Umbau eines Renault Kangoo zum Mini-Wohnmobil? Warum...?!

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Allgemeine Infos über unseren Renault Kangoo findet ihr in der entsprechenden Rubrik im Hauptmenü.
 
ACHTUNG, wichtiger Hinweis: diese Bauanleitung ist nur als Anregung zu verstehen. Die von mir entworfene Campingausrüstung ist nicht sicherheitsgeprüft! Ein Nachbau erfolgt auf eigene Gefahr. Ich bin nicht für eventuelle Schäden oder Verletzungen verantwortlich zu machen! 
 

 
Ein Renault Kangoo als "Wohnmobil"... Was soll das denn?!?! Funktioniert das überhaupt? Wer braucht denn sowas? Solche Fragen begegnen mir häufig, wenn ich meine Pläne vorstelle. In diesem Falle fange ich dann immer ganz vorne an... In meiner Kindheit gab es bei uns nur Campingurlaub. Hotelurlaub oder Pauschalreisen kannte ich nur von Erzählungen. So ist Camping für mich zu etwas Selbstverständlichen und Alltäglichen geworden. Immerhin hatten meine Eltern einen Wohnwagen. Alt und klapprig zwar, aber gegenüber einem Zelt ein Hauch von Luxus. Der Traum meines Vaters war es jedoch immer ein Wohnmobil zu besitzen. Im zarten Alter von etwa 12 Jahren half ich meinem Vater einen Lieferwagen (Opel Bedford Blitz) als Camper auszubauen. Mit diesem Selbstausbau hatte sich mein Vater einen Traum erfüllt und auch ich konnte mich der Faszination des Selbstausbaus nicht entziehen. Leider wurde der Camper nie in seinem eigentlichen Sinne benutzt sondern recht schnell verkauft. Die Zeit verging und ich wurde erwachsen. Meine ersten selbstständigen Urlaube fanden mit Auto und Zelt statt, wobei ich immer neidisch auf die WoMos schielte... Jahre später kauften meine damalige Freundin (meine jetzige Frau ;-) ) und ich einen alten, klapprigen Mercedes 206 Diesel, der einen selbstgestrickten Campingausbau hatte. Der Bus hatte den Namen "Fuzzy" und begleitete uns auf einer wunderbaren Tour durch Deutschland, Österreich und Italien. Leider mussten wir ihn wegen diverser Mängel nach ca. anderthalb Jahren verkaufen. Unserem "Fuzzy" weine ich noch jetzt hinterher, verkörperte er doch letztendlich unseren Urlaubstraum. Nach der Geburt unseres ersten Kindes war schnell klar, daß ein solches Fahrzeug aus Kostengründen für längere Zeit nicht mehr uns gehören sollte...

Vor Kurzem mussten wir uns ein neues Auto anschaffen, weil wir als kleine Familie platzmäßig mit unserem Kleinwagen nicht mehr auskamen. Unsere Wahl fiel auf ein Auto der sogenannten Hochdachkombi-Klasse: ein Renault Kangoo. Und mit diesem Auto erinnerte ich mich an einen Traum, den ich einmal hatte als ich noch Single war... Ich wollte mir damals immer ein Auto der Hochdachkombi-Klasse anschaffen und als Mini-Wohnmobil ausbauen. Mit festinstallierten Möbeln und ausklappbarem Bett. Dabei hätte ich allerdings zu einem Kastenwagen gegriffen - ohne Rücksitzbank. Da dies mein einziges Auto gewesen wäre hätte es natürlich voll alltagstauglich und tiefgaragenfähig sein müssen - deshalb Hochdachkombi. Im Internet findet man auch einige pfiffige Ideen und Ausbauten. Ihr denkt dafür gibt´s keinen Markt? Das machen nur ein paar Spinner und Individualisten...? Weit gefehlt! Viele reagieren sehr erstaunt wenn sie erfahren, daß es z.B. von Renault ein Wohnmobilpaket ab Werk für den Kangoo gibt. Es nennt sich "Carpe Diem" und ist eine professionelle Lösung (Nachtrag 2011: "Carpe Diem" ist nicht mehr erhältlich). Mit 1200,- Euro nicht ganz billig, aber immerhin jederzeit nachrüstbar.

