DGzRS Seenotrettungskreuzer -Hermann Marwede-

Drucken

 

Schon als Kind konnte ich mich für die Arbeit der "Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger", kurz DGzRS genannt, begeistern. Ihre Schiffe waren der Inbegriff von Seetüchtigkeit, Robustheit und Kraft. Die Sache mit dem Tochterboot war ein zusätzliches Schmankerl, das ich als Kind ungeheuer faszinierend fand. Modelle dieser Schiffe waren nur als ferngesteuerte Großfahrzeuge erhältlich und damit jenseits meiner Möglichkeiten.

Als Revell die "Berlin" im handlichen Maßstab 1:72 auflegte bekam ich dies nicht mit. Einige Jahre später wurde die "Berlin" als "Arkona" neu aufgelegt und das Modell wanderte in meine Sammlung. Herbst 2005 brachte Revell die neue "Hermann Marwede" im Maßstab 1:72 heraus. Eines der ersten Modelle wurde meins.

Zum Original:
Bei der "Hermann Marwede" handelt es sich um den derzeit größten und modernsten Seenotrettungskreuzer der DGzRS. Bei 46 m Länge, einer Breite von 10,66 m und einem Tiefgang von 2,80 m erreicht das 404 t verdrängende Schiff eine Geschwindigkeit von 25 Knoten (= 46,3 km/h). Eine Mittelmaschine sowie zwei Seitenmaschinen liefern eine Gesamt-Motorleistung von 6800 kW entsprechend 9250 PS. Das in der Heckwanne mitgeführte Tochterboot VERENA basiert auf dem 9,5 m-Seenotrettungsboot. Es läuft bei 9,41 m Länge, einer Breite von 3,61 m und einer Motorleistung von 243 kW/330 PS eine Höchstgeschwindigkeit von 18 Knoten (= 33,3 km/h). Dank des geringen Tiefgangs von 0,96 m kann das Tochterboot auch in flachen Gewässern, beispielsweise um Sandbänke und Untiefen herum, eingesetzt werden.

Zum Modell:
Der riesige Baukasten macht auf Anhieb einen sehr guten Eindruck! Die großen Spritzlinge sind sauber in Plastiktüten verpackt, die Klarsichtteile separat. Der über 60cm lange Rumpf liegt in einer Bettung aus Pappe. Viele Modellbauer entschließen sich ihre Hermann Marwede als RC-Modell zu bauen. Dieser Gedanke schoß mir auch mal durch den Kopf, allerdings habe ich mich letztendlich entschlossen das Schiff als reines Standmodell zu bauen. Beim Bau gab es erstaunlich wenig Probleme. Ganz klar fühlbar ist der Generationssprung im Formenbau zwischen der Arkona und der Marwede. Auch das verwendete Plastik ist von besserer Qualität. Es wird von handelsüblichen Flüssigkleber geradezu verschweißt! Genauso muss es sein!!! Obwohl der Bausatz durchaus die Schwierigkeitsstufe 5 verdient, ist der Zusammenbau ein echter Genuß. Es gibt genaugenommen nur wenige Patzer bei diesem Modell. Der erste ist im Heckbereich zu finden. Das Schott zur Tochterbootwanne (B211) hat im unteren Bereich einen zu dicken Steg. Dieser muss dünner gefeilt werden, da das Ganze sonst nicht zusammenpasst. Ganz klarer Fehler beim Formenbau, aber leicht behebbar. Nächstes Problem: das Schott E70 hat einen Deckssprung, das Deck selber nicht. Hier heisst es also während der Trockenzeit des Klebers gut fixieren, sonst entsteht ein Spalt. Beim Aufbau der Teile G91,92,93 sollte man auf dem Deck die Führungsnasen wegschleifen, da es sonst zu fürchterlichen Verspannungen kommt, die kaum ausgeglichen werden können. Das Gleiche gilt für den Brückenaufbau oben. Ansonsten gibt es kaum Probleme. Die herrlich filigranen Relings sind alle vorgebogen. Das Tochterboot Verena ist nun wirklich ein kleines Schmuckstück. Da es komplett in einem separaten Spritzrahmen realisiert ist, könnte man es auch separat bestellen. Da Revell nun mal Großserienhersteller ist und sehen muss, daß mit dem Bausatz Geld verdient wird, hat man einige Details vereinfacht dargestellt. Das Schlauchboot z.B. hat kein Lenkrad, Heckbügel und Motor. Der Kran ist stark vereinfacht. An Marwede und Verena sind keine Steuerbord/Backbord Laternen dargestellt. Und zu guter Letzt hat man das im original aus Gitterrosten aufgebaute Hubschrauberarbeitsdeck als geprägte Platte dargestellt. Diese Vereinfachungen ermöglichen es dem Modellbauer auf eigene Weise kreativ zu werden. Natürlich macht das Modell auch im Originalzustand eine Menge her, aber einige Dinge wollte ich verändern. So habe ich mich um das Schlauchboot, die Laternen und das Hubschrauberarbeitsdeck gekümmert. Ausserdem habe ich am Tochterboot den Mast klappbar gemacht. Insgesamt habe ich zwei Monate für die Hermann Marwede gebraucht

Copyright © 2018 Kellerseiten.de. Template designed by olwebdesign.