Renault Kangoo 1,2 16V Edition -Campus-

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Dieser Bericht soll all jene ansprechen, die auch einen Renault Kangoo besitzen oder den Kauf eines solchen in Erwägung ziehen. Da der Erfahrungsbericht meines Fiat Punto laut Webstatistik eine meiner erfolgreichsten Seiten war, habe ich mich entschlossen unsere Erfahrungen über unser neues Auto ebenfalls hier weiterzugeben. Dieser Bericht wird im Laufe der Zeit mehrmals ergänzt werden, also einfach öfters mal vorbeischauen! Übrigens gibt es einen ähnlichen Bericht auch über unseren Renault Twingo und über unseren Nissan Qashqai.

Kaufentscheidung / Fahrzeugwahl:
Als wir vor einiger Zeit Nachwuchs bekamen war uns relativ schnell klar, daß wir mit unserem kleinen Fiat Punto bald platzmäßig nicht mehr hinkommen würden. Dafür war er aber auch gar nicht gedacht. Als ich mir das Fahrzeug damals kaufte, war von Ehe oder gar Kindern überhaupt keine Rede. Aber das Leben ändert sich oft schneller als man denkt... Für zwei Personen war der Punto ein ideales Auto und auch zu dritt machten wir vorerst das Beste draus, da wir uns aus finanziellen Gründen entschieden hatten das Auto erstmal weiterzufahren. Als "Fernziel" für einen Autowechsel hatten wir das Jahr 2006 angepeilt. Warum ausgerechnet 2006? Nun, da wir vorhatten uns ein relativ neues Auto zuzulegen wollten wir das vor der angekündigten Mehrwertsteuererhöhung für 2007 noch erledigt haben. Schließlich sitzt bei jungen Familien das Geld nicht gerade locker... Tja, und welches Fahrzeug sollte es denn nun sein...?! Da wir im Punto vor allem Platzprobleme hatten wollten wir nun ein Fahrzeug, daß vor einem eins im Überfluß bot: nämlich Raum! Am liebsten hätte ich ja einen Bus gehabt, z.B. einen VW T5. Leider sind diese in einem guten Zustand absolut unbezahlbar... Nun, was soll ich lange herumreden - wenn man viel Platz zu einem günstigen Preis sucht, landet man automatisch bei der hier vorgestellten Klasse. Diese Fahrzeuge haben den großen Vorteil, daß sie auf billigen "Handwerker"-Kastenwagen basieren. Nun noch eine Rücksitzbank einbauen und schon ist das Raumwunder fertig... Tja, ganz so einfach war es wohl nicht, aber irgendwie so hat´s mal angefangen. Ehrlich gesagt weiss ich gar nicht wer zuerst ein Fahrzeug dieser Klasse angeboten hat, aber nachdem das Auto ein Verkaufshit geworden war, zogen Andere schnell nach. So gibt es heute in dieser Klasse ein breitgefächertes Angebot bei dem man sich vor allem fragt: warum hat es sowas nicht eigentlich schon früher gegeben...?!

Angaben zum Fahrzeug:
Renault Kangoo 1,2 16V Edition "Campus"
Farbe: Limetten Grün (metallic-Lack)
Erstzulassung: Juli 2005
Hubraum: 1149 ccm
Leistung: 55 kW (75 PS) bei 5500 U/min
Eingetragene Vmax: 154 km/h
L: 3,99m B: 1,66m H: 1,82m
G-Kat, Schadstoffarm D4
Anhängelast: 560 / 1150 kg
Reifen: 175/65 R 14
Inspektionsintervall: 30.000km oder 1 Jahr
zwei Jahre Vollgarantie
Die Serienausstattung der "Edition Campus": vier Airbags (Fahrer-, Beifahrer-, sowie Seitenairbags), Gurtstraffer, ABS, Colorverglasung, elektrische Fensterheber vorne, Klimaanlage, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, Servolenkung, Drehzahlmesser, Uhr, Ölstandsanzeige, Fünfganggetriebe, zweite Schiebetür links, drei Kopfstützen hinten, dreipunkt Gurt hinten mitte, Ablagegalerie über den Vordersitzen, asymetrisch geteilt umklappbare Rückbank, ausstellbare Seitenfenster, CD-Autoradio mit Fernbedienung am Lenkrad
Kostenpflichtige Sonderausstattung unseres Wagens: metallic-Lackierung, Sitzheizung vorne, elektrisch verstellbare und beheizbare Aussenspiegel

Fahrzeugsuche und -kauf:
Auf der Suche nach unserer "Familienkutsche" kamen von den vielen Fahrzeugmodellen schnell nur noch zwei in Frage: der Fiat Doblo und der Renault Kangoo. Der VW Caddy Life disqualifizierte sich ganz schnell durch seinen hohen Preis. Zwar wirkt er sehr wertig und basiert auf Golf-Technologie, aber was nutzt einem das wenn "Volkswagen" seinem Namen preislich nicht mehr gerecht wird. Ein Auto für´s Volk?! Vergiss es! Glücklicherweise gibt es ja genug Konkurrenz. Der Opel Combo schied aus weil er ein Opel ist. Nachdem ich von dieser Marke einmal sehr sehr bitter enttäuscht wurde (sowohl vom Auto als auch von der Werkstatt) ist dieser Hersteller für mich gestorben. Der Citroen Berlingo und der baugleiche Peugeot Partner waren lange mit im Rennen, bis mein Vater mich auf ein Problem hinwies, das mich sehr nachdenklich machte. Bei diesen Fahrzeugen tauchten immer wieder Federbrüche vorne auf, die unter ungünstigen Umständen den Reifen vorne aufschlitzen konnten. Diesen lebensgefährlichen Mangel wollte man anscheinend totschweigen, bis die Medien darauf aufmerksam wurden. Erst dann gab es eine Rückrufaktion... Tja, das schafft nicht gerade Vertrauen in die Marke, oder...?! Natürlich hat jedes Auto so seine Probleme, aber das war mir etwas zu heftig. Die preislich interessanten Fahrzeuge aus Fernost a´la Yaris Verso kamen mir wiederum etwas klein vor... Da wir letztendlich mit unserem Fiat immer sehr zufrieden waren wollten wir es uns eigentlich einfach machen und uns einen Doblo anschaffen. Aber irgendwie schwirrte mir immer der Renault Kangoo im Kopf herum. Beim direkten Vergleich erschien er mir zudem etwas wohnlicher und -wie soll man es sagen- "netter"... Tja, man kann ein Auto noch so sachlich nach gewissen Gesichtspunkten auswählen, ein bißchen Bauchgefühl ist immer dabei. Trotzdem war der Doblo nicht aus dem Rennen. Letztendlich scheiterte der Doblo nur daran, daß es in unserer näheren Umgebung keinen Gebrauchten gab, der unsere Kriterien erfüllte, wohl aber einige Kangoos. Wegen des enormen Wertverlusts im ersten Jahr wollten wir nämlich keinen Neuwagen, sondern am liebsten einen Jahreswagen. Fündig wurden wir schließlich in Brühl. Nach einer kurzen Besichtigeung haben wir direkt zugeschlagen. Das Auto war im Internet ausgeschrieben und war genau das, was wir suchten. Der Wagen war ein dreiviertel Jahr alt, hatte erst 7700km gelaufen und passte auch von der Ausstattung her. Allein die schrille Farbe störte vor allem meine Frau... Aber bei satten 3500,- Preisunterschied im Gegensatz zum Neuwagen war das schnell vergessen. Der Kangoo sollte 11,500,- Euro kosten. Für unseren Punto handelte ich bei Inzahlungnahme 3000,- Euro raus. Und so kamen wir im Frühjahr 2006 zu unserem Kangoo!

Erfahrungen:
Den Kangoo mit dem Punto zu vergleichen ist sicherlich sehr unfair, dennoch werde ich ab und zu darauf zurückgreifen, nur um einige Dinge klarer zu machen. Ich möchte direkt damit anfangen, denn was ich entdeckt habe, hat mich sehr überrascht! Demnach ist der Kangoo nämlich lediglich 19cm länger als der Punto und genauso breit. Allerdings ist er mit satten 34cm erheblich höher. Vom Raumgefühl her kommt man sich im Kangoo schon fast "verloren" vor... Ich konnte beim Fahren locker noch einen Zylinder tragen :-) und auch die gefühlte Seitenfreiheit scheint erheblich größer als beim Punto. Daß sie beide gleich breit sind wollte ich anfangs gar nicht wahrhaben... Und daß man mit nur 19cm mehr Länge einen solch unfassbar großen Gepäckraum machen kann grenzt an ein Wunder. Während in den Punto unser Kinderwagen eingeklappt mit abmontierten Rädern gerade so passte kann man ihn hier reistellen ohne ihn zusammenzufalten...!!! Dieses Fahrzeugkonzept wird also nicht umsonst als "Raumwunder" bezeichnet. "Von innen größer als von aussen" bekommt hier eine ganz neue Bedeutung... Ich kann nur jedem empfehlen sich mal in so ein Auto reinzusetzen - man kommt aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Der extrem große Innenraum, der ja absolut gewollt war, ist dann auch zugleich ein kleines Manko: durch das viele unverkleidete Blech (was ich optisch wiederum recht nett finde!) wirkt der riesige Hohlraum als hervorragender Resonanzkörper. Wer so ein Fahrzeug fährt, muss sich auf einen gewissen Lärmpegel einstellen. Das dröhnt und scheppert, das es nur so eine Freude ist... Das muss einen nicht stören (mich persönlich schon gar nicht), aber man sollte es vorher wissen! Den nächsten "Aha-Effekt" brachten die Schiebetüren. Wer schonmal auf einem engen Parkplatz versucht hat, bei einem Dreitürer ein Kind auf der Rücksitzbank anzuschnallen wird diese Türen geradezu als Offenbarung empfinden! Oder sagen wir mal so: sie sind halt extrem praktisch! Nur wenn man als Erwachsener hinten einsteigen will, könnte man Probleme haben: am unteren Ende der Schiebetürsäule gibt es konstruktionsbedingt einen Wulst, an dem Leute mit großen Füßen gerne mal mit dem Schuh hängenbleiben. Aber als Erwachsener sitzt man hinten sowieso nicht so gut: die Sitzbank istt sehr dünn und zudem zu weich, so daß man schnell das Gefühl hat auf dem Blech zu sitzen...

