Tamiya -Stadium Raider-

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Tamiya Stadium Raider, Modellnummer 58246

Bei diesem Modell handelt es sich um ein Fahrzeug von Tamiya, das den in Amerika so beliebten Pick Up Trucks nachempfunden ist. Der Zusammenbau war wieder ein Genuß! Das sogenannte "TL01-Chassis" besitzt Gleitlager und einen Allradantrieb mittels Kardanwelle, der über jede Menge Getrieberäder alle vier Reifen antreibt. Ich möchte wahrhaftig nicht wissen, wieviel Leistung auf dem Weg vom Motor zu den Rädern in den vielen Zahnrädern und Wellen auf der Strecke bleibt, aber der Antrieb verhilft dem Truck zu einem bärenstarken Auftritt.

Selbst mit dem Standard Mabuchi 540-Motor, der übrigens kurz vor der Hinterachse sitzt, schafft es das Fahrzeug noch durch hohes Gras zu fahren oder steile Böschungen zu erklimmen. Das Chassis war eigentlich für Tourenwagen-Modelle gedacht und nie als Geländewagen oder Buggy konzipiert. Das Modell ist für Kraft und Geschwindigkeit ausgelegt. Durch den hohen Schwerpunkt und die relativ schmale Spur (ist ja eigentlich ein Glattbahner) neigt der Truck dazu sich in schnellen Kurven im Gelände plötzlich zu überschlagen. Das Fahrwerk ist deshalb noch stark verbesserungsbedürftig, da die Federbeine nur federn, aber nicht dämpfen. Dadurch springt der Truck bei voller Fahrt über Bodenunebenheiten recht heftig und gerät dabei leicht aus der Bahn. Meine nächste Investition werden also Öldruckstoßdämpfer sein. Ausserdem wären Kugellager nicht schlecht, um die Reibung deutlich zu mindern und damit die Fahrtzeit zu verlängern. Die Reifen sind übrigens auf Gras und im Sand mit das Beste, was ich im Offroad-Sektor bisher gefahren habe - die Haftung ist über jeden Zweifel erhaben. Mal sehen wie lange die Reifen halten... Insgesamt macht mir einen Heidenspaß, mit diesem Gerät durch unseren Garten zu pflügen.

Verbesserung des Fahrwerks:
Eine der wichtigsten Faktoren bei diesem Auto ist die Reibung zu vermindern! Das Getriebe und die vielen Kunststofflager fressen jede Menge Energie. Die beste Lösung ist hier in jedem Falle ein kompletter Kugellagersatz. Da ich auch noch Öldruckstoßdämpfer haben wollte, um die Geländetauglichkeit zu verbessern, bot mir mein Fachhändler einen Komplettes Tuningset von Carson an. Dieses ist zwar für die DTM-Fahrzeuge von Tamiya gedacht, die auch auf dem TL01-Chassis basieren, kann aber durchaus auch für Offroad-Fahrzeuge verwendet werden. Das ebenfalls beiliegende "Speed-Getriebe" von Tamiya legte ich erstmal beiseite, da eine höhere Geschwindigkeit an diesem Modell vorerst nicht vorgesehen ist - später vielleicht... Wer das Getriebe überhaupt nicht braucht, sollte sich die Komponenten lieber einzeln kaufen, da man sonst nichts spart. Die blau eloxierten Alustoßdämpfer sind eine wahre Augenweide! Die Federvorspannung lässt sich mittels einer Rändelschraube stufenlos einstellen. Leider ist die Dämpfung für Offroad-Fahrzeuge etwas straff geraten. Die Federn sind ebenfalls etwas zu hart, weshalb ich sie um 1,5 Windungen gekürzt habe. Der neongelbe Kunststoffüberzug der Federn ist etwas schrill, passt aber sehr schön zum Showcar-Effekt meines Trucks.

