Tamiya -Sand Rover (2011)-

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Tamiya Sand Rover 2011, Modellnummer 58500

In den Jahren 1980/1981 brachte Tamiya zwei RC Fahrzeuge auf gleichem Chassis, aber mit verschiedenen Karosserien heraus. Beim ersten Modell mit der Nummer 58023 handelt es sich um den "Holiday Buggy", dessen Vorbild ein relativ unbekannter Kleinhersteller aus den USA war. Der nächste Wagen mit dem einprägsamen Namen "Sand Rover" (58024) war jedoch dem bekannten "Meyers Manx" Dune-Buggy nachempfunden.

Obwohl beide Modelle mit einem eher schlechten Fahrwerk und einem für Offroad-Fahrten ungeeigneten offenen Getriebe daherkamen, wurde speziell der Sand Rover später ein echtes Kultobjekt und ist bei Sammlern fast so begehrt wie der allseits bekannte "Sand Scorcher".

Tamiya brachte zur großen Freude der Fangemeinde im Jahr 2010 den "Holiday Buggy" neu heraus, jedoch als Einsteigerfahrzeug auf einem Chassis, für das die Karosserie gar nicht gemacht war. Das Resultat sah etwas seltsam aus und die Puristen lehnten das Modell ab. Im Jahr 2011 folgte als Jubiläumsmodell zu Tamiyas 30. Geburtstag mit der speziellen Nummer 58500 der "Sand Rover" als Wiederauflage ("Re-Release" oder "Re-Re"). Auch hier wieder auf dem Einsteigerchassis "DT-02", was wiederum die Nostalgiker entsetzte!

Aber was ist nun so schlimm an dem Modell? Nun, Tatsache ist, daß man hier eine klassische Karosserie mit einem modernen Chassis verbindet. Das Chassis an sich ist gar nicht schlecht, millionenfach ewährt, robust und anfängertauglich. Eigentlich ein logischer Schritt, wo doch das Originalchassis recht anfällig war. Nur passen weder Radstand (zu groß) noch Spur (zu weit) zur Karosserie. Tamiya musste sogar Löcher in die Karosserie integrieren, um Platz für die gewaltigen Federelemente zu machen. DAS ist es, was Sammler Tamiya so übel nehmen. Auf der anderen Seite bekommt man hier ein alltagstaugliches und anfängerfreundliches Fahrzeug mit nostalgischem Flair zu einem günstigen Preis.

Da ich ebenfalls dem Charme des klassischen "Sand Rovers" verfallen war, mir das Original aus Kostengründen jedoch nicht leisten kann, sah ich die Ankündigung des Re-Re recht positiv. Ich war zwar auch ein klein bißchen enttäuscht, daß man auch hier wieder das DT-02 Chassis verwendet hatte, jedoch hielt mich das nicht vom Kauf ab. Ich bekam ein Exemplar der Erstauflage, das als kleines Bonus noch mit zusätzlichen Kugellagern ausgestattet war.

Die Montage des Chassis ist nicht besonders anspruchsvoll und geht vergleichsweise schnell. In ca. zwei Stunden kann das Chassis auf den Rädern stehen. Dem Bausatz liegt wieder ein elektonischer Fahrtregler bei, der jedoch mit einem extra BEC-System ausgestattet werden muss, sofern dieses nicht schon im Empfänger integriert ist. Des Weiteren habe ich einen Standardservo und einen 2,4 GHz Empfänger von Conrad verwendet. Das hat den Vorteil, daß man den klassischen Look der Karosserie nicht mit einer Antenne verschandelt.

Die Karosserie habe ich so wie auf dem Karton gestaltet ("Boxart"). Das ist mir bei einem so klassischen Modell am liebsten. Die erste Anprobe der Karosserie sah gar nicht mal so übel aus. Leider sitzt sie wegen der Motor- / Getriebeeinheit etwas weit hinten, aber Kompromisse müssen halt bei diesem Chassis gemacht werden.

100% Serienmäßig hat das Modell dann die ersten Testfahrten gemacht. Der kleine 380er Motor erweist sich für einen Klassiker als schnell genug. Die blauen "Friktions-Dämpfer" sind bockig und steif, haben zudem deutlich zu wenig Federweg. Hier besteht Handlungsbedarf. Ausserdem gefällt mir der Look der Vorderachse gar nicht. Die Spur ist so breit, daß die Räder deutlich über die Karosserie hinausstehen. Auch hier werde ich etwas ändern. Ausserdem gefällt mir nicht, daß man besonders im Bereich der Vorderachse unter der Karosserie hindurchschauen kann. Auch dieser Umstand ist wieder dem eigentlich nicht passendem Chassis geschuldet und wird geändert werden müssen. Ansonsten bin ich mit dem kleinen Flitzer sehr zufrieden und liebe die klassischen Linien eines "Meyers Manx".