Über den riesigen Kofferraum habe ich mich ja schon ausgelassen, komme aber gerne nochmal drauf zurück. Hier merkt man die Abstammung vom Lieferwagen am meisten. Der Kofferrraum ist mit einer robusten Kunststoffmatte ausgelegt und hat Verzurrösen am Boden. Der Raum wird noch durch die Tatsache vergrößert, daß sich das Reserverad UNTER dem Fahrzeugboden befindet. Das empfinde ich persönlich zwar als eine nicht so schöne Lösung, aber das hat bei den Franzosen ja seit Jahr und Tag so Tradition. Aber mal eben den Luftdruck überprüfen "iss nich" - ich kann nur hoffen daß das Rad im Notfall auch funktioniert. Zurück zum Kofferraum: das Fehlen einer Ablage stößt mir unangenahm auf. Wohin mit dem Verbandskasten und dem Warndreieck? Was ist mit den anderen Dingen die man so mit sich führt, wie Öl, Erstzbirnen, Eiskratzer etc... Ich habe mir beholfen, indem ich eine Stofftasche in den Kofferraum gehängt habe - unter die Seitenteile der Gepäckraumabdeckung. Ich werde mir aber im Laufe der Zeit eine Staukastenlösung einfallen lassen! Die Rücksitzbank lässt sich übrigens asymetrisch teilen und umklappen. Der dadurch entstehende zusätzliche Raum ist schon fast "unanständig" groß... Wer damit nicht klarkommt kauft sich am Besten einen LKW... ;-) Die Beladung des Kofferraums wird übrigens durch die enorm große Heckklappe erleichtert, die fast zwei Meter hochklappt. Darunter könnte man bei Regen fast ein Kaffeekränzchen abhalten... Die Sitze vorne bieten keinen guten Seitenhalt. Normalerweise würde ich das bemängeln, aber seit meinem Bandscheibenvorfall (siehe unten) bereitet mir alles Schmerzen, was meine Schultern irgendwie zusammenzwängt. Von daher sind die Sitze tatsächlich das, was ich momentan brauche. Die Sitzposition ist leicht erhöht. Das merkt man vor allem daran, daß mein beim Einsteigen nicht "nach unten fällt", sondern sich auf einer Ebene hinsetzen kann. Eine leicht verbesserte Übersicht im Straßenverkehr ist ein schöner Nebeneffekt. Das Lenkrad lässt sich nicht in der Höhe verstellen und verdeckt bei mir (1,85m) einen kleinen Teil der oberen Instrumente. Unschön, aber nicht wirklich bedenklich. Die Kopfstützen lassen sich sehr, sehr weit herausziehen und dies ist das erste Auto, bei dem ich sie tatsächlich passend einstellen kann. Die Gurte sind ebenfalls höhenverstellbar und dürften auch Riesen zufriedenstellen.

Die Bedienung der Instrumente passt gut, nur der Schaltknüppel ist eine Idee zu weit weg. Auch die Schalter der Heizung / Lüftung / Klimaanlage könnten etwas höher platziert sein. Ansonsten stimmt die Ergonomie. Das serienmäßige CD-Radio hat einen recht guten Klang und lässt sich vom Lenkrad aus bedienen, was mir wirklich sehr gut gefällt!!! Das Display befindet sich oben auf dem Armaturenbrett, eine gute Lösung. Ich sehe jedenfalls keinen Grund das Radio auszutauschen. Die Scheiben stehen sehr steil und bieten eine hervorragende Übersicht. Einparken ist also kein Problem! Auch vorne findet man viel unverkleidetes Blech. Aber gut, irgendwo müssen die Ingenieure ja sparen, wenn sie den guten Preis halten wollen. Mich persönlich stört es jedenfalls nicht. Was mich stört ist, daß es für ein Familienauto, und als solches wird es ja von Renault beworben, erstaunlich wenig Ablagen gibt. Im Punto gab es an jeder freien Stelle eine Ablage, wohin man nur schaute. Aber hier...?! Jeweils eine Kleine in den vorderen Türen und das Handschuhfach. Finito! Oben auf dem Armaturenbrett gibt´s noch eine kleine Ablage, wo man aber fast nichts draufstellen kann und über dem Schaltknüppel einen winzigen Spalt, wo gerade mal eine Packung Taschentücher hineinpasst. In der Mittelkonsole? Fehlanzeige - dort gibt es nur zwei nicht gerade tiefe Becherhalter, von denen einer vom Aschenbecher belegt ist. Tja, komisch komisch... Gäbe es nicht die gigantische Ablagegalerie über den Köpfen hätte man ein Problem. Diese nimmt zwar eine Menge Kram auf, aber während der Fahrt kommt man da schlecht ran - vor allem nicht als Fahrer! Aber zur Ehrenrettung sei gesagt, daß es gegen (teuren!) Aufpreis Staukästen im Dach gibt (wie im Flugzeug) und ein Schubladenfach unter´m Beifahrersitz. Leider ist unser Auto damit aber nicht ausgestattet.

Kommen wir zu den Fahrleistungen! Der kleine 1,2 Liter Motor hat sogar fast 100ccm weniger als das Punto-Triebwerk, dafür aber dank 4-V Technik 15 PS mehr. Diese werden aber vom höheren Fahrzeuggewicht und dem schlechteren cw-Wert schnell verschluckt. In der Tat könnte man dem Punto gegenüber dem Kangoo schon fast als sportlich bezeichnen. Allerdings hinkt der Vergleich etwas: schließlich liegt dem Kangoo ein völlig anderes Konzept zugrunde. Beide Fahrzeuge haben die gleiche eingetragene Höchstgeschwindigkeit. Während beim Kangoo allerdings bei knapp 160 km/h absolut Schluß ist, ging beim Punto "immer noch was"... Das liegt unter anderem daran, daß das Punto-Fünfganggetriebe erheblich länger übersetzt war und der fünfte ein reiner Schongang war. Beim Kangoo wird der fünfte als "echter" Gang gebraucht und entsprechend früher ist "Drehzahlschluß". Der Motor wirkt dabei brummig und möchte durch Drehzahl bei Laune gehalten werden. Das wirkt sich auch auf den Verbrauch aus. Durchschnittlich verbraucht unser Kangoo zwischen 7,5 und 8 Litern im Alltag. An langen Steigungen oder Überholvergängen bei höherer Geschwindigkeit wirkt das Triebwerk zäh. Hier merkt man halt den Hubraumdefizit!

Das Innenraumgeräusch ist bei Autobahnfahrten schnell recht laut, aber zu ertragen. Insgesamt würde ich die Fahrleistungen des Motors für sein Konzept aber als völlig ausreichend bezeichnen. Das Gefühl untermotorisiert zu sein haben wir jedenfalls nicht, wobei das aber auch sehr von der persönlichen Einstellung abhängt. Für uns pendelt sich die ideale Reisegeschwindigkeit bei 120-130 km/h ein, womit man auch längere Strecken streßfrei zurücklegt. Die Federung ist, ganz und gar nicht französisch, eher straff aber ausreichend komfortabel! Selbst die Drehstabfederung an der Hinterachse bügelt Unebenheiten relativ gut glatt. Die Seitenneigung in Kurven ist dafür enorm, weshalb man dort schon von selber vom Gas geht. Als gefährlich würde ich es aber sicher nicht bezeichnen, das Auto erfordert halt eine andere Fahrweise. Den sogenannten "Elchtest" hat der Kangoo übrigens gerade mal so mit ach und krach bestanden. Unsere Vorgabe für ein neues Familienauto war Platz, Platz und nochmal Platz. Dies erfüllt der Kangoo in hervorragender Weise. Mit der übrigen Charakteristik des Fahrzeugs kommen wir ebenfalls prima klar, weshalb wir mit dem Kangoo äusserst zufrieden sind und ihn uneingeschränkt weiterempfehlen würden. Übrigens: bei unserem Modell handelt es sich um die überarbeitete, sogenannte "Phase 2" Version. Erkennbar an den anderen Scheinwerfern, Rückleuchten und dem abgeänderten Innenraumdesign.

Zwischenbilanz, nach 3000km Urlaubsfahrt:
Im Sommer 2006 legten wir innerhalb von 3 Wochen ca. 3000 Kilometer zurück, wobei alleine für An- und Abreise nach/von Nordjütland 2000 km fällig waren. Bei Autobahnfahrten mit hohem Vollgasanteil und vollbeladenem Wagen stieg der Verbrauch auf 8,8 Liter an. Beim Aufenthalt am Urlaubsort (in Dänemark liegt die Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen bei 80 km/h, auf Autobahnen in der Regel 110 km/h) fiel der Verbrauch auf bis zu 6 Liter ab, was uns besonders erfreute. Ein Ölverbrauch war nicht meßbar. Die lange Autobahnfahrt machte keinerlei Probleme. Die Ergonomie auf den Vordersitzen passte gut, auch dank der nachgerüsteten Mittelarmlehne (siehe unten)!

Womit ich nicht gerechnet hätte, obwohl vorhersehbar, war das überwältigende Platzangebot für´s Gepäck. Obwohl wir auf nichts verzichtet hatten wäre im Kofferraum sogar noch etwas Platz für mehr Gepäck gewesen. Eigentlich hatte ich damit gerechnet die Dachbox montieren zu müssen, aber das war einfach nicht nötig... Wirklich ein Raumwunder, das Auto!!! Die Fahrleistungen des 75 PS Motors stellten mich auch mit voller Zuladung zufrieden. Reisedurchschnittsgeschwindigkeit auf der Autobahn von 130 km/h ist gar kein Problem, bei Bedarf geht auch mehr. Überholvorgänge arten auch nicht in einem Geduldsspiel aus, die Beschleunigung ist ebenfalls in Ordnung. Ich sehe persönlich also überhaupt keinen Grund zu einer stärkeren Maschine zu greifen. Klar wäre das nett, aber auf keinen Fall nötig! Immer wieder ein Erlebnis den Kinderwagen ohne ihn zusammenzuklappen oder gar zu demontieren in den Kofferraum zu stellen!!! Da wir fast jeden Tag auf Tour waren wäre das sonst wirklich nervig gewesen! Unser Sohn fand die Aussicht aus den tief nach unten gezogenene Scheiben großartig. Als Fazit könnte man sagen, daß wir uns fast täglich zu unserer Fahrzeugwahl beglückwünschten... Wenn, ja wenn es überhaupt etwas zu bemängeln gäbe, dann die Tatsache, daß es für den Urlaubskrimskrams des täglichen Bedarfs einfach zu wenig Ablagen im Auto gibt. Interessante Randnotitz: in Dänemark scheint der Kangoo kaum eine Rolle zu spielen - wir sahen in den drei Wochen jede Menge Berlingo und Partner, aber nur drei Kangoos...

