Tamiya -Blitzer Beetle-

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Tamiya Blitzer Beetle, Modellnummer: 58122

Was für ein Modellauto nehme ich im September mit in den Urlaub...?? ;-) Diese Frage stellte ich mir im Frühjahr 2003. Es ging nach Dänemark, das bedeutete Schotterwege, Dünen und Sand, Sand, Sand... Mein Buggy würde sich sofort eingraben, der Truck würde mit seinen Reifen Tonnenweise Sand in das Chassis schaufeln... Nein, etwas Spezielles müsste her! Im Juli 2003 schaute ich mich deshalb nach einem geeigneten Modell um.

Am besten geeignet erschien mir der Dirty Willy Jeep von Conrad-Modellbau. Der hatte aber zu diesem Zeitpunkt eine Lieferzeit von 10 (in Worten: ZEHN) Wochen!!!!! Eine wahre Unverschämtheit, da er in der Internet-Datenbank als "sofort Lieferbar" aufgelistet war. Also schaute ich mich weiter um und landete schließlich beim Blitzer Beetle von Tamiya.

Ganz kurz zur Geschichte des Modells: der Blitzer Beetle ist das dritte Tamiya Modell, das die bekannte Käfer Karosserie trägt. Das erste Modell war der legendäre Sand Scorcher - wahrscheinlich das relistischste Tamiya-Offroadmodell aller Zeiten. Originalverpackte Sand Scorcher Bausätze werden heutzutage für deutlich über 1000,- Euro gehandelt. Mit dem aufkommenden "Monster-Truck" Wahn pappte Tamiya die Käfer Karosse auf ein Monster Fahrgestell und nannte das Ganze Monster Beetle. Da ich mich für Monster Trucks nie begeistern konnte, ging diese Entwicklung an mir vorbei. Heutzutage sind "Stadium-Trucks" in Mode. Also legte Tamiya ein neues Modell des Käfers auf dem Chassis des Stadium Blitzer auf und nannte ihn Blitzer Beetle. Das Käfer-"Häuschen" aber ist immer noch genau das Gleiche wie beim alten Sand Scorcher.

Die ultrabreiten Reifen mit Spike-/Blockprofil sollten sich in den Sand nicht eingraben und da das Fahrgestell ausserdem so extrem breit ist, können die Räder wahrscheinlich kaum Sand in das Chassis werfen. Da man das Modell wohl kaum umwerfen kann, erhoffe ich mir spektakuläre Drifts und Sprünge in den Dünen und am Strand. Der Heckantrieb dürfte das Ganze noch interessanter machen. Die klassische Käfer-Optik hat mir auf Anhieb so gut gefallen, daß ich mir das Modell dann schließlich gekauft habe.

Das Modell ist auf einem Kunststoff-Wannenchassis aufgebaut und besitzt Heckantrieb. Der Antriebsmotor sitzt hinter der Hinterachse - also dürfte das Modell ein für einen Käfer recht realistisches Fahrverhalten haben. Die ultralangen Schwingen sind mit Öldruckstoßdämpfern ausgestattet. Die Bodenfreiheit ist auch wegen den riesigen Reifen enorm und das Fahrzeug dürfte dadurch recht geländegängig sein. Die Karrosserie besteht aus eingefärbtem PS und ist natürlich nicht so robust wie die heutigen Karossen aus Lexan. Dafür ist sie deutlich besser detailliert und in sich selber schon ein einzigartiges Schmuckstück. Ich werde diese Karosserie entgegen meiner sonstigen Überzeugung optisch genau nach Packungsbild gestalten.

Der Zusammenbau verlief wieder mal Tamiya-typisch einfach und problemlos. Besonders gefallen hat mir die PS-Karosserie. Sie lässt sich natürlich viel detaillierter gestalten als eine Karosse aus Lexan. Daß Tamiya im Plastik-Modellbau einen sehr guten Ruf hat merkt man u.A. an der Fahrerfigur, die hervorragend zusammenpasst und sich völlig problemlos an der Karosserie befestigen lässt. Insgesamt bin ich vom Bausatz sehr beeindruckt und völlig zufrieden.

