DGzRS Seenotrettungskreuzer -Arkona-

Drucken

 

Schon als Kind konnte ich mich für die Arbeit der "Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger", kurz DGzRS genannt, begeistern. Ihre Schiffe waren der Inbegriff von Seetüchtigkeit, Robustheit und Kraft. Die Sache mit dem Tochterboot war ein zusätzliches Schmankerl, das ich als Kind ungeheuer faszinierend fand. Modelle dieser Schiffe waren nur als ferngesteuerte Großfahrzeuge erhältlich und damit jenseits meiner Möglichkeiten.

Als Revell die "Berlin" im handlichen Maßstab 1:72 auflegte bekam ich dies nicht mit. Einige Jahre später wurde die "Berlin" als "Arkona" neu aufgelegt. Jetzt schlug ich zu und so entstand mein erstes DGzRS-Schiffsmodell. Im Herbst 2005 will Revell angeblich auch noch die neue "Hermann Marwede" im Maßstab 1:72 herausbringen. Deises Termin werde ich dann nicht verpassen!

Zum Original:
Bei der "Arkona" handelt es sich um einen modernen Seenotrettungskreuzer der 27-Meter Klasse. Ausser der "ARKONA" und der "BERLIN" besitzt die DGzRS in dieser Klasse auch noch die "HERMANN HELMS", "VORMANN STEFFENS", "ALFRIED KRUPP", und die "BREMEN". Dabei unterscheiden sich die Schiffe aber in Details und Ausrüstung voneinander. Die jeweils drei Maschinen dieser Kreuzer haben 2x 781 und 1x1632 = insgesamt 3491 PS und bringen das Schiff auf eine Höchstgeschwindigkeit von 23 Knoten. Bei einer Länge von 27,5 Meter, eine Breite von 6,53 Meter und einem Tiefgang von 2,10 Metern verdrängt das Schiff insgesamt 103 Tonnen. Ausserdem besteht die Ausrüstung aus: UKW-/GW-Funk, Echolot, Radar, Funkpeiler, DGPS, DSC, Navtex, Homing, Selbststeueranlage, Videoplotter, Fremdlenzanlage, Bordhospital, etc etc... Die beiden Löschmonitore auf dem Obedeck leisten 2200t/h. Das Tochterboot "CASPAR" hat eine Länge von 7,50 m, Breite 2,50 m, Tiefgang 0,75 m und ist damit hervorragend für Einsätze im Flachwasser geeignet. Die Maschine leistet 180 PS und bringt das Boot auf eine Geschwindigkeit von 17 Knoten.

Zum Modell:
Der Baukasten macht leider auf Anhieb einen schlechten Eindruck! Die Spritzlinge sind insgesamt von schlechter Qualität. Es ist eine Menge Versatz zu finden, ebenso wie sehr unsauberer Guß, Sinkstellen und viel zwischen die Formen gelaufener Kunststoff. Der größte Patzer findet sich aber im Anguß des Rumpfs und des Decks. Der Anguß ist so grob, daß man ihn mit einer Mini-Trennscheibe abschneiden muß und anschließend eine Weile mit Schleifpapier beschäftigt ist. Im Internet habe ich herausgefunden, daß das Modell mittlerweile in Polen produziert wird. Ausserdem war zu erfahren, daß die Bausätze der "Berlin" von sehr viel besserer Qualität waren, obwohl sie aus den selben Formen stammen. Das lässt leider nur den Schluß zu, daß die Bausatzprobleme auf den Produktionsstandort zurückzuführen sind. Problematisch ist auch der verwendete Kuststoff, der einen minderwertigen und stark brüchigen Eindruck macht. Schade, die DGzRS hätte sicherlich besseres verdient. Immerhin geht eine Spende von 50 ct pro verkauften Bausatz an die Gesellschaft. Die Anleitung ist Revell-typisch mit Baustufen und Zeichnungen ausgeführt. Manchmal etwas unklar, aber im Großen und Ganzen in Ordnung. Dem Bausatz liegt eine ganze Spule Takelgarn, sowei ein Informationsblatt und ein Aufkleber der DGzRS bei. Der Decalsatz ist von guter Qualität, erlaubt aber nur den Bau der "Arkona". Probleme gibt es während des Baus einige. Einerseits sind die Bauteile (z.B. des Aufbaus) erstaunlich präzise, andererseits kommt es bei anderen Bauteilen zu teilweise haarsträubenden Passungsproblemen. Zusammen mit der bereits erwähnten Qualitätsproblematik bleibt zu sagen, daß dies KEIN Bausatz für Anfänger ist. Teilweise war ich richtig frustriert. So ist z.B. die beiliegende Reling für den Maßstab 1:72 erstaunlich gut geworden, aber die Qualität des Kunststoffs lässe es trotz Wärmebehandlung kaum zu, sie in Form zu biegen. Die Detaillierung des Modells lässt ebenfalls zu wünschen übrig - vor allem beim Tochterboot! Dieses ist eigentlich nur in seinen Grundzügen dargestellt. Aber die Krönung des Ganzen: das Tochterboot passt nicht in die Wanne - es ist zu breit!!! Also bei aller Liebe - das darf nicht passieren! Trotz des zwiespältigen Eindrucks, den der Bausatz hinterlässt, kommt letztendlich ein schmuckes Schiffchen heraus. Doch leider hatte ich beim Bau einen solchen Frust, daß mir mehrere grobe Patzer passiert sind, die ich dann nicht richtig nachgebessert habe. Ausserdem habe ich das Modell nicht weiter verfeinert, sondern einfach OOB gebaut. Aber lassen wir Bilder sprechen! Übrigens: wer Fehler findet, darf diese ausnahmsweise behalten...:

Nachtrag, Dezember 2009:
durch eine Unachtsamkeit meines Sohnes stürzte dieses Modell im Dezember 2009 von seinem Regalbrett auf einen zwei Meter tiefer gelegenen Treppenabsatz. Das Modell wurde dabei irreparabel beschädigt und musste leider entsorgt werden. Ob ich die Arkona noch einmal bauen werde, ist unwahrscheinlich.

Copyright © 2018 Kellerseiten.de. Template designed by olwebdesign.