Nachtrag: der Motor kommt an seine Grenzen:
Bisher konnte ich mich über unseren Motor ja nicht beklagen. Auf der Autobahn und im städtischen Nahverkehr ist die Leistung absolut ausreichend. Unser Urlaub fand im flachen Dänemark statt - also auch dort keinerlei Probleme. Letztes Wochenende jedoch verbrachten wir an Rhein und Mosel - vor allem aber an den steilen Hängen dieser Flüsse. Beachtliche Steigungen gab es dort zu bewältigen - ganz wie im Hochgebirge, nur nicht so lang...! Und hier kommt der Motor dann doch an seine Grenzen. Der limitierte Hubraum macht sich deutlich bemerkbar. So schafft man beispielsweise oft nicht den Sprung von zweiten in den dritten Gang. Und im kurz übersetzten zweiten Gang den Berg hinaufzukriechen hat was von einem Trecker... Mich persönlich würd´s ja nicht stören, aber man wird ja in Deutschland sofort bedrängelt wenn man langsam fährt. Da hilft nichts als ab und zu ranfahren und die Drängler vorbeizulassen. Das schont die Nerven...! Also muss ich als Fazit feststellen, daß jemand der in bergiger Gegend wohnt lieber zu der größeren Maschine oder zum Diesel greifen sollte.

Erste Inspektion:
Nach zweieinhalb Jahren und 47.000 Kilometern haben wir uns entschlossen endlich mal eine Inspektion machen zu lassen. :-) Beim Wechsel von Sommer- auf Winterreifen im Herbst kamen mir die vorderen Bremsbeläge schon arg dünn vor, weshalb ich die Inspektion jetzt endlich gemacht haben wollte. Wir entschlossen uns die Arbeit in einer freien Werkstatt machen zu lassen, und zwar da, wo wir Anfang des Jahres den Twingo gekauft hatten. Irgendwie hatte ich das Gefühl, daß wir dort nicht über den Tisch gezogen werden würden. Beim Abgeben machte ich die Werkstatt auf die Bremsen-Problematik aufmerksam und harrte der Dinge die da kommen sollten. Ich bekam schon bald einen Anruf, daß man nicht nur die vorderen Bremsbeläge, sondern auch die vorderen Scheiben tauschen müsse... Wie bitte...?! Wieso das denn? Schnell in Internet recherchiert und tatsächlich: Renault schreibt bei verschlissenen Bremsbelägen direkt den Tausch der Scheiben vor. Kaum zu glauben, wo gibt es denn sowas...?! Da die Scheiben innenbelüftet sind gibt es diese nicht gerade für kleines Geld. Beim (termingerechten) Abholen des Autos stockte mir dann fast der Atem: satte 530,- Euro waren fällig... :-( Uff!!! Soweit ich das beurteilen kann, hat die Werkstatt ordentliche Arbeit geleistet und den kompletten Inspektionsplan abgehakt. Trotzdem kam mir das mit den Bremsen nach nur 47.000 km etwas seltsam vor. In einem Fachforum nachgefragt wurde mir allerdings bestätigt, daß das beim Kangoo durchaus "normal" sei. Na Prost Mahlzeit... Immerhin weiss ich nun, wo ich die Scheiben samt Belägen beim nächsten Mal günstiger herbekommen kann. Unser Kangoo läuft nach der Inspektion jedenfalls wieder "wie geschmiert".

Erste Hauptuntersuchung:
Wie bei Neuwagen üblich, musste unser Kangoo erst nach drei Jahren zur ersten Hauptuntersuchung. Und wie üblich fuhr ich dafür zur DEKRA Niederlassung, weil die nur ein paar hundert Meter entfernt ist. Um es kurz zu machen: keine Mängel, alles in Ordnung.

Zweite Inspektion:
Unsere Inspektionen lassen wir machen wenn wir etwas Geld übrig haben und nicht wenn der Inpektionsplan es vorschreibt. Das ist der Grund, warum wir die zweite Inspektion erst nach vier Jahren und 77.000 km veranlasst haben. Drei Tage vor dem Inspektionstermin wurden wir noch durch eine defekte Zündspule ausgebremst, die dann im Rahmen der Inspektion ausgetauscht wurde. Die Kosten dafür habe ich allerdings hier aus der Rechnung herausgenommen, da das ja nicht dazu gehört. Nach vier Jahren schreibt der Inspektionsplan zusätzliche Arbeiten vor, wie z.B. Zündkerzen, Luftfilter, Innenfilter und Bremsflüssigkeit tauschen. Die Arbeiten sind dadurch etwas umfangreicher. Die Gesamtkosten von 397,- Euro halte ich dafür für durchaus angemessen. Rein vom Gefühl her scheint der Kangoo nun fit für weitere zwei Jahre.

Zweite Hauptuntersuchung:
fünf Jahre und 80.000 Kilometer nach Erstzulassung ist es Zeit für die zweite HU. Da unser Auto durch den Umzug und durch Zeitmangel etwas verranzt war, habe ich erst einmal gründlich Fahrzeugpflege betrieben. Danach ging es direkt zur DEKRA. Und was war das Ergebnis: "ihr Fahrzeug ist in einem erfreulich gutem Zustand", meinte der Prüfer. Das hört man doch gerne. Und wenn der Kat besser funktioniert als neu und lediglich die Birnchen der Kennzeichenbeleuchtung defekt sind, dann bekommt man auch die ersehnte Plakette. Glücklicherweise tauchte die Sache mit dem schlechten Anspringen während der Pfüfung nicht auf. Die AU-Plakette auf dem vorderen Kennzeichen bekommt man seit 2010 übrigens abgekratzt. Da die HU nun immer auch die AU beinhaltet, braucht man diese nicht mehr. Ich gebe zu ich war etwas erleichtert, aber was soll an einem fünf Jahre alten Fahrzeug, daß zudem einigermaßen regelmäßig zur Inspektion kommt, auch schon groß dran sein?!

Dritte Hauptuntersuchung:
sieben Jahre und 108.000 km später, Zeit für die dritte HU. Der Kangoo macht grundsätzlich immer noch einen recht gesunden Eindruck. OK, der Zahnriemen müsste mal gewechselt werden und die Radlager mahlen auch schon leicht, aber ansonsten sehe ich keine Gefahr für die HU. WENN da nicht diese verflixte OBD-Warnleuchte wäre (siehe unten). Diese leuchtet nun schon seit zwei Wochen dauerhaft. Das hat sie nun schon öfters getan, aber sie ging dann immer wieder von selber aus. Leider habe ich den HU-Termin aber auch schon fast zwei Monate überzogen. Um keinen Aufschlag zahlen zu müssen (ist ja neuerdings erlaubt), entschließe ich mich trotz brennender Warnleuchte zur DEKRA zu fahren. Dort wird der Kangoo genüßlich und so lange wie noch nie in die Mangel genommen. Ergebnis: durchgefallen wegen erheblicher Mängel! Erhebliche Mängel...? Wo denn?? In der Tat: die brennende OBD-Leuchte ist ein erheblicher Mangel! Die Tatsache an sich reicht. Da interessiert es auch keinen, daß die bei meinem Modelljahr trotzdem durchgeführte AU problemlos mit tadellosen Werten bestanden wurde! Lapidar heisst es: "Fehlerspeicher enthält abgasrelevante Mängel" - keine Plakette erteilt. Sonst fehlt dem Auto nichts - die Warnleuchte ist tatsächlich der einzige Mangel auf der Liste. Was tun? Da die Abgaswerte in Ordnung sind und das Fahrzeug keinen spürbaren Mehrverbrauch hat, scheint die Abgasreinigung wie gewohnt zu funktionieren. Dann kann das ja nichts Großartiges sein, sicher wieder ein Wackelkontakt in einer Steckverbindung. Und natürlich geht prompt drei Tage später die Lampe von selber aus! Leider kann ich den Fehlerspeicher nicht selber auslesen, weiss also nicht, ob der Fehler noch im Speicher ist oder nicht. Kurzerhand gebe ich den Kangoo in eine freie Werkstatt, lasse den Speicher auslesen und löschen, sowie die Nachprüfung durchführen. 60,- Euro später hat das Auto eine frische HU-Plakette.

Zahnriemen:
der Tausch des Zahnriemens ist für jedes Auto immens wichtig und ist zudem im Autoleben meist eine der teuersten Wartungsarbeiten. Ausserdem bedeutet der Zahnriementausch oft, daß die ungefähre Mitte des Fahrzeuglebens erreicht ist. Renault schreibt den Tausch nach fünf Jahren oder 120.000 Kilometern vor. Unser Auto ist nun schon sieben Jahre alt und hat eine Laufleistung von 118.500 km erreicht. Höchste Zeit also sich um den Zahnriemen Gedanken zu machen. Und wir wissen genau, wovon wir sprechen: wir hatten an einem anderen Auto bereits einen kapitalen Motorschaden durch Zahnriemenriß, das brauchen wir nie wieder! Gleichzeitig mit dem Riemen sollte man beim Kangoo auch die Wasserpumpe tauschen, die diese vom Zahnriemen angetrieben wird und erfahrungsgemäß ebenfalls um diese Zeit ihren Geist aufgibt. Wir hatten uns ein Angebot einer freien Werkstatt eingeholt und überlegten gerade, ob wir das Ganze nicht billiger hinbekommen. Da hat uns unser Auto die Entscheidung abgenommen, als die Wasserpumpe leckte (siehe unten). Also haben wir Riemen und Pumpe in der besagten freien Werkstatt tauschen lassen. Dazu noch die Rippenriemen alle getauscht und einen Ölwechsel mit Filter gemacht. Die Zündkerze habe ich vor kurzem erst getauscht. So, nun dürfte der Kangoo erst einmal wieder fit sein.

