Meine Motorräder seit 1990

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Es fing damit an, daß mich während meiner Bundeswehrzeit 1989 ein Freund auf seiner BMW R 65 auf eine kleine Runde durch´s Ahrtal mitnahm. Ich war total fasziniert vom Fahrerlebnis völlig im Freien ohne von Blechen und Scheiben umgeben zu sein. Dieses "AHA"-Erlebnis brachte mich dazu, so schnell wie möglich meinen "Einser"-Führerschein machen zu wollen. Allerdings sollte es noch fast fünf Jahre dauern, bis ich mir diesen Traum erfüllen konnte, da ich während meiner Ausbildungszeit kein Geld dafür übrig hatte.

 

Von meiner Bundeswehrabfindung konnte ich 1990 diese schöne Honda MBX 50 sehr günstig erwerben. Ich fuhr sie während meiner folgenden, dreijährigen Ausbildung um mobil zu sein und schon mal für´s "richtige" Motorrad zu üben. Denn obwohl sie im Prinzip ja "nur" ein Kleinkraftrad mit 50 ccm Hubraum und 50 km/h Geschwindigkeit ist, kann man damit jedoch sämtliche Dinge erlernen, die man für ein großes Motorrad braucht. Kuppeln, schalten, bremsen, Gas geben unterscheiden sich nicht von einem "richtigen" Motorrad. Die Honda war bemerkenswert gut ausgestattet und genausogut verarbeitet. Ein Gepäckträger fehlte genausowenig wie ein Drehzahlmesser, die Federung am Hinterrad hatte schon die Pro-Link Mechanik und so weiter. Eigentlich ein Motorrad im Taschenformat. Die Honda lief hervorragend, war nur ein wenig schwach auf der Brust, weshalb ich mit meinen 22 Jahren wie ein Teenie anfing herumzubasteln. So lernte ich allerdings auch eine Menge über Motorradtechnik. Der einzige größere Defekt war eine abgebrochene Kickstarterwelle, die ich selber reparierte.

 

1993 konnte ich einen Computer gegen diese Honda MTX 80 eintauschen. Sie war in einem etwas traurigem Zustand. Da es sich jedoch um eine Honda handelte, war die Basis nicht richtig schlecht. Ich steckte einiges an Neuteilen hinein und brachte sie wieder zum Laufen. Da meine Ausbildung fast abgeschlossen war und mein Motorradführerschein bereits "in Sichtweite", wollte ich diese Maschine eigentlich mit einem 10 PS-Satz ausrüsten und als Einsteigermotorrad fahren. Diesen Nachrüstsatz gab es damals bei diversen Anbietern und enthielt einen größeren Zylinder samt Kolben (um die 110 ccm), sowie ein größeres Ritzel. Die Maschine wäre dann so um die 100 km/h gelaufen und in Steuer/Versicherung spottbillig gewesen. Dazu kam es allerdings nie. Es war schon abzusehen, daß bald 125er für Jugendliche freigegeben werden würden. Das würde die Versicherungsprämien in dieser Klasse enorm in die Höhe schnellen lassen. Ich fuhr sie nur ein oder zwei mal mit rotem Kennzeichen und verkaufte sie schließlich 1994.

 

Anfang 1994 war es soweit: meinen Ausbildungsabschluß in der Tasche und mit einem Job ausgerüstet, konnte ich mich endlich in der Fahrschule anmelden. Obwohl es sich bei dieser Ausbildung nur um eine Erweiterung meines Autoführerscheins handelte und ich ausserdem mit der Mindeststundenzahl (die jahrelange Übung mit der MBX/MTX hatte sich bewährt) auskam, musste ich immer noch DM 1628,- (ca. 833,- Euro) bezahlen. Den Lappen endlich in der Tasche ging es auf die Suche nach einem günstigen Einsteigermotorrad. Das gestaltete sich gar nicht so einfach, da ich nicht viel Geld zur Verfügung hatte. Im Mai 1994 kaufte ich diese Honda CX 500 bei einem Grauimporteur mit Drosselkit auf 34 PS und 76.000 km auf der Uhr. Rappelnd, klappernd und mit derben Vibrationen nervend fuhr ich dieses Motorrad ziemlich genau ein Jahr. Die Machine lief auch mit 34 PS sehr gut, von Geräuschen und Vibrationen mal abgesehen, hatte einen satten Durchzug und mit über 160 km/h eine für mich ungewohnt hohe Endgeschwindigkeit. Am besten war die Sitzbank, die Fahrer und Sozia mit ungewohnt hohem Komfort verwöhnte. Ich verkaufte die Maschine letztendlich an meinem Schwiegervater, der sie für viel Geld wieder neu aufbaute.

