Kymco Vitality 50 4T

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Diesen Roller haben wir uns als Ersatz für das unzuverlässig gewordene Quad angeschafft. Dabei waren die Vorgaben ganz einfach. Wir brauchten ein Fahrzeug, mit dem ich die 7km täglich (einfache Strecke) ins Büro fahren kann, das zuverlässig und unauffällig seinen Dienst tut, sparsam ist, flink genug ist um im Stadtverkehr mitschwimmen zu können, schmal genug ist um sich mal am täglichen Verkehrschaos "vorbeiwuseln" zu können, umweltfreundlich ist und zu guter Letzt wir beide fahren können (meine Frau besitzt keinen Motorradführerschein).

So ein Fahrzeug ist eigentlich nur in der 50er Rollerklasse zu finden. Und wenn man ausserdem Wert auf Umweltverträglichkeit und Sparsamkeit legt, kommt eigentlich nur ein Roller mit Viertaktmotor in Frage. Nachdem ich nun über zwei Jahre das Quad mit Zweitaktmotor gefahren habe, kann ich den Viertaktmotor des Rollers gar nicht hoch genug loben. Der dezente Klang, der seidenweiche Lauf, das Dahingleiten völlig ohne Vibrationen sind Balsam für die Seele. Daß die Kleidung nicht mehr nach Zweitaktöl stinkt kommt noch hinzu.

Warum haben wir uns nach den Problemen mit dem Quad wieder für ein Kymco-Fahrzeug entschieden? Nun, die Probleme mit dem Quad waren etwas schwer zu erklären und selbst mein Händler wusste keinen Rat mehr. Dafür kann man kaum Kymco einen Vorwurf machen. Die Qualität und Verarbeitung von Kymco bleibt dabei weiter vorbildlich. Ausserdem besitzt Kymco sehr lange Erfahrung mit Rollern (viel länger als mit Quads). Daß Kymco ausserdem einer der wenigen Rollerhersteller ist, der einiges an Erfahrung mit kleinen Viertaktmotoren hat, sei hier auch mal erwähnt. Und zudem hat mein Händler netterweise mein Quad in Zahlung genommen! Der Kymco Vitality 4T Roller gilt als besonders langlebig und zuverlässig. In Rollerkreisen, die ja meist von Jugendlichen bestimmt werden, spielt er dennoch keine große Rolle. Ein Viertakter ist einfach von der Leistungschrakteristik her nichts worauf Kids abfahren, ausserdem hat man einen Zweitaktmotor schneller und einfacher "frisiert" als den doch recht komplexen Viertakter. Und da das Design des Vitality anscheinend auch nicht so gut ankommt ist auch die Zweitaktversion des Vitality kein Bestseller.

Gehen wir nochmals kurz auf den Motor ein. Die strengen Abgasvorschriften der zukünftigen EU-Richtlinien werden über kurz oder lang das Ende für den klassischen Zweitaktmotor sein. Schon jetzt werden diese Motoren stark mit Drosseln und Katalysatoren zugestopft, um die aktuelle Abgasnorm zu erreichen. Schon bald wird das aber auch nicht mehr reichen und der Viertaktmotor wird in der Schnapsglasklasse den Ton angeben. Aber noch ist es nicht soweit und doch gibt es auch heute schon gute Gründe sich für einen Viertakter zu entscheiden (siehe oben). Das Angebot ist jedoch sehr begrenzt. Richtige Erfahrung hat eigentlich nur Honda, die schon vor vielen Jahren in der Dax und Monkey kleine Viertaktmotoren angeboten haben. Leider haben sie aber ausser dem sehr extravagand gestalteten Zoomer aktuell keinen klassischen Viertaktroller im Programm. Piaggio hat einen neuen Viertakter Namens ZIP II auf den Markt gebracht, der allerdings noch stark mit Motorproblemen zu kämpfen hat. Kymco hat schon 1997 den Filly als Viertakter auf den Markt geworfen, der aufgrund seiner recht lahmen Motorcharakteristik jedoch nie ein Erfolg auf dem heimischen Markt wurde. Allerdings sah das auf dem asiatischen Markt ganz anders aus - dort wurde der Filly zu einem riesigen Erfolg, weil dort andere Tugenden zählen. Er wurde so erfolgreich, daß er von anderen Firmen, hauptsächlich aus China, einfach kopiert und unter eigenem Markennamen verkauft wurde. Seit in Deutschland das "Geiz ist geil" Prinzip herrscht, überschwemmen diese chinesischen Filly-Kopien den deutschen Markt, wo sie hauptsächlich in Baumärkten oder im Internet zu Preisen von 600,- bis 1200,- Euro unter den Namen "Ecobike, Rex, Baotian, etc..." verkauft werden. Wenn man sich vor Augen hält, daß so ein Roller im Einkauf etwa 300,- Euro kostet, dann kann man sich ja eigentlich denken von welcher Qualität die verwendeten Materialen sein müssen. Ich möchte diese Roller hier nicht grundsätzlich schlecht machen!!! Ich kenne einige Leute, die damit sehr zufrieden sind, denn sie nehmen Qualitätseinbußen bewusst in Kauf. Nur wer ein zuverlässiges Fahrzeug für jeden Tag sucht, der sollte doch ein wenig mehr Geld ausgeben. Aufgrund der guten Erfahrungen mit dem Filly-Viertakter hat Kymco nun einen neuen Viertaktmotor entwickelt, der Schritt für Schritt das Zweitaktprogramm ablösen wird. Zuerst wird der Motor im Agility und im Vitality angeboten. Der Agility ist im unteren Preissegment anzusiedeln, der Vitality in der Mitte. Und für diesen Vitality haben wir uns nun entschieden.

