Segelflugzeug-Doppelsitzer ASK 21

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Lange, lange Zeit gab es im sowieso schwach besetzten Bereich der Sportfliegerei nur sehr wenige Modellbausätze von Segelflugzeugen. Diejenigen, die es gab waren schwer zu bekommen und ausserdem in einem recht kleinen Maßstab gehalten. Ausserdem handelte es sich dabei meist um ältere Maschinen die heute kaum noch fliegen. Jahrelang haben Segelflieger den Hersteller Revell bekniet doch mal ein aktuelles Segelflugzeug in einem ansprechenden Maßstab herauszubrigen, aber vergeblich.

Dabei war das aus Sicht der Marketing-Abteilung durchaus verständlich. Revell verkauft weltweit und die Segelfliegerei ist nunmal nur in Deutschland extrem populär (schließlich wurde Segelfliegen in Deutschland erfunden), in Europa vielleicht auch noch, aber den Rest der Welt interessiert das nur wenig. Als Revell schließlich die ASK 21 im Maßstab 1:32 ankündigte, war die Sensation perfekt.

Zum Flugzeug selber: die ASK 21 wurde von Ing. Rudolf Kaiser als Nachfolger der populären ASK 13 konstruiert, um dem Bedarf nach einem modernen Zweisitzer zu decken, der die Lücke zwischen Schulungs- und einsitzigen Hochleistungssegelflugzeugen schließt. Die ASK 21 ist der erste Voll-GFK Doppelsitzer der Firma Alexander Schleicher. Der Prototyp hob erstmals im Dezember 1978 ab und die Produktion lief 1979 an. Heute wird das Flugzeug immer noch produziert und es sind über 800 Exemplare gebaut worden. Im Dezember 2004 startete die ASK 21 Mi als eigenstartfähiges Schulungsflugzeug zu ihrem Erstflug. (aus www.wikipedia.de)

Bei der Vorbildwahl hat Revell wieder einmal ein sehr gute Spürnase bewiesen. Die ASK 21 ist eine der wenigen Segelflugzeuge, die es weltweit zu einem gewissen Ruhm gebracht hat. So haben nicht nur unzählige Piloten ihre Schulung darauf gemacht, sondern die ASK 21 wird sogar beim Militär zur Kadettenschulung eingesetzt. Der immense Erfolg des Modells, an den Revell wohl selber nicht geglaubt hat, führte dazu, daß Revell für Herbst 2006 die LS8a (Einsitzer, Standardklasse) im gleichen Maßstab angekündigt hat.

Der Bausatz ist beispielhaft für den modernen Formanbau bei Revell. Bisher waren alle Modelle, die aus neuen Formen stammen, sehr präzise und hervorragend zu bauen. Fast alle Teile passen wunderbar zusammen und bereiten keinen Ärger. Das Cockpit ist reich detailliert und ein echtes Schmuckstück. Die Decals für die Instrumente sind hauchdünn, lassen sich prima auftragen und saugen sich geradezu fest. Klasse - besser geht´s kaum! Apropos Decals: es liegt dem Bausatz ein gewaltiger Bogen fast im DIN-A4 Format bei, mit dem man sage und schreibe mehr als sieben Versionen bauen kann. Für die deutsche Version liegen genug Markierungen bei, daß jeder sein individuelles Flugzeug bauen kann. Ich habe mich für die Version der Segelflugschule Wasserkuppe entschieden, da auf der Wasserkuppe der moderne Segelflug geboren wurde. Bei der Kennung konnte ich es mir nicht verkneifen mein Geburtsjahr anzubringen. Größere Probleme gibt es beim Bau nicht. Die beiden Rumpfhälften zusammenzukleben ist etwas fummelig, da viele Teile auf einmal fixiert werden müssen (Rumpfhälften, Cockpit, alle Räder, beide Cockpithauben). Die Hauben selber sind herrlich transparent und haben eine ausgezeichnete Passform. Leider ist die klappbare Ausführung der Hauben nicht einfach zu realisieren. Der Instrumentenpilz vorne drückt die vordere Haube auseinander und müsste dünner geschliffen werden. Die hintere Öffnungsmechanik ist so gut wie gar nicht einzustellen, so daß sie funktioniert. Am besten entscheidet man sich die Hauben entweder geöffnet oder geschlossen zu zeigen. Ich habe mich für den geschlossenen Zustand entschieden und die Hauben aufgeklebt. Durch die riesigen klaren Flächen sieht man noch reichlich vom Inneren. Leider hat der von mir zur Versiegelung benutze Klarlack etwas gegilbt, aber das Resultat ist immer noch schön. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Segelflieger von Revell.

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