 

1995 suchte ich nach einem Ersatz für die Honda, deren Reparaturen mir zu teuer geworden wären. Da ich schon immer Endurofan gewesen bin und etwas zuverlässigeres suchte als die alte Honda, entschied ich mich für ein Neufahrzeug: eine DR 650 oder XT 600 sollte es sein. Nach einem harten Vergleichstest fiel meine Wahl auf eine brandneue Suzuki DR 650 RE, die ich mit einem 34 PS Drosselkit bestellte. Im April bekam ich sie und erfreute mich viereinhalb Jahre lang an dieser herrlichen Kraftentfaltung und dem tollen Fahrwerk. Der große Einzylinder zog von unten heraus, daß es nur so eine Freude war! Vibrationen waren dank Ausgleichswelle kaum der Rede wert, die Ergononomie passte mir hervorragend, nur die Sitzbank war leider etwas unkomfortabel. Die Verarbeitung der Suzuki war jedoch nicht so das Gelbe vom Ei und definitiv nicht auf Honda-Niveau. Bemerkenswert die Handlichkeit der Maschine. Man konnte sie regelrecht um die Ecke werfen. Auf einer Urlaubsreise in die Alpen konnte ich sie ausserdem auf alten Militärstraßen im Hochgebirge testen. Ihre Geländefähigkeiten hätte ich persönlich niemals ausfahren können. Bislang eigentlich mein schönstes Motorrad und es passte auch zu mir. Aber seit mir ein Freund mal eine Woche lang seine BMW R 90 S geliehen hatte, träumte ich von einer "Gummikuh"...

 

Im September 1999, inzwischen mit dem "großen" Motorradführerschein Klasse Eins ausgestattet, entdeckte ich nach langem Suchen diese BMW R 80 GS, Baujahr 1990 bei der BMW-Niederlassung Bonn. Ich hatte mich sofort verliebt. Drei Tage später gehörte sie mir. Zu diesem Motorrad gibt es einen Extrabericht in dieser Rubrik.

 

 

Leider musste ich mich aus verschiedenen Gründen von meiner BMW verabschieden. Vier Jahre lang fuhr ich überhaupt kein Motorrad. Nach dieser Zeit wollte ich ein kleines, einfaches Motorrad haben, mit dem ich wenigstens ab uns zu mal eine Runde drehen könnte. Da ich grundsätzlich ein Faible für Exoten habe, wurde es schließlich diese Hercules K 180 Bw, eine ehemalige Kradmelder Maschine der Bundeswehr. Auch zu diesem Motorrad gibt es einen Extrabericht in dieser Rubrik.

 
 

Die Hercules war sehr unbequem und stand leider nur "in der Gegend herum", da ich kaum zum Fahren kam. Also wurde sie wieder verkauft. Wieder machte ich einige Jahre Pause. Aber so ganz ohne Motorrad fehlte mir irgendwie etwas! Außerdem waren unsere Jungs mittlerweile groß genug, um einmal mitfahren zu wollen. Also musste wieder ein Fahrzeug her, ohne das Familienbudget zu belasten. Durch einen Zufall kam ich äußerst günstig zu dieser Honda CB 450 N. Das könnt ihr alles in dem Extrabericht in dieser Rubrik nachlesen.

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