Durch die Kugellager hat sich die Reibung derart vermindert, daß die Geschwindigkeit deutlich gestiegen ist. Ausserdem wird man durch eine längere Fahrtzeit belohnt. Die Öldruckstoßdämpfer funktionieren mit den gekürzten Federn recht gut, wenn auch noch nicht perfekt. Andererseits halte ich das Fahrverhalten für recht vorbildgetreu, schließlich handelt es sich hier um einen Pick-Up und nicht um einen Buggy. Durch das straffere Fahrwerk kann man weitere Sprünge machen, die sich wunderbar abfangen lassen, allerdings neigt der Wagen jetzt in schnellen Kurven noch mehr zum umkippen. Man wird als Fahrer halt ein wenig mehr gefordert. ;-) Der Truck macht jetzt deutlich mehr Spaß als vorher und die von aussen sichtbaren Stoßdämpfer verbessern deutlich die Optik. Dennoch werde ich die Dämpfer noch einmal überarbeiten müssen: sie sind für Glattbahner ausgelegt und für´s Gelände einfach zu straff. 

Mit Vollgas durch den Sand:
Bei einem Dänemark Urlaub hatte ich zwei RC-Cars mit, um mich am Strand ein wenig auszutoben. Hauptsächlich wollte ich mit dem Blitzer Beetle fahren, den Stadium Raider hatte ich lediglich als Backup-Fahrzeug mit. Aber wo er schonmal da war wollte ich ihn natürlich auch ausprobieren. Was mir als erstes auffiel, war wie schnell der Wagen ist. Auf dem feuchten, glatten Sand in der Brandungszone konnte man längere Strecken Vollgas fahren und der Wagen ist innerhalb kürzester Zeit so weit weg, daß man kaum noch erkennen kann in welche Richtung er fährt... Man sollte allerdings bei Vollgas keinen Vollausschlag mit der Lenkung machen. Durch seine ausgeprägte Kippneigung fällt das Auto gerne auf die Seite und man muss sich auf die Socken machen um ihn wieder aufzuheben. Auf lockerem Sand hat er durch seinen Allradantrieb natürlich gewisse Vorteile, aber er wühlt sich gerne ein. Mit einer Differenzialsperre würde das deutlich besser funktionieren. So bin ich am liebsten mit dem Stadium Raider High Speed auf festem Sand gefahren oder ein wenig Trial-mäßig in den Dünen. Wie gesagt ist das Handling durch den hohen Schwerpunkt nicht so optimal. Ich muss sagen, daß der Wagen im heimischen Garten auf Lehmboden oder kurzem Gras deutlich mehr Spaß macht. Hier im Sand fühlt er sich nicht so wohl - das ist eher Blitzer-Beetle Terretorium (siehe mein Bericht dort). Und noch ein weiteren Nachteil hat dieses Auto: durch das offene Chassis und die große, abdeckende Lexan-Karosserie werden Unmengen von Sand ins Auto geschleudert und bleiben dort kleben. Ein ganzer Haufen Arbeit, bis man das wieder sauber hat...

Fazit:
Obwohl das Fahrzeug durch seinen Allradantrieb keine schlechten Fahrleistungen zeigt und mitunter auch richtig Spaß macht, geht das Konzept irgendwie nicht richtig auf. Das Modell kann viel - aber nichts wirklich gut. Ein Buggy ist es nicht, ein Glattbahner auch nicht (zumindest nicht ohne Modifikationen), kein Trialer und kein Geländewagen. Aus diesem Grund fahre ich den Wagen auch nicht oft. Das Chassis wird deshalb eventuell irgendwann für einen Umbau herhalten müssen, wir werden sehen...

Nachtrag:
dann war es soweit - da ich das Fahrzeug nicht mehr benutzte, wurde es für einen Umbau "geopfert". Das Chassis war eine ganze Weile als "Sand Scorcher Replika" unterwegs (siehe den entsprechenden Bericht in der RC-Rubrik). Nachdem ich jedoch einen Bausatz des echten "Sand Scorcher" erwerben konnte, war das Chassis wieder frei. Mittlerweile ist der Stadium Raider ja auch nicht mehr der Jüngste. Deshalb entschloss ich mich ihn erst einmal wieder in den Ursprungszustand zu versetzen (bis auf die Tuningmaßnahmen und die Räder), in der Hoffnung, daß er ein Tamiya-Klassiker wird. In diesem Zustand werde ich das Fahrzeug erst einmal lassen. Und ganz ehrlich gesagt gefällt er mir mit den neuen Rädern auch sehr viel besser als im Ursprungszustand. Ich betrachte den Truck als schnellen Glattbahner mit leichten Offroad-Ambitionen, also eine Art SUV.

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