Bahndienstfahrzeug Klv 20

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Eigentlich gehört dieses Modell nicht hierher, aber eigentlich doch... Klar, das ist ein Modell meiner Gartenbahn, die man sich HIER anschauen kann. Andererseits ist das Modell RC-Betrieben und vor allem ein kompletter Umbau eines Standmodells. Interessant? Aber sicher doch!

Dennoch kann ich die ersten Zweifler bis hierhin hören: "so´n Quatsch, sowas gibt´s doch gar nicht... Pfff - VW Bus auf Schienen..." Hab ich mir die Idee tatsächlich nur aus den Fingern gesaugt...?? Weit gefehlt! Ja, solche Fahrzeuge hat es bei der Bahn tatsächlich gegeben! Hier ist die Geschichte dazu:

Im Jahre 1955 bestand bei der jungen Bundesbahn der Bedarf an einfachen, robusten und vor allem kostengünstigen Bahndienstfahrzeugen. Es erwies sich als vorteilhaft, auf Großserientechnik aus dem Automobilbau zurückzugreifen. Man entschied sich letztendlich für den Transporter T1 von Volkswagen, landläufig als “Bully” bekannt. Die original Karosserie wurde komplett beibehalten, ebenso wie der luftgekühlte Boxermotor mit 24 PS Leistung. Das Ganze wurde dann auf einen Stahlrahmen gesetzt. In der Mitte des Rahmens gab es eine Hebevorrichtung, mit der das Fahrzeug im Schwerpunkt auf der Schiene gehoben und gedreht werden konnte. 30 Stück dieser nun Klv 20 genannten Draisinen wurden von den Firmen Beilhack und WMD ausgeliefert. Spätestens Ende der 70er Jahre wurden die Fahrzeuge ausgemustert. Ganz wenige Exemplare überlebten bis heute.

Die Firma Brekina hat als erstes einen Nachbau dieses Fahrzeugs für die Gartenbahn vorgestellt. Dieses Modell ist auch gar nicht mal so teuer und erfreut sich unter Gartenbahnern großer Beliebtheit. Dennoch dachte ich mir: das kann man doch auch selber bauen - und dann direkt mit Fernsteuerung. Mein Hintergedanke dabei: ich hatte noch ein "Carson xMod" Fahrzeug zuhause herumliegen. Daraus könnte ich die RC-Elektronik für das Schienenfahrzeug nehmen. Zwei passende Achsen mit Rädern für die Gartenbahn hatte ich auch noch in meinem Fundus. Also hatte ich den Ehrgeiz meine Version eines Klv 20 zu bauen, und zwar so günstig wie irgend möglich. Und wenn ich die Fernsteuerung nicht mitrechne, dann habe ich es tatsächlich für ca. 30,- Euro geschafft.

Also fassen wir noch einmal zusammen: Basis ist ein Metallspritzgußmodell eines VW Samba-Bus von Maisto im Maßstab 1:24. Als Antrieb dient das sogenannte "Vario-Getriebe" von Conrad inkl. Elektromotor, die Achsen mit Rädern sind Ersatzteile von LGB. Die Fernsteuerung inkl. Empfangsteil und elektronischem Fahrtregler kommt aus einem geschlachteten Carson xMod. Der Akkuhalter und die vier "AAA" Akkus sind ebenfalls vom Conrad. Farben, Lacke, Klebstoffe und Kleinteile sind aus meinem Modellbau Fundus.

Und wieder höre ich die "Nietenzähler" (nicht abfällig gemeint!) sagen: "aber du hast ja einen Samba-Bus genommen - das ist nicht richtig, denn das Original war auf Basis des T1a in Kombi-Ausführung!" Dazu gebe ich zu bedenken: genaugenommen hat es den Klv 20 sowieso nie in Schmalspurausführung gegeben, sondern nur als Regelspurfahrzeug. Da ist es doch durchaus denkbar, daß sich findige Mitarbeiter einer Nebenbahn ihr Bahndienstfahrzeug auf Basis eines Samba-Bus selber gebaut haben, oder...?! Ausserdem: erlaubt ist sowieso was gefällt, und mir gefällt meine Klv 20 Interpretation.

Vielleicht noch kurz ein Wort zu den Fahrleistungen: mit der XMod Fernsteuerungselektronik läuft das Fahrzeug ganz wunderbar. Nur bei Langsamfahrt braucht man ein sensibles Fingerchen am Gashebel, da sich das schwere Gefährt etwas träge in Gang setzt und entsprechend auch laaaange ausläuft. Zum Glück hat der Fahrtregler eine Bremsfunktion. Die erreichbare Geschwindigkeit ist maßstäblich gesehen viel zu hoch, aber man kann sich ja zügeln. Durch das hoche Gewicht der Metallkarosserie liegt das Fahrzeug satt auf den Schienen und macht durch die Metallräder auf den Schienenstößen auch "vorbildgerechte" Geräusche. In engen Kurven heisst es aufpassen: die enge Spur, der hohe Schwerpunkt und die hohe erreichbare Geschwindigkeit lassen das Fahrzeug sonst leicht umkippen.

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