Angaben zum Fahrzeug:
VITALITY 50 4-Takt
Farbe: rot
Länge: 1940 mm
Breite: 700 mm
Höhe: 1120 mm
Leergewicht: 97 kg
Zul. Gesamtgewicht: 251 kg
Tankinhalt: 5,5 Liter (bleifreies Benzin)
Höchstgeschwindigkeit: 45 km/h (offiziell)
Motor Bauart:1-Zylinder-Viertaktmotor gebläsegekühlt
Katalysator: Ja
Hubraum: 49 ccm
Leistung: 2,6 KW (3,8 PS) bei 7.500 U/min.
Zündung : elektronische Zündung (CDI)
Batterie: 12 V/ 4 AH
Starter: Elektro/Kick
Kupplung: Fliehkraft-Automatik
Getriebe: Variomatik
Rahmen: Stahlrohr-Rahmen
Federung vorne: hydraulische Teleskopgabel
Federung hinten: Triebsatzschwinge hydraulisch gedämpft (1 Federbein, verstellbar)
Bremse vorne: Scheibe
Bremse hinten: Trommel
Reifen vorne: 120/70-12
Reifen hinten: 130/70-12
Listenpreis: 1845,- Euro all. inkl.
Erstzulassung: März 2006

Thema Ausstattung: wie es sich für ein Kymco-Fahrzeug gehört ist der Roller üppig mit allem ausgestattet, was man als Rollerfahrer erwarten kann! Ein E- und Kickstarter sind selbstverständlich. Dank Unterdruckbenzinhahn entfällt das Gefummel mit der Reserveschaltung, man sollte halt nur die Benzinuhr im Auge behalten. Neben den Tacho gibt es auch noch eine Zeituhr im Cockpit, die mit einer unabhängigen Batterie arbeitet. Ein Gepäckträger ist genauso vorhanden wie ein Seitenständer (wobei mir der Sinn eines solchen vorerst verborgen bleibt). Der sehr helle Halogen-Scheinwerfer hat Fernlicht mit Lichthupenfunktion. Der Blinker wird durch lautes Tackern akustisch angezeigt, zusammen mit zwei Kontrolleuchten. Das große Rücklicht ist sehr hell und in Klarglasoptik ausgeführt. Im Beinschild gibt es leider kein Fach, dafür aber einen ausklappbaren Gepäckhaken. Selbstverständlich gibt es unter der abschließbaren Sitzbank ein großes Helmfach, das mit üppigen 10kg beladen werden darf. Im Hinterrad verzögert eine klassenübliche Trommelbremse, am Vorderrad hält eine Scheibe mit Doppelkolbenbremszange den Roller sicher im Zaum. Die Verarbeitung liegt auf hohem Niveau, die verwendeten Kunststoffe sind von guter Qualität. Nichts klappert oder wackelt, lediglich die Schweißstellen könnten etwas besser gegen Korrosion geschützt sein.