Vierte Hauptuntersuchung:
nach neun Jahren und ca. 125.000 Kilometern war es wieder so weit - die HU ruft! Nachdem ich mich in letzter Zeit über die hohen Preise bei der DEKRA geärgert hatte, beschloss ich dort nicht mehr hinzufahren, obwohl die nächste Prüfstelle in unmittelbarer Nähe liegt. Auch der TÜV-Rheinland ist preislich nicht wirklich eine Alternative. Letztendlich habe ich die HU in der "freien Werkstatt meines Vertrauens" von der GTÜ machen lassen. Die Werkstatt hat dann auch gleich die "geringen Mängel" (defekte Kennzeichenbeleuchtung) für mich beseitigt. Mit 75,- Euro war die HU gut 20,- Euro günstiger als bei der DEKRA. Allerdings hatte ich mich auch vorher innerhalb meiner bescheiden Möglichkeiten versichert, dass keine größeren Probleme vorliegen. Die defekte Kennzeichenbeleuchtung war mir trotzdem entgangen... :-)

Fünfte Hauptuntersuchung:
elf Jahre und 160000 km später. Bei der fünften HU hatte ich leichte Bedenken. Zu viele Kangoos im Alter von 10 Jahren fallen bei der HU mit erheblichen Mängeln durch. Wieder entschloss ich mich "Werkstatt-TÜV" machen zu lassen. Der Prüfer hatte es anscheinend auf mein Auto abgesehen: sie viele kleine (oder eher "kleinliche") Mängel hatte ich noch nie! Die Krönung war die "nicht lesbare" Feinstaubplakette. Also mit ein bisschen guten Willen war die noch sehr wohl lesbar. Die schwerwiegenden Mängel waren eine gebrochene Stabihalterung und eine gerissene Lenkmanschette. Beides Punkte, die ich sehr wohl einsehe. Das Öl "schwitzende" Getriebe wiederum haben wohl gut 50% aller auf der Straße fahrenden Autos. Aber der Prüfer bemängelte diesmal auch das. Aber was hilft das Jammern - für einen 11 Jahre alten Kangoo waren das alles Kleinigkeiten. Zwei Tage später war der Wagen wieder in der Werkstatt und alle kleinen und großen Mängel wurden für 400,- Euro beseitigt. Damit war dann auch die HU Plakette bei der Nachprüfung kein Problem mehr. Als dezenter Hinweis stand dann noch "beginnendes Spiel Spurstangenkopf links". Da ich beim letzten Tausch der Spurstangenköpfe welche mit Schmiernippel bekommen hatte, presste ich kurzerhand in beiden Spurstangenköpfen Fett nach. War auch nötig! Links kam das Fett zwar aus dem Nippel wieder hinaus, aber ich hoffe es ist genug drin geblieben.

Winterreifen:
Wie schon bei unserem Fiat Punto bemerkt sind Winterreifen für uns Pflicht. Unser Kangoo wurde ohne Winterräder geliefert und da wir ihn im Frühjahr kauften machten wir uns darum erstmal keine Gedanken. Dank des ungewöhnlich milden Herbstes 06 konnten wir den Kauf von Winterrädern bis zum Dezember verschieben. Ganzjahresreifen wollte ich keine haben, da die Originalbereifung unseres Kangoo sehr ausgewogene Fahreigenschaften hatte und ich nicht einsah die noch sehr guten Reifen zu tauschen. Wie üblich begann ich bei der Suche nach Winterkompletträdern auf Stahlfelgen bei unseren lokalen Reifenhändlern. Unser Kangoo hat bei der Anmeldung den neuen EU-Fahrzeugschein/-brief bekommen, in dem leider nur noch eine einzige Reifengröße eingetragen wird. Diese lautet bei uns 175/65 R14. Auch zulässig wären aber 165/70 R14 gewesen, ein etwas günstigeres Maß. Da ich aber keinen Ärger bei TÜV und/oder Polizeikontrollen haben wollte, von denen man im Rahmen der neuen EU-Papiere immer so viel hört, suchte ich nach Reifen in der eingetragenen Größe. Meine Anfragen hatten fast astronomische Preisvorstellungen zur Folge, obwohl ich absichtlich nach günstigen Reifen geschaut hatte. Leicht entmutigt schaute ich interessehalber mal im Internet nach und siehe da: der Preisunterschied beim Onlinehändler lag teilweise bei mehreren hundert(!!!) Euro. Mit gemischten Gefühlen im Bauch entschloss ich mich meine Kompletträder bei "reifenversand.com" zu bestellen. Das Angebot für 4 komplette Räder lag bei 308,- Euro. Sie sollten fertig montiert und gewuchtet geliefert werden. Inklusive Versankosten konnte ich so gegenüber dem günstigsten Angebot unserer lokalen Händler satte 150,- Euro sparen. Mittwochs habe ich die Reifen online bestellt und Freitags hatte ich sie fix und fertig sauber in zwei Pakete verschnürt (siehe Foto) vor der Tür liegen. Ich denke besser geht es kaum! Ein ganz großes Lob an dieser Stelle an "reifenversand.com" und meine ausdrückliche Empfehlung an alle die gerade auch Reifen suchen! Bei den Reifen selber hatte ich mich für günstige Markenreifen (keine Runderneuerten) entschieden: den Pneumant PM+S100. Er wurde gerade vom ADAC in genau dieser Größe getestet und erzielte ein gutes "befriedigend". Allerdings gebe ich auf solche Tests im allgemeinen nicht viel. Besser sind in meinen Augen die Erfahrungswerte von Nutzern, die diese Reifen tagtäglich fahren. Und dort ist man im allgemeinen sehr zufrieden mit dem Produkt. Im Frühjahr werde ich dann hier von unseren eigenen Erfahrungen mit dem Reifen berichten können.
Nachtrag I:
tja, wie soll man über die Fahreigenschaften von Winterreifen berichten, wenn wir gar keinen Winter hatten... ;-) OK, die Reifen haben sich trotzdem im wärmsten Winter seit Menschengedenken wunderbar bewährt. Das Fahrverhalten bei Nässe und auch bei kälteren Temperaturen war absolut vorbildlich. Das leicht "schmierige" oder "teigige" Fahrgefühl, daß man bei manchen Winterreifen hat, fehlt hier völlig. Man glaubt fast auf Sommerreifen unterwegs zu sein. Da wir im Rheinland kein Eis und erst recht keinen Schnee hatten, kann ich noch nicht sagen ob sich die Reifen auch dort bewährt hätten. Aber der nächste Winter kommt bestimmt... Bislang fällt mein Fazit jedenfalls absolut positiv aus und ich kann die Reifen sehr empfehlen.
Nachtrag II:
Ein Jahr später kam der Winter dann doch mit heftigen Schneefällen Ende November. Diese Gelegenheit habe ich sofort genutzt um die Reifen auf Schnee zu testen. Und ich wurde tatsächlich nicht enttäuscht. Bei rutschigen Straßenverhältnissen kann man noch locker anfahren / beschleunigen und die Pappnasen auf Sommerreifen sicher überholen. Die Bremswirkung ist zusammen mit dem ABS gut, Schleudern setzt sanft und kontrollierbar ein. So macht das Fahren auf Schnee richtig Spaß! Weiterhin empfehlenswert!
Winter 2009/2010:
der härteste Winter seit vielen Jahren war eine echte Belastungsprobe für Reifen, Auto und natürlich auch die Fahrer. Hier im Rheinland sind wir ja milde Winter gewohnt und so mancher Autofahrer kam sogar mit Sommerreifen durch das ganze Jahr. Nicht so in diesem Winter. Schnee satt und andauernde tiefe Temperaturen sorgten sogar dafür, daß der Stadt das Streusalz ausging. Einen effektiveren Alltagstest für Winterreifen als diese Saison von November bis in den März hinein kann ich mir nicht vorstellen. Im Gegensatz zu meinem Twingo hatte ich im Kangoo immer ein sicheres Gefühl. Die Winterreifen hatten auf Schnee eine ausreichende Haftung. Auf Eis teilte das früh einsetzende ABS immer rechtzeitig mit, wann man besonders vorsichtig fahren musste. Die Haftung auf Eis ist natürlich grenzwertig, aber da macht jeder Reifen schlapp. Richtig brenzlige Situationen hatte ich mit dem Kangoo nie. Der Kangoo hat auch scheinbar genug Gewicht auf der Vorderachse, um Anfahren am Berg bei Glätte nicht zur Gedultsprobe werden zu lassen. Insgesamt ist also die Kombination aus Kangoo mit diesen Winterreifen durchaus empfehlenswert.


Winter 2013/14:
nach acht Wintern waren die Winterreifen von Pneumant so ziemlich am Ende und dieser Winter wäre sicher die letzte Saison gewesen. Beschweren kann man sich freilich nicht, acht Jahre sind bei unserer eher geringen Laufleistung trotzdem ein guter Wert. Aber es sollte anders kommen. Die Reifen waren gut zwei Wochen wieder drauf (streng nach der Regel: "O bis O" - also Oktober bis Ostern), da bemerkte ich vorne rechts einen schleichenden Plattfuß. Anfangs genügte eine wöchentliche Kontrolle, doch schon schnell betrug der Luftverlust über ein bar pro Tag. Und eines Tages kam ich zur Kontrolle raus und der Reifen war komplett platt. Nach der Demontage sah ich dann, daß wir uns eine Schraube in den Reifen gefahren hatten. Da half nur noch das Ersatzrad weiter, während ich mich auf die Suche nach neuen Winterreifen machte. Da ich mit günstigen Reifen stets gute Erfahrungen gemacht hatte, versuchte ich nun wieder welche zu bekommen. Aber zwei Reifenhändler konnten mir kein Angebot unter 80,- Euro pro Rad (komplett inkl. Montage) machen. Da bin ich wieder zu unserer zuverlässigen freien Werkstatt "Auto Dirks" in Bornheim gegangen und siehe da: 65,- Euro inkl. alles pro Rad und sogar noch einen halbwegs guten "Marken"reifen. Es handelt sich um "Kumho" Reifen aus Korea mit der Bezeichnung "I´zen 23". Die Reifen wurden bei verschiedenen Tests überwiegend mit "befriedigend" ausgezeichnet. Ich gebe zwar nicht viel auf solche Tests, aber schaden kann es ja auch nicht. Da wir (endlich) mal wieder einen ausgesprochen milden Winter haben, kann ich momentan zu den Wintereigenschaften nicht viel sagen, werde aber weiter berichten. Ansonsten laufen die Reifen ganz hervorragend, sind kaum als Winterreifen zu spüren. Der Unterschied ist recht deutlich, da die alten "Pneumant" im Laufe der Jahre doch recht "rauh" geworden waren.
Nachtrag:
da die Winterreifen in diesem, sehr milden Winter so gut liefen, beschloss ich sie einfach den Sommer über drauf zu lassen. :-) Optimale Reifen für den Sommer sind das natürlich nicht, aber wir kamen ganz wunderbar durch die Saison.

