklappe noch nicht einmal eine Andeutung zu sehen, die doch recht prominente Heckrampe fehlt gar komplett. Auch das Anzeichnen der Wasserlinie wird völlig dem Modellbauer überlassen. Sämtliche Fenster werden nur als Gravuren dargestellt und müssen mit einem passenden Stift (in meinem Fall ein Edding "F" permanent schwarz) nachgezogen werden. Der Aufbau an sich geht schnell und recht einfach, die Bemalung ist jedoch nichts für Anfänger.

Ganz schlecht sind diesmal die Decals. Sie sind dick,störrisch und haften schlecht. Sie müssen oft mit Unmengen von Weichmacher regelrecht um die Bauteile gezwungen werden. Das ist auch der Grund weshalb ich bei diesem Modell, ganz entgegen meiner sonst üblichen Überzeugung, auf einige Decals ganz verzichtet, bzw. einige modifiziert habe. Auch bei der Lackierung und der Nachdetaillierung habe ich fünfe gerade sein lassen.

Letztendlich ein Modell mit dem ich nicht ganz zufrieden bin, das sich aber durchaus sehen lassen kann. Es passt hervorragend zu meinen anderen beiden 400er Modellen "AIDAluna" und "QM2".

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