Erfahrungen: der Roller ist noch nagelneu, deshalb kann ich noch nicht so viele Angaben machen. Grundsätzlich sagt mir das Fahrverhalten sehr zu. Klar, der Viertakter ist nicht gerade temperamentvoll, aber im Gegensatz zum Quad wirkt er geradezu wie eine Rakete. Der gesamte Auftritt ist unauffällig und dezent. Nach einem Kaltstart, besonders bei Frost, zickt der kleine Motor etwas bevor er rund läuft. Dann aber entfaltet er seine Kraft ohne zu murren. Wenn man an einer Ampel steht, glaubt man kaum daß der Motor läuft, so leise ist er. Das Anfahren geschieht völlig ohne die kreischende akustische Untermalung eines Zweitakters. In der Tat geschieht das so unauffällig, daß man unbewusst denkt man käme nicht vom Fleck. Aber schon nach kurzer Zeit stehen knapp über 50 km/h auf dem Tacho. Da Rollertachos in der Regel etwas voreilen dürfte die tatsächliche Geschwindigkeit bei knapp unter 50 km/h liegen. Ich werde das mit dem GPS mal ausmessen, wenn ich den Roller eingefahren habe. Jedenfalls reicht das gut aus, um im Stadtverkehr mitzuschwimmen. Daß immer noch einige Hirnis denken sie müssten sich mit ihren Karossen vorbeiquetschen ist nunmal in diesem Land so! Ein Versicherungskennzeichen scheint in Deutschland oft einen Überholzwang auszulösen... Obwohl diese Situationen aufgrund der höheren Geschwindigkeit und der schmalen Silhouette nicht so häufig sind wie beim Quad, kommt es dennoch ab und an zu haarsträubenden Fehleinschätzungen der Überholenden! An Steigungen fällt die Geschwindigkeit deutlich zurück, da hat der Viertakter einfach nicht genug Pepp. Allzu langsam wird er aber trotzdem nicht. Bei Gegenwind dauert es etwas länger bis der Roller auf Touren kommt, jedoch wird er dadurch nicht wesentlich langsamer! Auf längeren Etappen läuft der Roller herrlich ruhig und fast völlig ohne Vibrationen. Das sonore Brummen des Motors wird überhaupt nicht als störend empfunden. Dem anfänglich etwas harten Fahrwerk habe ich durch Nachlassen der Federvorspannung am Heck und Absenken des Reifenluftdrucks etwas mehr Komfort verpasst. Schlechte Wegstrecken, Schlaglöcher oder Bahnübergänge stauchen einen trotzdem gut durch - liegt wahrscheinlich an den kleinen Rädern. Mit meinen 1,85 Metern passt die Ergonomie gerade noch. Wenn ich allerdings auf der Sitzbank ganz nach vorne rutsche, stoße ich mit dem Knie an den Schlüssel. Apropos Sitzbank: diese ist sehr komfortabel gepolstert und zudem rutschfest genarbt. Besser geht´s kaum!

Als Fazit kann ich sagen, daß ich mein ideales Stadtfahrzeug gefunden habe. Kein Kleinfahrzeug hat mich auf Anhieb so überzeugt wie der Kymco Vitality 4T! Auch nicht das Quad... Vielleicht war es etwas vermessen zu glauben, daß ein Quad als Alltagsfahrzeug taugen könnte. Beim Roller jedenfalls habe ich ein viel besseres Gefühl, auch wenn ich das Anfangs nie geglaubt hätte... So ist es im Endeffekt vielleicht sogar ein Segen gewesen, daß das Quad seinen Geist aufgegeben hat. Und was fast noch das Schönste ist: meine Frau fährt den Roller auch!

Zwischenbericht, 500 km:
Die Geschwindigkeitsmessung per GPS war etwas ernüchternd: in der Regel 46 km/h, manchmal (unter günstigen Bedingungen) 47 oder 48 km/h. Kymco weiss anscheinend wie man gute Drosseln baut. Die Erstinspektion bei 500km kostete genau 101,- Euro. Das Öl der etwas bockigen Gabel wurde durch eine etwas weichere Variante getauscht, was sich aber in der Praxis leider kaum bemerkbar macht. Beim Kaltstart unter 10 Grad braucht der Motor nach wie vor ein wenig Zeit bis er sauber läuft. Bis dahin ist er etwas unwillig und bricht beim Anfahren gerne mal ein wenig ein. Aber nichts über das man sich aufregen müsste. Bei wärmeren Temperaturen läuft der Motor deutlich besser. An Defekten gab es bisher nur ein unbedeutendes Getriebeölleck an der Ablaßschraube , was aber von meinem Händler mit einer neuen Dichtung schnell beseitigt wurde. Nach wie vor bin ich von dem Roller sehr überzeugt.