Modifikation 1 - Vorderachse:
die zu breite Spur des DT-02 Chassis hat schon viele "Holiday Buggy" und "Sand Rover" Besitzer geärgert. So ist es nicht verwunderlich, daß viele Modifikationsvorschläge durchs Internet gehen, um diesen Missstand zu beheben. Für eine recht einfache Methode, die zudem mit sehr geringen Kosten verbunden ist, habe ich mich entschieden. Dafür muss man aber Bauteile zersägen. Da das DT-02 Chassis jedoch kein Klassiker ist, sollte das die geringste Sorge sein. Für diese Modifikation, die die Vorderachse jeweils um 23mm pro Seite kürzt, muss der untere Dreieckslenker wie unten abgebildet abgesägt werden. Am einfachsten geht das mit einer PUK-Säge. Die neu entstandene Öffnung für den Achsschenkel muss nun in der Breite angepasst werden. Ausserdem müssen die beiden Löcher am Dreieckslenker mit 3mm duchgebohrt werden. Der Achsschenkel kann nun wieder mit dem Originalbolzen angebracht werden. Die oberen Dreieckslenker entfallen komplett und werden durch einstellbare Spurstangen mit Kugelköpfen ersetzt. Sie müssen ca. 40mm lang sein. Das hat den Vorteil, daß man nun das Fahrwerk vorne komplett einstellen kann. Die Lenkstangen werden durch um jeweils 23mm gekürzte 3mm Gewindestangen ersetzt. Die Originalstoßdämpfer passen jetzt nur noch ganz schlecht. Da sie aber sowieso ziemlich untauglich waren, habe ich sie durch kurze Öldruckstoßdämpfer der "Kyosho-Platinum" Serie ersetzt. Diese passen recht gut, sind aber oben eine Idee zu dick. Die Karosserie passt jedoch mit ein wenig Druck trotzdem. Die Anschlaggummies habe ich an den vorderen Dämpfern nicht mehr montiert. Damit besteht zwar die Gefahr, daß die Vorderachse durchschlägt, jedoch sollten die glatten Reifen keine größeren Schäden an den Kotflügeln verursachen.

Mit der um 56mm schmaleren Vorderachse passen die Vorderräder genau unter die Kotflügel. Die Front sieht nun wesentlich gefälliger aus. Die Hinterachse ist wegen der Antriebswellen nicht so leicht zu modifizieren, weshalb sie vorerst so breit bleibt wie sie ist. Das Modell hat nun zwar einen leichten "Dragster-Look", jedoch ist dies bei Buggys nicht unüblich. Trotzdem finde ich die Proportionen irgendwie unharmonisch und muss mir erst einmal überlegen, ob ich damit leben kann. Ebenso schwierig ist eine Änderung des Radstands, weshalb ich vorerst auch hier keine Modifikation vornehmen werde. Die neue Vorderachse läuft ausgesprochen gut, vor allem die fein ansprechenden Öldruckstoßdämpfer tun ihren Teil dazu!

Modifikation 2 - Karosserieunterseite:
um den freien Durchblick unter der Karosserie zu verhindern, gibt es ebenfalls mehrere Methoden. Ich habe mich für eine Schaumstoffplatte aus dem Baumarkt entschieden. Diese muss nur noch passend zurechtgeschnitten und an den Seiten schwarz lackiert werden. Nun nur noch die Innenseite der Kotflügel schwarz anmalen und fertig ist der "gesperrte Durchblick". Vorteil: einfach, wirkungsvoll und schnell. Nachteil: an der Stelle des elektronischen Fahrtreglers muss der Schaumstoff aus Kühlungsgründen ausgeschnitten werden. Eine etwas elegantere Methode sind aus dünnem Kunststoffmaterial gefertigte, erhöhte Seitenwände für das Chassis. Diese sind jedoch etwas komplizierter herzustellen und ein Zukunftsprojekt.