Winter 2016/17:
nachdem wir die "Kumho" Winterreifen drei Jahre Sommer wie Winter durch gefahren hatten, waren sie fertig - zumal ich mir vor einiger Zeit leicht die Spur verstellt hatte und sie deshalb auch noch einseitig abgefahren waren. Zeit also für Neureifen. Da wir hier im Rheinland in der Regel sehr milde Winter haben, entschloss ich mich es einmal mit Ganzjahresreifen zu versuchen. Ich entschied mich für den "Falken Euro All Season AS200", der in Testberichten wenigstens nicht allzu grottig abschnitt. Wieder bestellte ich ihn bei meiner Lieblings Autowerkstatt "Auto Dirks" und bezahlte pro Rad 55,- Euro "all inklusive". Das fand ich recht günstig. Ich hoffe dass wir mit diesem Reifen gut fahren werden. Schließlich dürfte ein neuer Allwetterreifen bei Schnee und Eis immer noch besser als ein abgefahrener Winterreifen sein. Und im Sommer erhoffe ich mir etwas weniger Verschleiß und mehr Laufleistung.

Nachtrag, Winter 2017/2018: die Reifen machen Sommer wie Winters einen guten Eindruck, allerdings ging die Hoffnung auf geringeren Verschleiß total in die Hose. Mit Schrecken sah ich, dass die Reifen schon nach einem einzigen Jahr kräftig Profil gelassen hatten. Mit etwas guten Willen könnte man sie ein weiteres Jahr fahren, aber länger nicht. Leider nicht empfehlenswert! 

 

 

 



Mittelarmlehne:

Nach einem Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule habe ich leichte Schmerzprobleme in meinem rechten Arm. Wenn ich ihn nicht abstützen kann, werden längere Autostrecken schnell zur Qual. Dabei ist es irrelevant ob ich selber fahre oder nicht. Von daher war die nachträgliche Montage einer Mittelarmlehne die erste Investition in das neue Auto. Am günstigsten wären natürlich Universallehnen gewesen. Allerdings machen diese nicht den stabilsten Eindruck. Ausserdem war mir der Gedanke zuwieder für die Montage den Mitteltunnel anzubohren! Also schaute ich mich nach fahrzeugspezifischen Lehnen um. Fündig wurde ich beim Zubehörhersteller KAMEI. Die Lehne hat die Nummer 15238 und hat eine für den Kangoo angepasste Halterung. Schon beim Auspacken machte das Ganze einen guten Eindruck. Nur das integrierte Ablagefach machte sich dauernd selbstständig. Das hatte ich aber mit ein paar Kabelbindern schnell im Griff. Die Lehne wird unter den Sitzschienen montiert und mittels zweier Inbusschrauben von oben fixiert. Die entsprechenden Bohrungen waren in unserem Kangoo bereits werksseitig vorhanden, bei älteren Modellen kann es sein, daß man bohren muss. Die Montage war absolut problemlos und hat leidiglich fünf Minuten gedauert. Die Lehne lässt sich in der Höhe verstellen und zudem noch horizontal um gut 10cm verschieben. Es werden weder das Anschnallen noch die Sitzverstellung behindert. Genauso muss es sein!!! Die Lehne ist sehr stabil und bequem. Es gibt sie in verschiedenen Designs. Diese hat einen grauen Stoffbezug, der fast genau zu unserer Polsterung passt. In der Tat schaut die Lehne so aus, als gehöre sie schon immer da hin. Übrigens lässt sie sich selbstverständlich zwischen die Sitze hochschwenken und stört so nicht. Ausser dem Ablagefach ist sogar noch ein Münzhalter integriert. Die Lehne ist zwar mit 90,- Euro nicht gerade billig, aber ein Qualitätsprodukt und von daher absolut empfehlenswert!

Dachträger:
Für mich sind Dachträger ein absolutes Muss! Ich hatte bisher für jedes Auto welche und habe sie auch bei jedem Fahrzeug genutzt. So finde ich eine Dachgepäckbox beispielsweise extrem praktisch, und auch beim Wintersport kommen die Skier bei uns immer auf´s Dach. Das Gleiche gilt für Fahrräder. Lange Rede kurzer Sinn, für den Kangoo mussten ebenfalls Dachträger her. Eine kurze Recherche im Internet förderte Erstaunliches zutage: am günstigsten sind die Originalträger von Renault! Also bin ich zu unserem größten Händler im Umkreis gefahren und konnte die Träger direkt ab Lager mitnehmen. Sie haben die Teilenummer 77 01 410 292 und kosten 77,- Euro das Paar. Die Befestigung der Träger hat mich total fasziniert! Im Fahrzeugdach sind werksseitig vier Gewinde eingelassen, die von Schraubstopfen abgedichtet werden. In diese Gewinde werden die Träger mittels vier Thorxschrauben eingeschraubt - fertig. Genial einfach, genial fest, genial sicher! Wenn ich mir da so anschaue, mit welch "krampfhaft" seltsamen Befestigungen Fahrzeuge ohne Regenrinne sonst ausgestattet sind (z.B. der Fiat Punto), dann frage ich mich warum man das nicht immer so macht... OK, natürlich möchte nicht jeder mit "Löchern" im Dach herumfahren. Auch hier kann der Kangoo wiederum seine Abstammung vom Handwerkerfahrzeug nicht leugnen. Einen Nachteil hat diese Konstruktion freilich: man kann die Träger nicht in Längsrichtung verstellen! Und die Träger sind recht weit auseinander, weshalb unsere Dachbox beispielsweise nicht mehr draufpasst. Hier muss man sich dann eine andere Befestigung einfallen lassen. Übrigens lässt sich durch die fest eingebauten Befestigungspunkte jeder Kangoo mit der originalen Dachreling nachrüsten, auf die dann wiederum Universalquerträger passen. Die Reling ist aber erheblich teurer!

Laderaum-Trenngitter selbstgemacht:
Viele Menschen mögen es gar nicht glauben, aber der Kangoo hat doch tatsächlich einen größeren Gepäckraum als ein VW Passat Kombi. Natürlich nur wenn man die Höhe berücksichtigt... Und um diese vernünftig zu nutzen benötigt man zwingend eine Abtrennung zwischen Gepäck- und Passagierraum, damit man das Gepäck z.B. bei Urlaubsreisen so richtig hoch stapeln kann. Also führte mich mein Weg wieder zum Renault-Händler, um mich nach dem Preisen für das original Gepäcknetz zu erkundigen. Dabei verschlug es mir fast den Atem... Für das Netz verlangt Renault unglaubliche 204,- Euro. Und als Krönung kosten die Befestigungsspangen für innen im Dachraum noch mal 67,- Euro - DAS STÜCK! Macht zusammen 338,- Euro für ein Gepäcktrennetz plus Halterungen. Ganz schön unverschämt! Und unverständlich, wo doch z.B. die Dachträger wirklich günstig waren. Wenn man das Gepäcknetz übrigens bei einem Neuwagen mitbestellt, kostet es nur 80,- Euro - alles inklusive... OK, also habe ich mir eine eigene Lösung ausgedacht. ACHTUNG: diese Bauanleitung ist nur als Anregung zu verstehen. Das von mir entworfene Gitter ist nicht sicherheitsgeprüft! Ein Nachbau erfolgt auf eigene Gefahr. Ich bin nicht für eventuelle Schäden oder Verletzungen verantwortlich zu machen!So, das hätten wir also auch. Diese Anleitung ist für einen Kangoo Phase 2 ohne Dachstaukästen gedacht. Wer ebenso wie ich viel Geld sparen möchte braucht etwas Aluwinkelprofil, Alurohr mit 20mm Durchmesser, Schrauben, Unterlegscheiben, Federscheiben, zwei Schraubösen (werden auch Ringmutter genannt) mit einem Innendurchmesser > 20mm, zwei Spannriemen, Schlauchschellen und eine Metallgitter mit insgesamt 120cm Breite und ca. 60 cm Höhe. Materialkosten insgesamt ca. 40 bis 60,- Euro, also in etwa den Kosten EINER original Renault-Befestigungsspange... Als erstes werden die Aluwinkel passend abgelängt und gebohrt, damit sie an den vorhandenen Gewinden im Dachbereich angeschraubt werden können. Ich habe die Winkel 42cm lang geschnitten und die Kanten sorgfältig abgerundet. Die Löcher sollten einen Abstand von 37cm haben.

Diese beiden Winkelprofile verbleiben permanent im Fahrzeug. Ich habe sie mit Edelstahlschrauben, großen Karosseriescheiben und Federscheiben zur Sicherung verschraubt. Unten in die Profile muss noch das Loch für die Schraubösen (Ringmutter) gebohrt werden. Ein Maß hierzu möchte ich nicht angeben, da jeder individuell entscheiden sollte wie man das Gitter am besten positionieren möchte. Ich habe einfach eine Lotrechte genau hinter die Sitzbank gezogen und dort meine Bohrungen angesetzt. Die Schraubösen haben einen Innendurchmesser von 24mm und ein M10 Gewinde. Auch hier kommen wieder Edelstahlschrauben, Unterleg- und Federscheiben zum Einsatz. Die Ösen werden bei der Montage, bzw. Demontage des Gitters jeweils eingeschraubt oder entfernt.

Das Alurohr habe ich passend abgelängt, so daß es genau in den Innenraum passt, wenn es durch die Schraubösen verläuft. In meinem Fall genau 119,5 cm. Die Enden wurden sorgfältig entgratet und mit Isolierband umwickelt, damit sie nicht am Lack scheuern. Bei mir passte das Rohr so genau, daß es sich kaum nach rechts und links verschieben lässt. An das Rohr wird nun mittels Schlauchschellen das passende Gitter befestigt. Ich habe zwei Gitterelemente von 60x60 cm genommen, die eigentlich für den Käfigbau von Kleintiergehegen gedacht sind. Sie lassen sich miteinander verbinden, so daß am Schnittpunkt genug Stabilität gegeben ist. Die Gesamtfläche ergibt so ca. 115x60 cm. Das passt genau zwischen die Kunststoff-Seitenteile der Gepäckraumabdeckung, wo auch die hinteren Lautsprecher eingebaut sind. Das Gitter besitzt eine Drahtstärke von ca. 2mm und ist mit grünem Kunststoff überzogen. Ebenfalls denkbar wären ein Stück Mattenzaun oder aber ein Netz irgendeiner Art.