Zwischenbericht, 1000 km:
Nach nunmehr tausend gefahrenen Kilometern habe ich nun schon einen ganz guten Überblick über den Roller bekommen. Vor kurzem hatte ich die Möglichkeit einen baugleichen Vitality 4T zu fahren, bei dem eine Variobuchse ohne Bund (also ohne Drosselung) eingebaut war. Diese winzige Änderung änderte das Fahrverhalten nicht, ausser daß die Höchstgeschwindigkeit um 5 bis 6 km/h stieg. Mit dem GPS habe ich knapp über 50 km/h gemessen. Der Tacho zeigte knapp unter 60 km/h an. Das Mitschwimmen im Verkehr war eindeutig besser möglich und der "Überholzwang" der Autofahrer wurde etwas abgebremst. Am seidenweichen Lauf des Motors und der eher mäßigen Beschleunigung änderte sich nichts. Eine solche, dezente Entdrosselung halte ich also für recht sinnvoll für jemanden der lediglich etwas besser im Verkehr mithalten möchte ohne sonderlich aufzufallen. Leider habe ich mir selber (und meiner Frau...) verprochen den Roller im Originalzustand zu lassen, so daß unser Vitality nicht entdrosselt wird! Aber auch so kommt man angenehm voran! Am Roller selber gibt es weiterhin nichts auszusetzen. Jetzt im Sommer macht das Fahren natürlich besonders viel Spaß! Das Einzige was mich immer noch stört ist das Fahrverhalten des Viertakters direkt nach einem Kaltstart. Die Gasannahme ist dann zögerlich und zäh, manchmal kommt man kaum vom Fleck. Das Ganze verschwindet erst nach ein paar Minuten Fahrt. Erst bei Aussentemperaturen um die 30 Grad kann man sich auf den Roller setzen und sofort ohne Gestotter losfahren. Ich weiss daß das eine Marotte von Viertaktern ist, aber besonders in der Stadt, wo man vom Start weg nicht direkt für ein paar Minuten Vollgas fahren kann, ist es mutunter echt nervig wenn man von einer Ampel nicht richtig wegkommt. Dennoch: auch mit dieser Eigenart kann man durchaus zurechtkommen! Für mich immer noch kein Grund wieder zu einem Zweitakter zu greifen! Und wie gesagt: nach ein paar Minuten Fahrt verschwindet dieser Effekt völlig.

Zwischenbericht, 1500 km:
Hab ich eigentlich schon von dem seltsamen Verhalten der Tankuhr berichtet...?! Nach dem Volltanken verharrt diese wie festgenagelt für sehr lange Zeit auf "voll", um dann plötzlich in aller windeseile innerhalb weniger Kilometer rapide auf "leer" zu fallen, wo sie wiederum verharrt. Aber erst wenn die Anzeige auf deutlich UNTER "leer" gefallen ist, sollte man die nächste Tankstelle ansteuern. Kurios, nicht...?! Aber da mir dieses Verhalten von mehreren Kymco Fahrern bestätigt wurde, nehme ich das einfach mal so hin. Ich tanke übrigens Normalbenzin, was völlig ausreichend ist. Wer Super oder gar Super Plus tankt, hat eindeutig Geld zuviel... ;-) Der Roller läuft immer noch tadellos, es gibt absolut nichts zu bemängeln. Obwohl er ständig im Freien steht, sind nur an vereinzelten Schweißnähten ganz leichte Rostspuren zu sehen, die von mit mit Hammerite überpinselt werden und damit auch in Zukunft erledigt sind. Daß der Auspuff vor allem in Bereich des Krümmers rostet ist für mich kein Magel, sondern eine normale Erscheinung. Ach ja - eine Sache noch: nach einer ganz normalen Fahrt sah ich im rechten Lenkerbereich plötzlich einige Tropfen Bremsflüssigkeit. Ich hab sofort die Lenkerverkleidung abgeschraubt und nachgesehen. Anscheinend waren die Dichtungen am Ausgelichsbehälter der Bremsflüssigkeit anfangs noch etwas undicht, bis sich alles "gesetzt" hat. Die ausgetretene Bremsflüssigkeit hat sich dann im Laufe der Zeit einen Weg durch die Verkleidung gebahnt und ist schließlich durch einen Ritz ausgetreten. Ich hab seitdem regelmäßig nachgeschaut - ist jetzt alles dicht! Ein bißchen nachgefüllt habe ich auch noch, obwohl es eigentlich nicht nötig gewesen wäre.