Modifikation 3 - Stoßdämpfer / Räder:
die hinteren Friktionsdämpfer, die wirklich nicht sehr gut funktioniert haben, wurden mit passenden Öldruckstößdämpfern ersetzt. Leider weiss ich nicht mehr, wo diese Dämpfer im Original verbaut waren, aber ich hatte sie übrig. Sie haben haargenau die gleiche Länge. Da die Federn zu weich waren, habe ich die originalen Federn der Friktionsdämpfer eingebaut und auch gleich die Anschlaggummies angebracht, damit mir die Spikereifen die Karosserie nicht zerschrammen. Mit den neuen Öldruckstoßdämpfern ist das Fahrwerk gleich viel angenehmer zu fahren. Unebenheiten werden nun fast glattgebügelt statt übersprungen. Der hintere Federweg ist zwar recht eingeschränkt, aber das ist ja Absicht. Im jetzigen Zustand (das Fahrzeug ist ein Spaßmobil und kein Wettbewerbs-Renner) bin ich mit dem Fahrwerk sehr zufrieden.

Die Felgen- / Reifenkombination des DT-02 Chassis gefällt mir nicht so richtig für den Sand Rover. Niederquerschnittsreifen und riesige Felgen sind für ein Fahrzeug aus den 60er / 70er Jahren eigentlich nicht angemessen. Auch die Rillenreifen vorne, sowie die Spike Reifen hinten erscheinen mir allzu modern. Räder wie beim Grasshopper würden besser passen. Diese lassen sich aber leider nicht auf den Achsen des DT-02 montieren. Also bleibt einem nichts anderes übrig, als sich bei den gängigen Buggyreifen umzuschauen, die aber fast allesamt Niederquerschnittsformat haben.

In einem Tamiya Forum sah ich dann ein Bild eines Sand Rover mit mehr straßenorientierten Geländereifen. Das sah schon besser aus. Die Recherche ergab, daß es sich um "All Terrain Reifen" von Carson handelte, sogar spezielll für das DT-02 Chassis entwickelt. Es gibt sie mit schwarzen und mit silberfarbigen Felgen. Die Schwarzen erschienen mir passend und so wurden sie bestellt.

Oh ja, das sieht schon viel besser aus. Vorder- und Hinterräder sind exakt gleich groß, unterscheiden sich nur in der Breite. Das Profil sieht glaubwürdiger aus als die Gummis mit den Spikes. Natürlich sind Felgen/Reifenkombinationen immer Geschmackssache des jeweiligen Fahrzugbesitzers, aber ich freue mich persönlich, die für mich richtige Wahl getroffen zu haben. Die Reifen laufen ruhig und haben dank recht weicher Gummimischung eine gute Haftung auf Asphalt. Was Gelände angeht, so konnte ich sie bisher nur auf Schotter testen. Dort muss man geringe Abstriche in Kauf nehmen, aber die Reifen schlagen sich wacker. Interessant dürfte es auf Sand werden. Insgesamt scheinen die Grenzen aber eher bei Motor und Fahrwerk zu liegen als bei den Reifen.

Modifikation 4 - Radikalumbau des Fahrwerks:
Kennt ihr das: ihr geht bei einer Sache einen Kompromiss ein und denkt, ihr könntet damit leben. Aber in Wirklichkeit nagt die Sache andauernd an euch und ihr habt Zweifel, ob eure Entscheidung so richtig war... Genauso ging es mir mit dem Sand Rover. Die schmalere Vorderachse passte nun nicht mehr so recht zum Rest des Fahrzeugs, das Ganze wirkte unharmonisch und irgendwie falsch. Deshalb habe ich mich entschlossen Nägel mit Köpfen zu machen und das Fahrwerk so umzubauen, wie es findige Tüftler auf diversen Webseiten (z.B. tamiyaclub.com) vorgemacht haben. Dafür braucht man folgende Bauteile:

  • zwei mal die Radschwingen Teile E des DF-03R Chassis (TA-51367)
  • Differenzial Kegelräder mit verzahnter Aufnahme (TA-50602)
  • Differenzial Antrieb mit verzahnter Aufnahme (TA-53218)
  • Antriebswellen (Knochen) mit 50mm Länge Stift zu Stift (TA-50939)
  • Radachsen passend zu den Antriebswellen (TA-50823)
  • diverse Schrauben, Kleinteile, Muttern, Kugelgelenkpfannen mit Kugeln, etc... Hat eigentlich jeder Modellbauer in seiner "Grabbelkiste"

 
Für die Bestellung werden z.B. bei tamico.de etwa 40,- Euro fällig. Nicht wenig Geld, aber man wird hoffentlich mit einem viel gefälligeren Aussehen belohnt.

