Hochseefischtrawler -Bodasteinur-

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Das hier vorgestellte Schiff wurde 1973 als ´ROC AMADOUR´ in der französischen Hafenstadt Dieppe gebaut. Es handelt sich um einen typischen Hecktrawler, wie man ihn in allen Fischereihäfen in Europa, vor allem aber in Nordeuropa, finden kann. 1980 wurde das Schiff auf die Färöer-Inseln verkauft und ging in der Nordsee auf Fangfahrt. 1986 wird das Schiff in Norwegen umgebaut und modernisiert. Leider wurde das Schiff nach einem Maschinenschaden 1992 abgemustert und geriet in Vergessenheit.

Der jetzige Besitzer kaufte das Schiff 1994, rüstete es neu aus und taufte es auf den Namen ´Bodasteinur´. Das Schiff erlange eine gewisse Berühmtheit, weil es das einzige Fischfangschiff der Färöer ist, das in internationalen Gewässern fischt. Das Schiff hat eine Länge von 53m und ist 11m breit. Hauptantrieb ist ein Dieselmotor mit 1764 kW, die Besatzung besteht aus 15 Mann. Fangebiet der ´Bodasteinur´ ist der mittelatlantische Rücken, die Gewässer um Grönland und die Barentsee.

Ich habe noch nie zuvor ein Heller-Schiffsmodell gebaut, weshalb ich ganz neutral an die Sache herangehen konnte. Im Internet habe ich gelesen, daß es sich wohl um einen älteren Bausatz von Heller handelt, der auch schon mal unter einem anderen Namen auf dem Markt war. Das und der für ein Modell dieser Größe leicht hohe Preis stimmten mich bedenklich, aber mangels Alternativen habe ich mir das Modell schließlich bestellt. Um es kurz zu machen: ich wurde positiv überrascht! Es erwarteten mich mehrere sauber gespritze Rahmen mit insgesamt über 160 Einzelteilen. Kaum Grat, kaum Verzug und auf den ersten Blick präzise Teile. Fasziniert hat mich die Tatsache, daß auch sehr kleine Teile, die bei anderen Herstellern gerne mal mit angegossen werden, hier separat ausgeführt sind, so z.B. die winzigen Schwanenhalslüfter, die Rettungsringe und -inseln, Leuchten, etc... Ausserdem liegt eine schön filigrane Ankerkette aus Kupfer bei. Die Relings erscheinen auch ausreichend filigran und liegen im separaten Rahmen bei. Wer möchte kann dann ja noch geätzte Relings benutzen. Einige sind gebrochen, aber es ist mehr Relingsmaterial dabei als man braucht. Sämtliche Fenster und Bullaugen sind offen dargestellt, etwas was ich gar nicht erwartet hätte. Allein die Bauanleitung kann hier nicht mithalten. Sie besteht aus einem schlecht kopiertem Papier, wobei man die winzige Schrift kaum lesen kann. Farbangaben beschränken sich ausschließlich auf Humbrol-Farben, wobei nur die Nummern genannt werden, nicht die Farben... Jedoch ist die Anleitung immerhin ordentlich gegliedert und einigermaßen verständlich. Die Decals sind komplett und erscheinen ausreichend dünn. Es sind sogar Decals für die weiße Linierung vorhanden - ideal für jemanden der sich diese Lackierarbeit nicht zutraut. Der Maßstab beträgt 1:200.

Der Bau verläuft dann auch relativ problemlos, ein paar verspannte Bauteile muss man mit geeigneten Mitteln, z.B. Gummiringen, während der Trockenzeit des Klebers fixieren. Die Relings waren mir im Nachhinein doch nicht filigran genug, weshalb ich mich entschlossen habe geätzte Relings zu nutzen. Leider habe ich momentan Probleme welche zu bekommen, weshalb ich mich entschlossen habe das Modell hier vorerst OHNE Relings und Takelung zu präsentieren. Sobald diese endlich irgendwann einmal eintreffen werde ich die Fotos austauschen. Die Decals sind nicht nur dünn, sondern hauchdünn. Deshalb klappen sie beim Aufbringen gerne mal um - also Vorsicht! Sie tragen kaum auf, silvern aber später leider recht kräftig. Ich habe versucht das Schiff als gut genutztes Arbeitsschiff darzustellen, jedoch nicht vergammelt. Am Rumpf habe ich Ausbesserungsstellen in leicht anderer Farbe aufgemalt. Die Schräge, auf der die Netze eingeholt werden, ist stärker verschmutzt worden. Mit Rost bin ich nicht allzu sparsam umgegangen, aber habe versucht es nicht zu übertreiben. Der beigelegte Schiffsständer hat mir überhaupt nicht zugesagt. Ich habe einen neuen aus Holzteilen gebaut.

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