Zwischenbericht, 5400 km:
Bei 5000 Kilometern auf dem Tacho ist die erste größere Inspektion fällig. Mittlerweile waren die Kaltlaufeigenschaften so miserabel geworden, daß der Roller bei kaltem Wetter am Anfang kaum noch fahrbar war. Nach spätestens 100 Metern ging er aus und liess sich nur mit viel Mühen mittels des Kickstarters wieder zum Laufen überreden. Die Gasannahme war schwach und an jeder Ampel ging er aus. Die Rampe aus unserer Frimentiefgarage kam ich nur schiebend hoch. War er einmal warmgelaufen, ging es einigermaßen. Ansonsten konnte ich keine Mängel feststellen, die bei der Inspektion hätten nachgebessert werden müssen. Leider hat sich bei der Inspektion herausgestellt, daß ich einen Riß im Motorgeäuse habe, in Höhe der Ölablassschraube. Den habe ich mir beim Überfahren eines hohen Bordstein zugezogen, kann mich noch gut an das *RATSCH* erinnern. Dort leckte natürlich Öl heraus. Mein Händler hat aber, findig wie er ist, nicht versucht mir ein neues Motorgehäuse zu verkaufen, sondern den Riß mit Kaltmetall abgedichtet. Und das scheint tatsächlich zu halten. Aber was viel wichtiger ist: er hat den Roller mit so viel Feingefühl eingestellt, daß er nicht mehr wiederzuerkennen ist... Sämtliche Kaltfahrproleme, die ich oben schilderte, sind völlig weg. Allenfalls ein leichtes Zögern beim Gasgeben auf den ersten 20 Metern bei sehr tiefen Minusgeraden. Und was soll ich sagen: ich komme jetzt sogar die steile Tiefgarageneinfahrt hoch - das hat bislang noch nie geklappt. So gut wie momentan lief der Roller noch nie! Bin wieder vollkommen glücklich mit dem Fahrzeug. Übrigens: die ganze Inspektion kostete sehr faire 114,- Euro.

Zwischenbericht, Sommer 2008:
Ich bin gefragt worden, ob diese Daten hier noch aktuell seien. Ehrlich gesagt bin ich seit Anschaffung unseres Zweitwagens im Februar überhaupt nicht mehr mit dem Roller gefahren. Der Mensch ist halt bequem... Jedoch haben mich die astronomisch gestiegenen Energiepreise und eben jene Anfrage nach der Aktualität der Daten etwas nachdenklich gemacht. Immerhin verbraucht mein Auto das 2,5-fache an Benzin und bringt mich trotzdem "nur" ins Büro. Also habe ich mich aufgerafft und fahre zumindest 2-3 mal die Woche mit dem Roller ins Büro - wenigstens den Sommer über. Allerdings nicht wenn es regnet, Weichei bleibt Weichei. ;-) Also kann ich sagen, daß diese Daten noch aktuell sind und ich nach wie vor keinerlei Probleme mit dem Fahrzeug habe. Absolut zuverlässig, das Teil!

Stand Juni 2009:
Und wieder werde ich ständig gefragt ob diese Seite noch aktuell sei... Liebe Leute, fragt doch bitte nicht andauernd nach. Was soll den Winter über schon großartig passieren, im Winter fahre ich den Roller NICHT! Also im Klartext: im Oktober / November, so genau weiss ich das nicht mehr, habe ich den Roller das letzte mal bewegt. Dann habe ich eine Plane darübergedeckt und ihn einfach vor der Tür stehen lassen. Vor einer Woche (also nach ca. einem halben Jahr!) habe ich dann mal nachgeschaut ob sich das Motörchen noch zum Laufen überreden lässt. Dafür habe ich den Kickstarter bemüht, da ich mir dachte, daß die Batterie vielleicht nicht mehr genug Saft hat. Zu meiner großen Überraschung sprang der Roller auf den ersten Tritt sofort an. Und nach einer Minute warmlaufen lief er auch wieder völlig normal. Seit einer Woche fahre ich ihn also wieder ab und zu und bin nach wie vor von dem Fahrzeug überzeugt.

