Tamiya -Lunch Box (2005)-

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Tamiya Lunch Box 2005, Modellnummer: 58347

Auch bei diesem Modell handelt es sich, wie bei so vielen meiner RC-Cars, um eine Wiederauflage eines älteren Modells aus dem Jahr 1987. Allerdings wollte ich dieses Fahrzeug ursprünglich nie haben, da ich mich nicht mit "Monster-Trucks" anfreunden konnte. Dabei hatte ich den Zweck dieser Fahrzeugklasse von Tamiya völlig missverstanden. Monster Trucks sind in den USA sehr populär, wo sie alte Schrottautos plattwalzen und dabei mehr oder weniger große Sprünge machen. Ich persönlich fand das immer recht sinnlos. Die Lunch Box war jedoch von Tamiya als Fun- / Stuntfahrzeug gedacht, wie ich später herausfand. Und erst in den letzten Jahren wuchs mein Interesse an dem kleinen Spaßmobil. 

OK, das Design der Lunch Box gefiel mir schon immer, besonders die Lieferwagen Karosserie hatte es mir angetan. Tamiya gibt den Maßstab als 1:12 an, aber ich denke das sollte man nicht allzu eng sehen, wie bei allen Tamiya RCs. Mit den riesigen Rädern sieht das Fahrzeug absurd, aber eigentlich auch sehr witzig aus. Beim Losfahren soll es nette Wheelies machen und sich durch die einfachen Federelemente eher hüpfend fortbewegen. Das Auto ist nicht als Wettbewerbsfahrzeug gedacht, sondern soll einfach nur Spaß machen. Kultstatus hatte das Modell schon damals und es war deshalb eines der ersten, die Tamiya im Jahr 2005 als Wiederauflage herausbrachten. Da so viele so sehr begeistert von dem Modell waren, wuchs auch in mir irgendwann der Wunsch so ein Fahrzeug einmal auszuprobieren. Meine Lunch Box kaufte ich bei Conrad, da ich noch einen größeren Geburtstagsgutschein einzulösen hatte. Zuerst war ich überrascht, dass das Modell aus so wenigen Teilen besteht. Der Zusammenbau ist recht einfach und geht schnell. Die Wiederauflage ist eine genaue Kopie des Originals, nur die Lenkung wurde etwas verstärkt, da sie ein Schwachpunkt des alten Modells war. Das Chassis ist dem des Grasshoppers sehr ähnlich, viele Teile sind identisch. Die großen, weich abgestimmten Federelemente dämpfen übrigens nicht, sie federn nur. Durch die einfachen Dreieckslenker vorne ändert sich der Sturz der Räder beim Einfedern ständig. Man sollte meinen, dass das Modell einen enorm hohen Schwerpunkt hat, aber durch den tief eingebauten Akku und die Tatsache, dass statt des mechanischen heutzutage ein elektronischer Fahrtregler verwendet wird, geht es eigentlich. Apropos elektronischer Fahrtregler: es liegt wieder einer bei, und diesmal mit BEC, so dass man sich den Spannungsregler sparen kann (siehe meine anderen neueren Tamiyas). Die Karosserie ist nicht aus Lexan, sondern aus PS, was sie besonders detailliert macht. Außerdem soll sie sehr robust sein, wie das gesamte Fahrzeug auch. Ich habe meine Lunch Box genau wie das Original lackiert, das war am einfachsten.

 

 Also in einem Punkt kann ich allen anderen Lunch Box Besitzern zustimmen: das Auto ist fahrtechnisch eines der witzigsten die ich je hatte! Gibt man aus dem Stand Vollgas, so steigt die Lunch Box vorne in die Luft und legt meterlange Wheelies hin. Ein kleines Rädchen im "Wheelie Bar" am Heck sorgt dafür, dass sich die Lunch Box dabei nicht rückwärts überschlägt. Dabei klackt und schlackert die pendelnd aufgehängte Hinterachse wild hin und her. Nach dem Wheelie taucht der Wagen vorne tief ein. Dabei ist die Lunch Box noch nicht mal langsam. Kein extrem schnelles Fahrzeug, aber halt auch nicht eben langsam. Auf losem Untergrund lassen sich wilde Donuts  hinlegen. Das Steuern des schon auf kleinen Unebenheiten wild hüpfenden Modells ist etwas schwierig, macht aber einen Heidenspaß! Man kann sogar Treppenabsätze herunterspringen, das macht der Lunch Box überhaupt nichts aus. Die fetten Reifen und die sehr langen Federwege schlucken vieles weg. Mit dem beiliegenden 540er Motor ist die Lunch Box völlig ausreichend motorisiert, mehr Pep würde das Modell fast unsteuerbar machen. Dabei sind gerade die "schlechten" Fahreigenschaften das, was an dem Modell so viel Spaß macht. Man kann sich ein Lachen kaum verkneifen, wenn man sieht wie das Auto wild schlingernd und hüpfend seinen Weg macht. Ein paar mal hat sich meine Lunch Box auch schon überschlagen. Dabei ist außer ein paar Kratzern im Lack nichts passiert. Wahrhaftig eines der besten Fahrmobile meiner kleinen Sammlung!

Nachdem ich die Lunch Box ein paar mal gefahren hatte, fiel schlagartig die Lenkung aus. Schon beim Zusammenbau bemerkte ich, dass die Schraube, mit der der Servosaver auf dem Servo befestigt ist, nicht besonders fest war. Allerdings dachte ich später nicht mehr daran. Während der Fahrt löste sich dann diese Schraube und es entstand sehr viel Spiel in der Lenkung, was bei dem wilden Fahrstil des Modells nicht weiter auffiel. Durch das Spiel löste sich einer der Kugelköpfe der Lenkung, wodurch sie schließlich ausfiel. Glücklicherweise waren alle Teile noch da, sie hatten sich lediglich gelöst. Die Schraube des Servosavers ersetzte ich durch eine längere mit einem leicht größeren Durchmesser. So saß der Servosaver wieder bombenfest. Den Kugelkopf schraubte ich wieder auf - schon war die Lenkung repariert.

Lunch Box am Strand:
mit den fetten Reifen und dem weichen Fahrwerk müsste die Lunch Box eigentlich ein ideales Fahrzeug für den Strand sein. Deshalb durfte das spaßige Fahrzeug mich in den Dänemark Urlaub begleiten. Wie erwartet machte es tatsächlich eine Menge Spaß damit am Strand herumzutollen. Die meiste Freude hatte ich damit jedoch mit voller Fahrt die Dünen hinaufzurauschen und möglichst versuchen oben einen möglichst eleganten Umkehrschwung hinzulegen, bevor sich die Hinterräder eingruben. Aber selbst das eingegrabene Fahrzeug war mit einem kurzen Gasstoß rückwärts immer freizubekommen. Insgesamt mit eines der spaßigsten Fahrzeuge, die ich mit im Urlaub hatte!

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