Die ersten Fahrversuche hat der Beetle im Garten hinter sich gebracht. Er reagiert wie ich erwartet hatte. Durch das Gewicht auf der Hinterachse ist die Traktion extrem gut. Durch die ellenlangen Schwingen und die dadurch sehr weite Spur ist er kaum umzuwerfen. Bei höheren Kurvengeschwindigkeiten schiebt er kräftig über die Vorderräder. Da die Hinterräder auf festem Untergrund nicht Durchdrehen, kann man Kurven nicht im Drift nehmen. Auf Sand sollte es allerdings gehen, aber das werde ich erst im Urlaub testen... Das Fahrwerk ist butterweich, die Öldruckstoßdämpfer funktionieren perfekt. Das Auto liegt wie ein Brett. Mein Tip: sämtliche dem Baukasten beiliegenden Federvorspanner benutzen - damit wird das Fahrwerk genau richtig für Geländeausritte. Etwas nervig ist das laut kreischende Getriebe, aber das ist auch schon alles. Das Auto ist optisch gesehen ein echter Hingucker. Hier noch ein paar Bilder:

Mit Vollgas am Strand:
Nun zu unserem Dänemarkurlaub: ich hatte zwei RC-Cars mit, um mich am Strand ein wenig auszutoben. Hauptsächlich wollte ich mit dem Blitzer Beetle fahren, den Stadium Raider hatte ich lediglich als Backup-Fahrzeug mit. Und was soll ich sagen... der Beetle hat mich nicht enttäuscht - im Gegenteil. Auf dem festen Sand in der Brandungszone konnte er mal über längere Strecken mit Vollgas laufen und ich muss sagen, daß er sogar in meiner absoluten Grundausstattung (so wie er aus dem Baukasten kam) nicht gerade langsam ist. Dabei läuft er schön geradeaus, wenn der Sand fest genug ist. Kommt man auf ein Stück lockeren Sand, will wegen des kurzen Radstands sofort das Heck ausbrechen, was einen Heidenspaß macht!!! Drifts und Slides sind auf etwas lockerem Sand überhaupt kein Problem. Durch seine ultrabreiten Reifen sinkt er nur minimal im Sand ein - tapfer kämpft er sich auch durch den lockersten Flugsand. Nur wenn ein Hang zu steil wird muss er die Segel streichen. Steine, Spurrillen von Autos, Löcher von Pferdehufen oder Fußsspuren im Sand werden von den ellenlangen Federwegen einfach glattgebügelt. Es ist manchmal fast nicht zu glauben, wo sich das kleine Krabbeltier überall durchwühlt - ohne angestrengt zu erscheinen. Die Hinterreifen haben dabei sehr guten Grip, die Vorderreifen führen durch die Stege gerade auf lockerem Sand optimal! Auf Teer sind die Reifen ja kaum zu gebrauchen - aber für Asphalt ist der Blitzer Beetle ja auch nicht gedacht! Hier im "großen Sandkasten" gehören die Reifen zum Besten was ich jemals gefahren habe. Was mir sehr viel Spaß gemacht hat, war mit Vollgas vom Meer auf eine Düne zuzufahren und im "Hillclimbing"-Stil zu sehen wie weit ich hinaufkomme. Das Beste dabei ist, daß der Blitzer Beetle durch seine megabreite Spur am Scheitelpunkt nicht umkippt. Meistens kann man sogar noch eine elegante Wende hinlegen und die Düne wieder hinunterkacheln. Und wie bereits vermutet bleibt das Innere des Wagens relativ sauber. Das Wannenchassis und die schöne Karosserie schützen die "Innereien" recht gut vor dem salzigen und damit aggresiven Sand. Ganz im Gegensatz zum Stadium Raider. Im Nachhinein bleibt noch festzuhalten, daß ich den Blitzer Beetle als optimalen Sand-Buggy empfehlen kann. Hat er im heimischen Garten schon Spaß gemacht, so ist er hier richtig in seinem Element!

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