Am unteren Ende des Gitters hinter der Sitzbank habe ich ein zweites Alurohr mit einer Länge von 110 cm befestigt. Zwei Spanngurte mit einer Zuglast von jeweils über 200kg ziehen das Gitter nach unten stramm. Befestigt sind die Gurte unter der Sitzbank. Auf den Fotos nicht zu sehen sind die beiden Federsplinte in der oberen Alustange hinter den Schraubösen. Sie sollen im Falle eines Aufpralls verhindern, daß die obere Alustange in der Mitte einknickt und einfach aus den Ösen rutscht. Der gesamte Bau des Trenngitters hat nur zwei bis drei Stunden gedauert und ist mit recht wenig Aufwand verbunden.

Dieses Gitter soll im Falle einer Notbremsung verhindern, daß Gepäck vom Laderaum nach vorne geschleudert wird. Es ist für uns klar, daß wir im Bereich des Gitters nur leichtes Gepäck wie Decken oder Kleidung verstauen dürfen. Mehr dürfte und soll das Gitter auch nicht aushalten. Das Gitter ist nicht dafür entworfen im Falle eines Crashs mit Auslösung der Airbags das Gepäck aufzuhalten. Allerdings bezweifle ich, daß das Originalsystem in so einem Falle halten würde. Das gesamte Gitter lässt sich innerhalb von 5-10 Minuten komplett entfernen (bis auf die Aluschienen). Bei uns verbleibt das Gitter in der Regel im Fahrzeug. Nur für das Verladen von langen Gegenständen, bei denen die Sitzbank umgeklappt werden muss, demontieren wir es. Das Gitter ist übrigens ausreichend dünn, so daß es im Rückspiegel die Sicht nach hinten nicht stört. Die Gepäckraumabdeckung lässt sich mit montiertem Gitter nicht mehr anbringen!

Zum besseren Verständnis habe ich auf vielfachen Wunsch noch eine Zeichnung angefertigt. Achtung: da ich kein technischer Zeichner bin ist diese Skizze weder maßstabsgerecht noch perspektivisch korrekt!

Insgesamt eine recht befriedigende Lösung, die uns viel, viel Geld gespart hat! So, und nun viel Spaß beim Nachbauen und Verbessern!

 

Einbau einer Anhängerkupplung:
eine Anhängerkupplung hätte ich gerne an jedem meiner Autos, da ich diese extrem praktisch finde. Leider hat es bis jetzt nur einmal geklappt - an meinem Fiat Punto. Vor allem wenn man einen Garten hat ist es manchmal sehr praktisch sich einen Anhänger auszuleihen, um z.B. Grünschnitt wegzubringen. Beim Kangoo habe ich mich dann ganze sechs Jahre nach dem Kauf entschieden, doch noch eine Anhängerkupplung zu montieren. Der eigentliche Grund dafür war allerdings, daß wir uns einen Wohnwagen angeschafft hatten. Bestellt habe ich eine starre Kupplung mit fahrzeugspezifischen Elektrosatz bei der Firma Rameder unter kupplung.de. Der Preis war inkl. Versand knapp über 200,- Euro. Bestellt habe ich Dienstags, angekommen ist die Kupplung Freitags. Das ist ganz OK, entspricht aber nicht dem "Blitzversand" mit dem Rameder Werbung macht. Eine Versandnachricht bekam ich auch nur auf Anfrage. Trotzdem ist der Shop empfehlenswert, da fast alles sofort lieferbar ist.

Nachdem ich mich im Internet "schlau gemacht" hatte und immer wieder auf Kommentare stieß, die den Einbau als "extrem einfach" bezeichneten, beschloss ich die Anhängerkupplung selbst zu montieren. Im Nachhinein gesehen die richtige Entscheidung. Jeder, der keine zwei linken Hände hat, kann das durchaus hinbekommen. Gleichwohl sollte man wie immer beim Schrauben am Auto immer wissen, was man tut, damit es später keine unangenehmen Überraschungen gibt. Die gelieferte Kupplung ist von der Firma "Westfalia", der Elektrosatz von "Jaeger automotive". Beide Einbauanleitungen sind verständlich und ausreichend. Und das obwohl die Anleitung des Elektrosatzes sogar unbebildert ist! Beim Kangoo ab Baujahr 1998 sind sämtliche Öffnungen vorbereitet und mit Blindstopfen verschlossen. Es muss nichts gebohrt oder gesägt werden! Übrigens muss die Anhängerkupplung dank EG-Typgenehmigung nicht mehr eingetragen werden, jedoch ist die Einbauanleitung immer im Auto mitzuführen.

Als erstes wird das Ersatzrad vom Fahrzeugboden entfernt und die hintere Stoßstange abgeschraubt (die Lage sämtlicher Verschraubungen ist in der Anleitung vorbildlich gekennzeichnet). Die Stoßstange ist so leicht, daß man sie problemlos alleine abnehmen kann. Dann muss die hintere Halterung des Auspuffs abgeschraubt und das Hitzeschild etwas zur Seite gebogen werden. Dann kommt man überall ausreichend heran. Übrigens ist es nicht nötig das Auto hinten aufzubocken, Tut man es trotzdem, hat man es etwas bequemer.

Als nächstes entfernt man die vier Blindstopfen auf der unterseite des hinteren Querholms. Obwohl man nur zwei Öffnungen braucht muss man trotzdem alle vier Stopfen abnehmen, da Kupplung sonst später auf den Stopfen aufsitzen würde. Wenn man schon dabei ist, kann man gleich die Stopfen im Hinteren Bereich der Längsholme hinter dem Hitzeblech des Auspuffs rechts und unter der Tankleitung links entfernen. Dort wird nämlich die vordere Aufhängung der Kupplung verschraubt.

Nun werden die Metallwinkel mit dem langen Gewinde an der Unterseite und der aufgeschweißten Mutter am oberen Ende VON UNTEN IN DEN HOLM eingeführt. Und zwar durch die Öffnungen, deren Blindstopfen man gerade entfernt hat. Dies ist der einzige Punkt, der etwas fummelig ist. Ich musste die Winkel mit etwas Nachdruck in die Öffnungen "zwingen". Letztendlich ging es aber doch.

Nun kann die eigentliche Anhängerkupplung eingebaut werden. Vorher noch genau nachprüfen, ob irgendwo an den Auflageflächen der Kupplung dicker Unterbodenschutz aufgetragen wurde. Der muss vorher weg, damit eine kraftschlüssige Verschraubung der Einzelteile gewährleistet ist. Bei mir war auf der linken Seite am Querholm ein dicker Blob Unterbodenschutz, den ich mühsam mit einem großen Schraubendreher abstemmen musste. Gemäß Einbauanleitung wird nun die Kupplung erst an den Längsholmen verschraubt, dann an den Metallwinkeln im Querholm. Das hat bei mir NICHT funktioniert, da ich die Metallwinkel im Holm nicht mehr schräg genug stellen konnte um die Gewinde auch durch die Bohrungen auf der Unterseite der Kupplung zu führen. Also habe ich die Kupplung erst lose an den Metallwinkeln verschraubt und dann die Bolzen an den Längsholmen angebracht. Diese sind übrigens trotz der beengten Platzverhältnisse überraschend gut einzuführen, samt aufgeschobener Distanzhülsen. Nun habe ich die äußeren Metallwinkel an der Querholmverschraubung angebracht und alles mit dem vorgeschriebenen Anzugsdrehmomenten festgeschraubt. Anschließend wurde die Halterung des Auspuffs wieder angeschraubt. Der mechanische Teil des Anbaus ist somit bis auf den Kugelkopf abgeschlossen. Diesen habe ich jedoch erst angebracht, nachdem die Stoßstange wieder dran war. Man hätte es aber auch jetzt machen können.

Nun kommt der Elektrosatz dran, der aus erstaunlich wenigen Teilen besteht. Die Rückleuchten müssen abgenommen werden. Es gibt einen linken und einen rechten Kabelstrang. Diese werden jeweils durch die vorhandene Öffnung geführt (Blindstopfen vorher entfernen). Die Stecker der Rückleuchten werden auf die vorgefertigten Zwischenstecker geclipst. Die Kabelstränge laufen dann an der Heckklappendichtung entlang nach unten unter die Stoßstange. Wen das stört, der kann wohl irgendwie auch die Kabel durch die Holme nach unten verlegen, jedoch war mir das zu mühsam. Ich habe es so gemacht wie vorgesehen und das funktioniert prima! Am linken Kabelstrang muss nach ein Massepunkt angeschlossen werden. Am rechten Kabelstrang gibt es einen Erweiterungsstecker für Dauerplus (als Zubehör erhältlich), den ich bei mir aber nicht angeschlossen habe. Letztendlich werden die Kabelstrangenden dann an die entspechenden Kontakte an der Anhängersteckdose verschraubt.

Zum Schluß habe ich dann die Rückleuchten und die Stoßstange wieder angebracht. Die in der Anleitung vorgesehenen Ausschnitte der Stoßstangen-Prallelemente mussten bei meinem Kangoo NICHT gemacht werden, die Stoßstange passte auch so! Nun musste nur noch der Kugelkopf montiert werden - fertig! Insgesamt habe ich etwa drei Stunden gebraucht. Allerdings habe ich mir viel Zeit gelassen und einige Schritte mehrmals ausgeführt, bis ich vollkommen zufrieden war. Am nächsten Tag habe ich einen Funktionstest mit einem geliehenen Anhänger gemacht: alles in bester Ordnung!

Übrigens: die Installation des Elektriksatzes ist bei meinem Kangoo so einfach, weil er mit der "akustischen Blinküberwachung" ausgestattet ist. So muss keine Zusatzblinkleuchte, Elektrobox oder Zusatzrelais eingebaut werden. Die Bordelektronik des Kangoo regelt alles automatisch.

