eBike / Pedelec Cyco 28 Alu

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Mein Einstieg in die elektrische Mobilität! Aber was hat ein Pedelec ausgerechnet hier in der Kategorie "Motorräder" zu suchen...? Nunja, es ist ein Zweirad und es hat einen Motor, ich denke das ist ausreichend. Schließlich waren weder mein Quad noch mein Roller Motorräder und sie befinden sich trotzdem in dieser Katagorie. Doch genug davon.

Warum nun ein Pedelec und warum ausgerechnet dieses vom Discounter ALDI? Ganz einfach - dieses eBike wurde mir von jemanden geschenkt, der auf ein höherwertiges Pedelec umgestiegen ist! Mit dem Gedanken eines Pedelec oder gar eines Elektrorollers habe ich allerdings schon öfters gespielt. Gerade jetzt im Sommer 2012, wo sich die Spritpreise auf Rekordniveau bewegen wird das Thema wieder aktuell. Diese Fahrrad ist vier Jahre alt und stammte wie gesagt ursprünglich aus der ersten vom Discounter verkauften Pedelec Reihe von 2008. Allgemein werden Pedelecs vom Discounter gerne mal etwas "schlechtgeredet". Da dieses Exemplar aber schon vier Jahre störungsfrei lief (wurde regelmäßig genutzt), kann es ja nicht wirklich schlecht sein. Ich möchte es für den Weg ins Büro nutzen, mehr oder weniger regelmäßig.

Zunächst einmal die Fakten:

  • Hersteller: Cyco / Rex / Prophete / ... (Großhersteller aus China, vom Discounter gelabelt)
  • Typ: Pedelec Unterstützung bis 25 km/h
  • Rahmengröße: unbekannt, unisex "city bike"
  • Material Rahmen: Aluminium
  • Felgengröße: 28 Zoll
  • Schaltung: Sram 7-Gang Nabe
  • Motor: Bafang Radnabenmotor Vorderrad, 24V, 240W
  • Akku: Li-Ion, 24V, 10Ah, abschließbar
  • Unterstützungsstufen "eco" und "manuell" Modus (E/M), umschaltbar
  • manueller Modus über Drehgasgriff
  • Schlüsselschalter und Ladezustandsanzeige am Akku
  • Bremsen: V-Brake vorne und hinten, Rücktritt
  • Elastomer Federgabel
  • gefederte Sattelstütze
  • Gepäckträger, Schutzbleche, Ständer, StVZO konforme Beleuchtung mit Standlicht

 

Der Motor leistet in etwa ein Viertel Kilowatt, das sind ungefähr 0,34 PS. Klingt wenig, aber es handelt sich hier schließlich um ein Fahrrad! Dafür hat der Nabenmotor Elektromotor-typisch ein recht gutes Drehmoment von Anfang an. Man sollte bei einem drittel PS allerdings keine Wunder erwarten. Da es sich um ein legales Pedelec handelt, wird der Motor nur zugeschaltet wenn man tritt. Am Akku befindet sich ein Zündschloss wie beim Auto. Hier muss der Akku eingeschaltet werden. Es dauert etwa zwei Kurbelumdrehungen bis der Motor anläuft. Genauso läuft er wenige Sekunden nach, wenn man aufhört zu treten. Beim Bremsen wird der Motor sofort abgeschaltet. Im "E-Modus" setzt der Motor sanft ein und unterstützt den Fahrer leicht summend beim Treten bis ca. 16 km/h. Den Effekt kann man mit einem mäßigen Rückenwind vergleichen. Man muss allerdings noch aktiv mittreten um von der Stelle zu kommen. Im "M-Modus" bestimmt man mittels Drehgriff selber wieviel Kraftunterstützung man bekommt. Dreht man auf "Vollgas" zieht der Motor mit einem U-Bahn ähnlichen Geräusch an. Auf gerader Strecke könnte man nun "leer" mittreten und trotzdem auf 25 km/h kommen. Sobald allerdings eine Steigung auftritt, fällt die Geschwindigkeit stark ab. In einem hohen Gang leicht mittretend fährt man hier am besten. Dabei wird der Schub ab 25 km/h ständig ab- und wieder zugeschaltet, was ich allerdings als nicht besonders störend empfinde, da es sanft geschieht. An Steigungen ist der Antrieb sehr hilfreich, allerdings bricht mein Akku (immerhin vier Jahre alt) an längeren Steigungen gerne schon einmal ein und muss per Schlüsselschalter "resettet" werden. 

Der Akku kann zum Laden entnommen werden, wofür man ihn mit dem "Zündschlüssel" entriegeln muss. Um ihn nach oben herauszuziehen, muss allerdings der Sattel abgenommen werden. Dank Schnellspanner kein großes Problem, aber etwas lästig. Natürlich kann der Akku auch im Fahrzeug geladen werden.

Kindersitz: die Befestigung unseres "Römer" Kindersitzes gestaltete sich schwierig. Durch die Konstruktionsweise des Rads ist eine Montage des Halters eigentlich nicht möglich, da das Sattelrohr (und nur da darf der Halter gemäß Anleitung montiert werden) direkt am Akku liegt und durch diesen verdeckt wird. Ich habe dennoch einen Weg gefunden. Ganz oben am Ende des Sattelrohrs ist noch ein Stückchen frei. Ich habe den Halter nun umgedreht montiert und zudem den Kunststoffüberzug entfernt (siehe Foto). Nun klemmt der Halter gut fest und der Akku kann trotzdem noch entnommen werden. Der Sitz ist zwar nun etwas hoch und weit vorne, aber alles noch im Rahmen! Für den Kindertransport ist der Elektroantrieb jedenfalls eine deutliche Erleichterung.

Mittlerweile habe ich mit dem eBike etwa 150 km zurückgelegt und kann eine erste Bilanz ziehen. Fakt ist: das Radfahren macht wieder richtig Spaß! Ich hätte nie gedacht, daß ich persönlich wieder so gerne mit dem Fahrrad ins Büro fahre. Auch Familienausflüge sind wieder möglich. Die Kraftanstrengung ist wirklich deutlich niedriger als mit einem normalen Fahrrad. Aber Vorsicht: getreten werden muss trotzdem noch, sonst tut sich nichts. Und auch an steilen Hängen sollte man keine Wunder erwarten. Mit der Zeit lernt man auch mit dem Strom effizienter umzugehen. Bisher habe ich im Büro immer nachgeladen. Mittlerweile habe ich nach der Hinfahrt noch drei "Energiepunkte" (von Vieren) übrig, werde also demnächst nicht mehr nachladen. Und was macht die Fitness? Also um körperlich fit zu werden ist ein eBike sicher nicht gedacht. Aber bevor man sich gar nicht mehr bewegt ist das Ganze sicher eine Überlegung wert.

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