Dezember 2009, Winterzeit = Autozeit:
Zugegeben, viel bin ich in diesem Sommer nicht gefahren, aber ab und zu mal eine Tour ins Büro oder am Wochenende Brötchen holen waren schon drin. Also insgesamt nur wenige hundert Kilometer. Immer noch läuft der Roller zuverlässig. Nun haben wir wieder Winter und der Roller bleibt unter der Plane. Etwas ärgerlich ist der mittlerweile undicht gewordene Sitzbankbezug. Man kann den Roller nicht mehr im Regen stehen lassen. Der Schaumstoff der Sitzbank saugt sich dann mit Wasser voll und bei der nächsten Fahrt hat man im Schritt die Hose naß... :-) Vielleicht wäre es mit einer Sitzbankabdeckung getan, mal schauen.

März 2010, Aufwecken aus dem Winterschlaf:
Was für eine weise Entscheidung, den Roller in diesem Winter wieder stehen zu lassen. Der "härteste Winter seit mindestens 20 Jahren" hat mich sogar im Auto bis an die Grenzen gefordert - mit dem Roller wäre ich wahrscheinlich nicht mal bis zur Hauptstraße gekommen. Also hat er vier volle Monate unter einer Plane vor dem Haus gestanden und seiner Dinge geharrt. Dann sind wir umgezogen. Ich wollte den Roller Mitte März in sein neues Zuhause überführen und musste erst einmal feststellen, daß ich es verpennt hatte ihn neu zu versichern. Aber das ist ja kein wirkliches Problem. Diesmal musste ich den Roller aber im Gegensatz zum letzten Winterschlaf mit dem Kickstarter nachhaltig zur Mitarbeit überreden. Dann kam eine längere Warmlaufphase im Stand, bevor ich wieder beherzt Gas geben konnte. Am gleichen Tag bin ich einige Kilometer gefahren und konnte keine negativen Veränderungen feststellen. Allerdings sieht man dem Roller mittlerweile deutlich an, daß er vier Jahre lang im Freien stand. Vor allem der letzte Winter hat hier scheinbar deutliche Alterungsspuren hinterlassen, daran kann auch die Abdeckplane nichts ändern. Alle ehemals schwarzen Plastikteile sind nun mittel- bis hellgrau, Flugrost knabbert an vielen Ecken und Enden. Da wird im Fühsommer wohl eine Demontage der Verkleidung und eine größere Pflege fällig, wenn ich endlich einmal Zeit dafür finde. Dafür darf der Kleine ab sofort in einer trockenen und gut durchlüfteten Garage stehen, das wird ihm gut tun.

Mai 2011, ein Ölleck...:
Und wieder ein langer, harter Winter... Meinem Roller hat der Winter allerdings nicht viel ausgemacht, da er schön trocken und kühl unter einer Plane in der Garage stand. Nur leider hatte ich im letzten Jahr keine Zeit gefunden den Gammel wegzumachen, so daß sich der (Flug)Rost etwas weiter ausgebreitet hat. Aber etwas ganz Anderes bereitete mir Kopfzerbrechen: auf dem Garagenboden unter dem Motor zeichnete sich ganz allmählich ein größer werdender Ölfleck ab. Ein Wischtest brachte es an den Tag: der Motor leckte an der mit Kaltemetall reparierten Stelle (siehe weiter oben auf dieser Seite) Motoröl. Schade! Ein Blick unter den Motor zeigte, daß sich der Anschlaggummi des Hauptständers, der sich ausgerechnet an dieser Stelle befindet, im Laufe der Zeit in die Reparaturstelle eingearbeitet hat und diese sich somit langsam wieder öffnete. Auf der Oldtimermesse "Techno Classica" in Essen, die ich jährlich mit einem Freund besuche, habe ich mir dann einen 2-Komponenten Reparaturkitt für speziell solche Fälle gekauft. Haftend auf Metall, ölbeständig und druckfest. Im Mai habe ich die beschädigte Stelle dann gründlich mit Bremsenreiniger entfettet, gesäubert und wieder zugekittet. Dafür legte ich den Roller auf die rechte Seite. Dann wurde der Halter des Anschlaggummis des Hauptständers abgeflext und der Gummi mit Panzerband mittig unter die Zwischenstrebe des Ständers geklebt. Dort erfüllt er weiterhin seinen Zweck, drückt aber nicht mehr auf die Reparaturstelle. Nach vier Stunden war der Kitt soweit ausgehärtet, daß ich den Roller wieder aufstellen konnte. Anschließend brauchte ich eine ganze Menge Gedult und zahllose Tritte auf den Kickstarter, bis der Roller wieder lief. Anscheinend mag er eine stabile Seitenlage nicht... ;-) Ein Langzeittest steht zwar noch aus, aber nach ersten, kurzen Testfahrten scheint die Stelle wieder dicht zu sein. Im Juni besorge ich mir ein neues Versicherungskennzeichen und dann wird der Roller wieder regelmäßig gefahren.