Nicht professionell genug...?! Hat nicht viel von einem "echten" Wohnmobil? Kein Problem! Der Hersteller "ZOOOM" geht einen Schritt weiter und rüstet Hochdachkombis mit einem Aufstelldach aus, wie man sie z.B. vom klassischen VW-Campingbus kennt. Zudem werden im Innenraum Möbelelmente verbaut, die u.A. einen Kocher und eine Spüle beinhalten können. Ein Tisch, ein Doppelbett im Aufstelldach und ein zusätzliches im Innenraum machen aus dem Hochdachkombi ein vollwertiges kleines Wohnmobil.


Entschuldigt das schlechte Handy-Foto, aber man sieht nur ganz selten ein ZOOOM-Mobil im Straßenverkehr!

Immer noch kein "richtiges" Wohnmobil...?! Den wohl radikalsten Schritt geht die Firma "MiniCamper". Hier wird der rückwärtige Teil des Hochdachkombis abgetrennt und durch eine "echte" Wohnmobilkabine aus GFK ersetzt. Hier hat man quasi ein teilintegriertes Wohnmobil auf PKW-Basis. Die aufwendigste und teuerste Lösung, aber eine tolle Sache. Wer das nicht als Wohnmobil anerkennt, dem ist nicht mehr zu helfen... ;-) (Nachtrag 2011: Firma scheint nicht mehr zu existieren.)
 
Zurück zu unserem Renault Kangoo... Nun haben wir also dank Familienzuwachs einen Hochdachkombi. Natürlich kann ich diesen jetzt nicht einfach so ausbauen, da wir ihn täglich als Alltagsfahrzeug brauchen. D.h. es muss also ein Lösung her, die schnell ein- und wieder ausgebaut werden kann, den Fahrgastraum während der Fahrt nicht verkleinert und doch möglichst viel Komfort bietet. Kaum zu glauben, aber auch das gibt es zu kaufen. Solche Lösungen werden in der Regel "Campingkiste" genannt und bestehen aus eben einer Holzkiste, die man in den Kofferraum stellt und aus der man dann das Bett herausklappen kann. Eine der günstigeren Varianten, die man kaufen kann und die mir zudem sehr gut gefällt kommt von der Firma "Dielectric".
 
Obwohl die Dielectric-Box günstig zu haben ist, war mir auch diese eigentlich zu teuer. Schließlich handelt es sich bei diesem Ausbau nur um einen "Spleen" von mir, der das Familienbudget nicht oder nur ganz gering belasten soll. Somit kam ich um einen Selbstbau nicht herum. Im Internet finden sich einige mehr oder weniger gut gemachte Selbstbauten von Campingkisten. Man kann sich also in Ruhe inspirieren lassen und sich die Rosinen aus dem Kuchen herauspicken. Letztendlich aber dürfte es die perfekte Campingkiste nicht geben, da jeder andere Vorstellungen hat. Deshalb muss trotz Vorlagen noch genug eigener Gehirnschmalz investiert werden.
 
Hier nun also meine eigene Lösung zum Thema: Renault Kangoo als Mini-Wohnmobil. Die einzelnen Phasen des Projekts habe ich zur besseren Übersicht aufgeteilt, also bitte den gewünschten Beitrag aus der Beitragsliste wählen.
 
Eine Frage habe ich noch gar nicht beantwortet: warum das Ganze? Nun, der Vorteil eines Wohnmobils, sei es nun groß, klein oder winzig sind nicht von der Hand zu weisen. Ein Auto kann man jederzeit irgendwo abstellen und darin schlafen (offiziell heisst es "zur Wiedererlangung der Fahrtüchtigkeit", aber das ist ja Auslegungssache...), mit einem Zelt geht das nicht. Mal spontan am Wochenende wegfahren ist jederzeit möglich - auch ohne Campingplatz. Viele Gemeinden haben mittlerweile sogenannte Wohnmobilstellplätze ausgewiesen, wo man offiziell stehen darf. Diese haben mittlereweile oft sogar gegen kleines Entgelt Ver- und Entsorgeeinrichtungen. Will man mal zu einer netten Gartenparty gehen muss man nicht mehr losen wer nach Hause fährt. Ob man das alles im Alltag so nutzen wird sei mal dahingestellt, aber ich möchte wenigstens die Möglichkeit haben. Und zu guter Letzt habe ich festgestellt, daß ich nicht mehr im Zelt übernachten möchte. Ein guter Freund meinte daraufhin zu mir: "Du wirst alt...". Vielleicht hat er Recht...

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