Tagfahrlicht:
im Rahmen unserer zahlreichen Urlaubsfahrten nach Dänemark habe ich das Fahren mit Licht als Sicherheitsaspekt zu schätzen gelernt. Allerdings "nervt" es mich ein wenig, dazu die komplette Beleuchtung des Fahrzeugs einschalten zu müssen. Von daher halte ich die Einführung von Tagfahrlicht für eine klasse Sache. Leider ist unser Kangoo damit noch nicht ausgestattet, so dass ich schon länger über eine Nachrüstung nachdachte. Nun habe ich es endlich realisiert. Ich entschied mich für einen Universal-Einbausatz für € 38,-. Ich achtete darauf, dass ich runde Tagfahrleuchten bekam, mit einem Mindestdurchmesser von 8cm. Diese hier sind sogar 9cm groß. Der Grund dafür ist, dass ich den Ehrgeiz habe sie an der Stelle der Nebelscheinwerfer einzubauen, mit denen unser Kangoo ebenfalls nicht ausgestattet ist. Die Tagfahrleuchten haben 18 hellweiße LED pro Licht und sind nach Straßenverkehrsordnung zugelassen (Prüfzeichen auf dem Glas). Der Einbau gestaltete sich sehr schwierig. Letztendlich nahm ich den gesamten vorderen Stoßfänger ab, damit ich an die Montagestelle der Nebelleuchten besser heran kam. Der Universalbefestigungsbügel passte nicht so recht in die Halterung der Nebelleuchten und ich musste einiges an Plastik wegfräsen und einige Löcher bohren, bevor das Ganze einigermaßen hielt. Der elektrische Anschluss war dann nur noch eine Kleinigkeit. Mit der Optik bin ich nun mehr als Zufrieden! Dadurch, dass an dieser Stelle sowieso Scheinwerfer vorgesehen gewesen wären, schaut das Ganze so aus als sollte es ab Werk so sein. Das Licht ist schön hell und macht schon von weitem auf einen aufmerksam. Sicherheitsauftrag erfüllt!

 

 

 

 

 

Defekte, Mängel und Pannen:

Unfallschaden:
Nachdem wir unseren Kangoo gut ein dreiviertel Jahr hatten, ist uns eine junge Frau ins Heck gefahren. Das hat ganz schön gerappelt. Von aussen war ausser einer leicht verkratzten Stoßstange nicht viel zu sehen, bei näherer Betrachtung jedoch war auch das Heckbleck eingedrückt. Glücklicherweise waren wir am Unfall nicht Schuld, so daß wir unser schönes Auto in die Obhut einer Renault Werkstatt gaben, die den Schaden für teure 1500 Euro netto reparierten.

 

Bremsverschleiß:
gehört eigentlich nicht hierhin, da die Bremsen Verschleißteile sind. Allerdings macht es sich Renault hier ein wenig zu einfach. Nach 47.000 Kilometern mit viel Stadtverkehranteil waren die vorderen Bremsklötze verbraucht. Nun kommt das Problem: beim Tausch der Bremsklötze schreibt Renault ebenfalls den Tausch der Scheiben vor. Diese sind anscheinend aus so minderwertigem Material, daß sie dann total eingelaufen sind. Die Innenbelüfteten Scheiben sind allerdings nicht gerade billig, so daß schon einmal 500,- Euro an Reparaturkosten auf einen zukommen können. Beim nächsten Mal werde ich mir Bremsscheiben vom Zweitausrüster besorgen. Die halten zwar genauso kurz, kosten aber nur die Hälfte.
Nachtrag: bei Kilometerstand 104.000 waren die Bremsen wieder fällig, die Beläge waren völlig runter. Beim Ausmessen der Bremsscheibendicke (geht am besten mit einer Mikrometerschraube, siehe Bild) stellte ich fest, daß man die Scheiben noch ca. ein Jahr hätte fahren können. Da ich mir die Scheiben aber diesmal wie angekündigt bei einem Zweitausrüster besorgt hatte (bestellt bei ATP, Gesamtkosten ca. 50,- Euro, mit E-Zulassung und Garantie) habe ich nicht lange gafackelt und die alten Scheiben runter geschmissen. Der Austausch der Scheiben war etwas mühselig, weil sie komplett an der Radnabe festgerostet waren. Mit etwas Nachdruck ging es aber doch. Auch die kleinen Torx-Halteschrauben liessen sich relativ problemlos herausdrehen, was nicht immer selbstverständlich ist (siehe Bremsentausch beim Twingo). Zwei Wochen später kann ich sagen, daß das Bremsverhalten mit den "Billig"scheiben und Belägen einwandfrei ist. Man spürt keinen Unterschied zu den Renault-Originalteilen. Wie lange das Set hält werden wir dann sehen...
Nachtrag: nach zwei Jahren habe ich festgestellt, dass sich die Bremsbeläge leicht ungleichmäßig abnutzen. Der Belag rechts außen ist  dünner als der Rest. Obwohl die Restbelagstärke noch locker für einige Zeit ausgereicht hätte, habe ich die Beläge trotzdem mal lieber ausgetauscht. Die Bremsscheiben zeigen sich sehr standfest und haben noch genug "Futter" für zwei weitere Jahre. Da sie sich so gut bewährt haben, entschied ich mich bei den neuen Bremsbelägen wieder für Billigprodukte (€ 20,- / Satz). Das Bremsverhalten ist einwandfrei.

 

Heckklappenschloß:
déjà vu - wie schon beim Punto hat sich auch beim Kangoo nach zwei Wochen Fahrt über dänische Schotterstraßen die Verriegelung der Heckklappe selbstständig gemacht. Gelockert hatte sich diesmal der Haltebügel. Gemerkt haben wir es, weil sich die Klappe immer schlechter schließen liess. Ist aber kein großes Problem. Einfach die Verkleidung entfernen und die Schrauben wieder anziehen. Dabei den Bügel entsprechend justieren bis die Klappe wieder satt schließt.

 

Frontscheibe:
Das hat einen Schlag gegeben... Von der Plane eines vorausfahrenden LKW segelte im Winter ein größeres Stück Eis genau in unsere Frontscheibe. Vor lauter Schreck über den Knall haben wir verpasst die Nummer des LKW aufzuschreiben. Die Scheibe war jedenfalls gründlich gerissen. Unsere Versicherung schickte uns dann wenige Tage später eine mobile Reparaturstation vorbei, die uns in nur 30 Minuten direkt vor der Haustür eine neue Scheibe einbauten. Die Selbstbeteiligung der Teilkasko haben wir auch gleich dort abgegeben und die Sache war erledigt. Ein guter Service!

 

Zündspule:
aus diversen Internetforen war mir bekannt, daß die Zündanlagen der 16V Motoren, insbesondere die Zündspulen, besonders anfällig sind. Ein Blick in die Pannenstatistik des ADAC scheint dies auch zu bestätigen. Beim 1,6 Liter 16V Motor ist pro Zylinder eine Zündspule verbaut, Ausfall minestens einer Spule fast garantiert. Beim 1,2 16V Motor gibt es eine Doppelzündspule, die ebenfalls für Ärger sorgt. Nach vier Jahren und 77.000 km hat es uns dann auch erwischt. Bei unserem Kangoo stellte sich das Problem folgendermaßen dar: war waren aus der Stadt gekommen und hatten nach einer völlig normalen Fahrt das Auto zuhause abgestellt. Nach ca. einer Stunde wollten wir noch schnell etwas besorgen. Der Motor startete zwar, lief aber sehr rauh und unrund, die Leerlaufdrehzahl schwankte stark. Gas nahm er nur unwillig an, es roch nach unverbranntem Benzin. Die Beschleunigung war sehr schlecht, bei höheren Drehzahlen blinkte die orangene Abgaskontolleuchte (die mit dem Motorsymbol). Im Leerlauf war die Warnlampe aus. Klare Sache: der Motor lief nicht mehr auf allen Zylindern. In der (freien) Werkstatt dachte man erst es wäre mit dem Tausch der Zündkerzen getan, aber dann wurde doch noch eine defekte Zündspule diagnostiziert. Zündspule, Zündkabel und Kerzenstecker sind eine miteinander vergossene Einheit, die komplett getauscht werden muss. Man bekommt sie ab 85,- Euro. Wir haben in der Werkstatt komplett mit Fehlerdiagnose, reset des Fehlerspeichers und Montage etwas über 200,- bezahlt. Das kann man eindeutig selber günstiger machen. Irgendwie enttäuschend, daß Renault Teile einbaut, die fast garantiert nach Ende der Gewährleistungsfrist schlapp machen.

 

Startprobleme:
seit einiger Zeit bereitet mir ein seltsames Phänomen Kopfzerbrechen. Manchmal springt unser Kangoo nicht auf Anhieb an. Das passiert eher selten, sagen wir mal im Schnitt einmal pro Monat. Manchmal passiert es mehrmals hintereinander, dann ist wieder für Wochen am Stück alles normal. Der Kangoo braucht dann zwei bis drei Startversuche, bevor er anspringt. Ein Startversuch bedeutet bei mir etwa 3 bis 5 Sekunden Anlasser"orgeln". Man ist es ja von modernen Einspritzmotoren gewohnt, daß sie auf Anhieb anspringen. Früher bei Vergasermotoren, vor allem noch mit manuellem Choke, war es ja durchaus üblich, daß man mehrere Versuche brauchte um den Motor zum Laufen zu bringen. Mir erscheint das Ganze etwas seltsam, auch wenn der Wagen bislang irgendwann immer angesprungen ist. Besonders besorgt bin ich nicht, jedoch mag ich solche Erscheinungen nicht. Ein Auto muss für mich auf jeden Fall zuverlässig sein, und so fährt immer der Gedanke mit, daß er vielleicht irgendwann doch nicht mehr anspringt...
Nachtrag 1:
Und die Sache wird nicht besser, im Gegenteil, es passiert immer öfter. Also mal wieder Zeit Google zu bemühen und einschlägige Foren zu durchstöbern. Und tatsächlich: das Problem zieht sich mal wieder wie ein roter Faden nicht nur durch die Kangoo Foren, sondern durch alle Renault Modelle. Schuld sei der sogenannte "OT-Geber". Er meldet dem Motor, bzw. der Motorelektronik, wenn sich der erste Zylinder im OT (oberer Totpunkt) befindet. Der Geber wird auch "Kurbelwellensensor" genannt. Auch hier hat Renault mal wieder ein Problem mit den Steckverbindern. Das kannt man ja schon vom sporadischen Aufleuchten der Airbaglampe, verursacht durch wackelige Stecker unter dem Sitz. Der OT Sensor fällt deshalb ab und zu aus und man kann das Auto nicht starten. Der Sensor selber ist wohl in den wenigsten Fällen defekt, obwohl auch das vorkommt. Bringt man den Wagen in die Werkstatt, wird grundsätzlich der Sensor ausgetauscht und die Anschlußkabel verlötet, damit das Problem nicht mehr auftritt. Ein Geheimtip sei es jedoch die Steckverbindung gründlich mit Druckluft auszupusten, WD-40 hineinzusprühen und ein paar mal aufstecken. Zum Schluß alles gut mit Isolierband umwickeln. Genauso habe ich es gemacht. Allerdings habe ich niergendwo Informationen gefunden, wo der Sensor bei meinem Motor überhaupt sitzt. In einem Forum bekam ich dann Hilfe, die ich hier weitergeben möchte. Zuerst muss der Luftfilterkasten demontiert werden. Er ist nur gesteckt, bzw mit einer großen Schlauchschelle am Ansaugstutzen geklemmt. Alle Schläuche abziehen, bzw. abdrehen, dann kann er komplett entnommen werden. Der OT-Geber befindet sich mittig oben auf der Getriebeglocke direkt unter der Wasserpumpe. Man kommt einigermaßen schlecht dran, da auch noch ein Hauptkabelstrang im Weg ist. Ich habe die Halteschelle des Strangs gelöst, dann konnte ich ihn einigermaßen beiseite drücken. Nun bin ich gespannt, ob sich das Problem damit gelöst hat, oder ob ich den Geber doch noch austauschen muss. Ich werde weiter berichten.
Nachtrag 2:
jawoll, es war tatsächlich der OT-Geber. Das Problem ist nun über ein Jahr lang nicht mehr aufgetreten, egal ob Kälte, Hitze, Regen, Schnee oder Sonnenschein. Schon erstaunlich, daß man sich mit ein wenig Recherche einen Werkstattaufenthalt von über 100,- Euro ersparen kann.