Juni 2012, weiter geht´s...:
auch in diesem Juni habe ich mir wieder ein Kennzeichen besorgt, um mit dem Roller ins Büro fahren zu können. Warum immer im Juni? Ganz einfach: nach drei Monaten (März, April, Mai) erreicht man bei Mopedversicherungen die erste Rabattstufe, d.h. das Kennzeichen wird deutlich billiger. Und da ich als bekennendes Weichei in den ersten drei Monaten eh kaum Roller fahre, macht das Warten für mich Sinn. Tja, in diesem Jahr ist es zwar auch Mitte Juni keinesfalls sommerlich, aber zwei- dreimal bin ich bereits gefahren. Diesmal brauchte der Roller übrigens etwas länger, um aus dem Winterschlaf geweckt zu werden. Ca. 15 Minuten Warmlaufen waren nötig, bevor der Roller wieder vernünftig Gas annahm. Danach war aber wieder alles beim Alten. Wenn man bedenkt wie wenig Pflege und Zuwendung das Fahrzeug bekommt, dann ist der Roller wirklich ein Vorbild an Zuverlässigkeit. Das Ölleck vom letzten Jahr ist übrigens immer noch dicht! Tja, dann hoffe ich mal auf eine weitere problemlose Saison! 

Aufwecken aus dem Winterschlaf 2013:
Anfang April habe ich versucht dem Roller wie immer zum Leben zu erwecken. Dieses Jahr etwas früher, da wir aus Kostengründen unseren Zweitwagen Renault Twingo nicht mehr bewegen wollen und mir deshalb in der Regel nur der Roller als Zweitfahrzeug zur Verfügung steht. Allerdings will und will es in diesem Jahr nicht Frühling werden und der März nervt mit eisigen Temperaturen und Schneefall. So ist momentan das Rollerfahren nur etwas für "kernigere" Gemüter. Trotzdem wollte ich wenigstens das neue Kennzeichen anbringen und den Motor mal laufenlassen. Das gelang mir aber diesmal nur mit Mühe, da die Batterie durch Kälte und lange Standzeit fast leer war und den Anlasser nur unwillig durchdrehte. Mit dem Kickstarter konnte ich den Motor dennoch starten und ein paar mal die Straße hoch- und runterfahren. Also grundsätzlich läuft der Roller, aber mit der Batterie muss ich etwas tun. Durch meine Modellbauaktivitäten bin ich in Besitz eines prozessorgesteuerten Ladegeräts, mit dem ich die Batterie schonend laden und zur Akkupflege auch wieder entladen kann. Die Batterie befindet sich unter dem Trittbrett und kann kinderleicht entnommen werden. Nach dem Ladezyklus ist sie hoffentlich wieder frisch für die Saison!

Weiter geht´s (2015):
dieses Jahr habe ich etwas länger gewartet, bis ich den Roller wieder geweckt habe. Dadurch war es schon etwas wärmer und der Roller sprang relativ schnell und willig an, allerdings musste ich die Batterie wieder laden. Nachdem ich im letzten Jahr kaum gefahren bin, habe ich die Versicherung dieses Jahr erst ab Juni abgeschlossen. Das spart etwas Geld. Der Roller läuft immer noch zuverlässig und sparsam. Mittlerweile sind die Reifen ziemlich hart und neigen in scharf gefahrenen Kurven zum wegrutschen. Dadurch muss man recht vorsichtig fahren. Ich denke es ist Zeit die Reifen auszutauschen. Mittlerweile zeigt der Roller einige Zeichen des Alters, obwohl er die längste Zeit des Jahres abgedeckt in der Garage steht. Die schwarzen Plastikteile sind zum Teil ausgebleicht, ein wenig Rost macht sich breit (nichts Schlimmes!) und der Lack ist teilweise etwas stumpf. Mit seinen fast 10 Jahren und 9181 gefahrenen Kilometern steht der Roller trotzdem noch recht proper da! 