Als erstes wird die Hinterachseinheit abmontiert. Da das DT-02 Chassis modular aufgebaut ist, stellt dies kein Problem dar. Die alten Radschwingen werden komplett demontiert, Radachsen und Differenzialantriebe herausgezogen. Auch der alte Knochen (Antriebswelle) fliegt raus. Die untere Radschwinge wird nun gegen die Neue (Teil Nr. 1) ausgetauscht. Um den Gesamtfederweg der Schwinge sicherzustellen, muss man an der Radnabe eventuell etwas Kunststoff wegtrimmen. Aber das sieht man dann beim Zusammenbau.

Da man wegen der kürzeren Schwinge auch kürzere Antriebswellen braucht, und es diese nur in der "schlanken" Bauform gibt, muss man auch die Differenzialantriebe und damit die Kegelräder im Differenzial selber austauschen. Dafür muss das Differenzial natürlich ausgebaut werden. Die Innereien werden dann einmal komplett gegen die neuen Teile getauscht.

Nachdem die neuen Kegelräder im Differenzial montiert wurden, können nach dem Wiederzusammenbau des Getriebegehäuses die gezahnten Differenzialantriebe montiert werden. Antriebswellen und Radachsen kommen nun dazu. Die Antriebswellen sollten mindestens 50mm lang sein. 52mm passen wahrscheinlich auch noch gut. Anstelle der oberen Radschwinge muss man sich einen verstellbaren Link basteln. Dafür habe ich zwei Kugelpfannen mit passenden Kugeln herausgesucht. Verbunden werden sie mit einer 22mm langen 3mm Gewindestange. Mit passenden Schrauben wird der Link dann befestigt. Jetzt kann man auch den Sturz der Hinterräder einstellen. Ich habe ihn so eingestellt, daß die Räder oben etwas weiter auseinanderstehen als unten. So sieht das Ganze dann einer Pendelachse eines VW Käfer ähnlich, auf dessen Chassis der Meyers Manx Buggy basiert.

Kommen wir zu den Stoßdämpfern. Die alten Dämpfer waren jetzt leider viel zu lang. Ich hatte noch ein zweites Paar "Kyosho Platinum" Dämpfer da, die ich auch schon an der Vorderachse verwendet hatte. Diese wiederum sind ein Stückchen zu kurz, so daß ich mir aus Aluminiumblech zwei Adapterplatten gefertigt habe. So konnten die Stoßdämpfer problemlos montiert werden.

Die Hinterachse ist nun fertig umgebaut und vorbildgerecht schmal. Das Fahrzeug sieht sofort viel glaubwürdiger aus. Leider wandern die Hinterräder durch den Umbau etwas nach vorne (ca. 1cm). Da die Karosserie konstruktionsbedingt etwas zu weit hinten sitzt, "verschlimmert" der Umbau die Optik in dieser Hinsicht noch ein wenig. Wie so oft muss man sich die Verbesserung durch einen anderen Kompromiss "erkaufen". Da sich dadurch aber andererseits der viel zu große Radstand verringert, kann man damit wiederum gut leben. 

Die Vorderachse hatte ich ja eigentlich schon modifiziert. Da aber nun im gekauften Schwingenset eine passende Vorderradschwinge mit dabei ist, kann man diese auch gleich austauschen (Teil Nr. 3). Großer Vorteil: durch die neue Schwinge wandern die Vorderräder wiederum ca. 1cm nach hinten, was der Gesamtoptik sehr zu gute kommt und den Gesamtradstand weiter verringert.

Die Öffnung für den Achschenkel ist an der neuen Schwinge größer, weshalb man hier eine Distanzhülse aus der Grabbelkiste einsetzen muss. Der Achsschenkel wird natürlich so weit hinten wie möglich montiert. Das Vorderrad sitzt jetzt gut einen Zentimeter weiter hinten. Auch der Stoßdämpfer ist jetzt wieder einfacher zu montieren. Die Breite der Vorderachse bleibt fast genau gleich.

So modifiziert sieht das Chassis deutlich harmonischer aus. Die Breite wurde nun auch hinten deutlich reduziert und auch der Radstand passend dazu um etwa zwei Zentimeter verkürzt. Der seltsame "Dragster-Look" des Fahrwerks ist völlig verschwunden. Erste Fahrtests ohne Karosserie sind sehr ermutigend. Die Fahrdynamik hat durch die Veränderungen nicht gelitten. Der Antriebsstrang läuft weich, die Federung funktioniert gut, Lenkung ist präzise. So muss eine moderne Version des Sand Rover laufen - genau so!

Nach der Montage der Karosserie dann der ersehnte Augenblick - Jawoll, genauso wollte ich es immer haben. Keine Kompromisse mehr, kein nagender Zweifel. Alle Räder werden nun ausreichend durch die Kotflügel abgedeckt und auch der Radstand passt nun zur Karosserie. Genauso muss der Sand Rover 2011 aussehen - ein Klassiker mit modernem Fahrwerk. Mission 100 % erfüllt! OK, wenn man ganz pedantisch an die Sache herangehen würde, könnte man sagen, daß die Karosserie noch zwei Zentimeter nach vorne rutschen müsste. Aber das wäre Nietenzählerei... Grundliegende Modifikationen werde ich nun keine mehr machen, höchstens noch Kleinigkeiten an der Optik.

Mit dem Sand Rover in Dänemark:
In den Herbstferien erfüllt sich für mich ein kleiner Traum: wir mieten uns ein Ferienhaus in Dänemark an einem der längsten und schönsten Sandstrände des Landes. Selbstverständlich ist der Sand Rover mit von der Partie. Das Wetter hätte etwas besser sein können, jedoch verbringe ich genug Zeit mit dem phantastischen Modell in den Dünen. Jetzt ist der Sand Rover ein wahrer "Dune Buggy"! Das Fahrzeug bewährt sich sehr. Das umgebaute Fahrwerk hat keinerlei Macken und läuft ruhig. Die Öldruckdämpfer arbeiten hervorragend und halten die Räder am Boden. In sehr tiefem Sand wühlt sich der Sand Rover ein, jedoch ist es fast unglaublich wo man sich noch durchwuseln kann ohne steckenzubleiben. Am wohlsten fühlt er sich im festen Sand der Brandungszone, da sieht das Fahrbild einfach umwerfend aus. Aber auch am glatten Sand der Dünenhänge macht das Modell durchaus Spaß. Seitlich angefahren kommt man erstaunlich weit, bis der etwas schwachbrüstige 380er Motor aufgeben muss. Aber das ist halt eine Hommage an das Original. Es macht trotzdem ungeheuer viel Spaß die Dünen herauf- und herunterzukacheln. Die Höchstgeschwindigkeit ist ebenfalls recht limitiert, aber das past gut zum Cruisen am Strand, schließlich war der Meyers Manx im Original ja auch kein Rennwagen. Insgesamt habe ich im Urlaub viel viel Spaß mit dem kleinen Sand Rover! 

Was ich bei meinen Fahrten bisher ein wenig vermisste, besonders beim Fahren im lockeren Sand, war ein wenig mehr Kraft. Wie gesagt war mir das Modell schnell genug, aber etwas mehr "Pep" oder "Dampf" wäre schon nett. Da ich sowieso noch einen 540er Motor da hatte, baute ich ihn kurzerhand ein. Das geht problemlos, da das Getriebe dafür vorbereitet ist. Leider hatte ich aber kein 17er Ritzel da, das für dieses Fahrzeug kombiniert mit dem 540er Motor empfohlen wird. Es lässt sich jedoch auch ein 19er Ritzel einbauen. Dieses hatte ich noch in einer sehr alten, verrosteten Ausführung da. Mit dieser Kombination ist das Auto natürlich nun sehr schnell, aber auch kraftvoll. Sollte mir die Geschwindigkeit doch zu hoch sein, werde ich mir doch noch ein 17er Ritzel besorgen, ansonsten kann die Übersetzung nun so bleiben wie sie ist.

Mini Sand Rover:
Einen kleinen Gag habe ich noch zum Schluß. Irgendwann sah ich im Kaufhaus in der Spielwarenabteilung zufällig einen "Baja Bug" als Spielzeugauto von Matchbox. Nach ein wenig Suche fand sich auch ein Meyers Manx von "Hot Wheels". Daraus machte ich ein "Modell vom Modell". Die Nieten lassen sich relativ leicht aufbohren, dann kann man die Autos zerlegen. Danach lassen sie sich leicht umlakieren oder eventuell umbauen. Das Resultat seht ihr auf den nachfolgenden Bildern. Den Original-Look seht ihr ganz zum Schluß. Der Maßstab beträgt ungefähr 1:67.

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