Frühjahr 2016:
im letzten Jahr bin ich wirklich viel mit dem Roller gefahren. Das lag nicht nur an dem guten Wetter, sondern auch an der Tatsache, dass wir vor einiger Zeit unseren Zweitwagen verkauft hatten. So ein Roller ist als Zweitfahrzeug wirklich ungemein praktisch. Vor allem die Kosten für den Unterhalt sind sensationell gering. In diesem Winter hat er uns sogar von einem Abschleppen unseres Kangoos bewahrt: als die Batterie bei Frost vollkommen zusammenbrach, konnte ich mit dem Roller zum Baumarkt fahren und eine Neue kaufen. Um mir diese Option zu bewahren, habe ich den Roller in diesem Jahr ohne Pause durchversichert. Die Kosten dafür sind mit knapp 50,- Euro im Jahr sehr überschaubar. Das Fahrzeug läuft immer noch fast ohne Macken. Zuverlässig, sauber und sparsam schnurrt er die Straßen entlang. Neue Reifen habe ich mir dann doch gespart, ich fahre halt entsprechend vorsichtig. Ein Roller ist ja kein Rennmotorrad...

Mitten im Frühjahr 2016 hat unser kleiner Roller dann einen Meilenstein geschafft: die ersten 10.000 Kilometer! Es ist wirklich unglaublich wie genügsam dieses Fahrzeug ist. Um es kurz zu machen: den Kymco Vitality 4T kann man wirklich nur wärmstens empfehlen!

 

 


Sommer 2017:
mittlerweile ist die Batterie ziemlich platt. Ja - es ist tatsächlich noch die Erste! Deshalb kicke ich momentan den Roller immer an, denn der E-Starter funktioniert erst bei warmen Motor. Ich muss nun doch mal eine neue Batterie kaufen. Der Kilometerstand beträgt momentan über 12.000. Auch bei den momentanen Temperaturen an der 40 Grad Grenze läuft der Roller zuverlässig. Die Beschleunigung bricht dann zwar etwas ein, aber die Höchstgeschwindigkeit erreicht er immer. Immer noch lasse ich dem Roller nur ein Minimum an Pflege zukommen. Und er dankt es mir, indem er läuft und läuft und läuft...

Herbst 2017:
nun habe ich die 13.000 Kilometer Marke geknackt und die Batterie ist mausetot! Ich muss den Roller nun immer ankicken, was manchmal etwas mühselig ist, denn der Motor ist per Kick bisweilen etwas ... "unwillig". Trotzdem läuft das Gerät zuverlässig wie eh und je. 

Frühjahr 2018:
und wieder einmal ist es an der Zeit den Roller aus dem Winterschlaf zu erwecken! Da wir nun ein neues Auto haben, ist in der Garage neben dem Motorrad leider kein Platz mehr für den Roller und er muss wieder unter einer Plane im Freien stehen. Als erstes habe ich ihm eine neue Batterie verpasst. Daraufhin konnte ich ihn recht schnell mit dem E-Starter zum Leben erwecken. Mit dem Kickstarter hätte ich da deutlich mehr Mühe gehabt. Zuerst lief er etwas unwillig, doch nach ein paar Minuten war alles wie eh und je. Eine 15-minütige Probefahrt zeigte: alles in bester Ordnung. 

Sommer 2018:
so - nach zwölf Jahren und 14.000 Kilometern war es nun doch mal an der Zeit die vorderen Bremsbeläge zu wechseln. Metallische, schleifende Geräusche beim Bremsen mussten ja nicht unbedingt sein... :-) Die Beläge waren dann auch nur noch hauchdünn. Die Scheibe hingegen ist noch völlig in Ordnung. Der Tausch der Bremsbeläge war sehr einfach und eine Sache von ein paar Minuten Arbeit. Nun ist die Bremse wieder griffig - bissig! Des weiteren ist leider wieder die geflickte Stelle am Motorgehäuse undicht geworden und es tritt ganz leicht Öl heraus. Das ist allerdings etwas unschön und ich überlege mir gerade, wie ich das Leck wieder dichtbekomme. Im Moment benutze ich den Roller wegen des permanent guten Wetters fast täglich.

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