 

Probleme mit der Vorderachse:
Das Problem mit schleichenden Defekten ist, daß man sie oft nicht richtig wahrnimmt, da man sich an die Wirkung "gewöhnt". So war es auch mit unserem Fahrwerksdefekt. Es fing an mit einem leichten Knacken vorne beim Überfahren von Bodenwellen. Dabei habe ich mir nicht viel gedacht, da der Kangoo grundsätzlich allerlei Geräusche macht. Beim Winter-/Sommerreifenwechsel habe ich sorgfältig die gesamte Vorderache überprüft, aber nichts Aussergewöhnliches entdeckt. Mit der Zeit fing dann das Fahrwerk an "schwammig" zu werden. Das ist nichts Spezifisches, sondern eher so ein Gefühl daß z.B. die Lenkung nicht mehr ganz so präzise ist. Das Knacken wurde mal lauter und verschwand auch wieder eine Zeitlang. Mittlerweile war ich leicht beunruhigt und versuchte der Sache auf die Spur zu kommen. Es ergab sich dann, daß ich den Kangoo ein Zeitlang nicht fuhr, da ich ausschließlich mit dem Twingo unterwegs war. Als ich mich dann wieder ans Lenkrad setzte, hatten sich die Fahreigenschaften rapide verschlechtert: beim Gasgeben zog das Auto nach rechts, beim Gaswegnehmen nach links. Manchmal vibrierte das Lenkrad wie bei schlecht ausgewuchteten Reifen. Eine kurze Anfrage in Kangoo-Fachforum ergab, daß die Spurstangenköpfe ein Schwachpunkt beim Kangoo sind und für alle Symptome in Frage kämen. Also überprüfte ich diese und tatsächlich: beide ausgeschlagen, der Linke sogar erheblich. Der Austausch stellt den Hobbyschrauber vor keine allzu großen Hürden, sofern man weiss was man da tut. Glücklicherweise gehören die Spurstangenköpfe mit 12 Euro / Stück (kein original Renault Ersatzteil) zu den günstigereren Ersatzteilen. Dazu noch ein Kugelgelenkabzieher für 15 Euro und ich hatte die Reparatur für knapp 40 Euro "im Sack".

Größere Probleme gab es nur beim Ausbau der alten Spurstangenköpfe: die Mutter ließ sich bei beiden Köpfen trotz WD40 und dem Einsatz eines Druckluftschlagschraubers nicht vollständig lösen, da sich der Konus im Spurstangenkopf mitdrehte. Was tun? Ich versuchte den Kugelgelenkausdrücker anders herum zu montieren, so daß der Konus auf seinen Sitz gepresst wird. Das erwies sich leider als nicht ausreichend. Also musste ich meine Zerstörungswut walten lassen... :-) Auf der rechten Seite konnte ich das Gewinde unter der Mutter mit einer Metall-Bügelsäge durchtrennen, auf der linken seite musste ich die Mutter vorsichtig abflexen. Eigentlich aber keine große Sache, wenn man entsprechend vorsichtig arbeitet. Danach gründlich mit Druckluft sauberpusten. Interessant vielleicht noch zu erwähnen, daß beim Abdrücken beider Spurstangenköpfe ein gruseliges Fett-/Wassergemisch aus der Manschette kam. Wieder ein Beweis in der Kette, daß die Kugelgelenke wirklich am Ende waren.

Beim Ausbau der alten Köpfe hatte ich mir auf der Spurstange eine Markierung mit Isolierband angebracht, damit ich wusste wie weit ich die neuen Köpfe einzuschrauben hatte. So stimmt die Spur nach der Reparatur wieder ziemlich genau. Vermessen lassen sollte man sie trotzdem, sonst können teure Reifenschäden die Folge sein, wenn nicht sogar Schlimmeres... Ansonsten gibt es beim Einbau keine weiteren Schwierigkeiten. Die Kontermuttern auf den Spurstangen wieder gut festziehen!

Das Fahrverhalten des Kangoos war danach nicht mehr wiederzuerkennen. Wenn solch schleichende Defekte repariert werden, ist der Unterschied zu vorher natürlich besonders groß. Nun lenkt er wieder präzise (für Kangoo-Verhältnisse), es gibt keine aussergewöhnlichen Geräusche mehr und auch das Lenkrad fühlt sich wieder "stabil" an. Mission erfüllt und wieder Geld für einen teuren Werkstattaufenthalt gespart. Nun überlege ich die Traggelenke auch noch zu tauschen, bevor ich die Spur vermessen lasse. Bei 100.000 Kilometern dürften auch diese so langsam fällig sein...

 

OBD-Leuchte:
der Kangoo dieser Baureihe, und so bestätigen es viele Berichte genervter Besitzer aus dem Internet, hat eine etwas eigenwillige Elektronik. So brennt z.B. immer wieder die Airbag-Warnleuchte. Auch die Leuchte für die Onbord-Diagnose (OBD, Motorsymbol) leuchtet immer mal wieder. Fast immer sind schlechte Steckverbindungen die Ursache. Meist gehen die Leuchten nach einigen Tagen wieder von selbst aus, manchmal hilft es an den Kabeln und Steckern zu rütteln. So nervig das ganze auch ist, gefährlich ist es nicht! Man kann die Warnleuchte meist ignorieren, wenn das Auto sich ansonsten ganz normal verhält. Doch eine Ausnahme gibt es - wenn eine HU ansteht (siehe oben)...

Airbag-Warnleuchte:
immer wieder für Ärger nicht nur beim Kangoo, sondern bei Renault allgemein, sorgt die Airbag-Warnleuchte. Sie kann irgendwann unvermittelt an- und wieder ausgehen, völlig unabhängig von Fahrzustand, Beladung und Witterung. Das Fatale an der Sache ist: zusammen mit dem Alarmsignal werden sämtliche Airbags abgeschaltet und eventuell auch die anderen Sicherheitsanlagen wie die Gurtstraffer. Das heißt der Wagen fährt völlig normal, aber man ist im Falle eines Falles nicht ausreichend geschützt. Abgesehen davon ist das Leuchten der Airbag-Warnleuchte bei der HU ein erheblicher Mangel (keine Plakette). Das Problem bei solchen Defekten ist es die wahre Ursache zu finden, da sprichwörtlich fast alles im Airbagsystem die Warnlampe zum leuchten bringen kann. Beim Kangoo aber, oder sagen wir mal bei Renault allgemein, gibt es eine ganz typische Ursache, die fast immer zutrifft: die Anschluss-Stecker der Seitenairbags unter den Sitzen. Ja, wieder einmal sind es schlechte Steckverbindungen, die dem Renault-Besitzer das Leben schwer machen. Einfach die Stecker abziehen, mit Druckluft ausblasen, etwas Kontaktspray hinein und wieder zusammenstecken - Problem gelöst. Noch besser wäre es nur noch den Stecker abzuzwicken und die losen Kabelenden direkt zusammenzulöten. 

Der Kangoo läuft aus:
ein typischer Defekt, der fast immer ganz plötzlich auftritt: die Wasserpumpe! So auch bei uns. Plötzlich steht unter dem Auto eine dampfende Pfütze aus einer relativ klaren, leicht öligen Flüssigkeit. Ein Blick auf den Kühlerausgleichsbehälter offenbart: hier fehlt Kühlflüssigkeit. Es tropft aus dem vorderen, rechten Motorraum. Die Diagnose ist schnell klar: Wasserpumpe defekt. Das ist nach sieben Jahren und 118.500 km sicher zu erwarten. Nicht so schön: die Wasserpumpe wird vom Zahnriemen angetrieben, das ist eine teure und aufwändige Reparatur. Allerdings ist der Riemen nach 120.000 km sowieso fällig, so daß diesmal alles irgendwie zusammenpasst. Riemen und Pumpe haben wir dann bei einer freien Werkstatt machen lassen, da traue ich mich selber nicht ran. Kostenpunkt knapp unter 700 Euro. 

Blinkerbirne austauschen:
eigentlich nichts, worüber man viel schreiben müsste. Jedoch zeigt sich auch hier, daß moderne Autos alles andere als servicefreundlich aufgebaut sind. Um an die Blinkerbirne zu kommen, muss man doch tatsächlich den Scheinwerfer abschrauben! Das ist zwar bei den Rückleuchten auch so, aber hier steht wenigstens etwas in der Bedienungsanleitung dazu. Für vorne erwähnt die Anleitung nur die Position der Leuchte und wie sie befestigt ist. Die Position ist jedoch so unmöglich angeordnet, daß höchstens Kinder die Fassung zu greifen bekommen. Für alle Anderen heisst es: Scheinwerfer ausbauen. Glücklicherweise ist das kein großes Ding, nachdem man herausgefunden hat wo die beiden Schrauben sitzen. Nicht gut gelöst von Renault! 

Diverse Warnleuchten, Motor im Notlaufprogramm:
ein ganz merkwürdiger, aber Renault-typischer Defekt. Mit einem mal leuchten die Warnlampen für Elektronik/Vorglühen und OBD (siehe oben) gleichzeitig auf. Der Motor schaltet ins Notlaufprogramm. Das heißt er dreht nicht mehr über 3000 U/min. Damit ist im fünften Gang bei ca. 80 km/h Schluss. Mehrfache Neustarts helfen nicht weiter. Wieder einmal ist das so ein Defekt, bei der sich die Werkstatt "tot suchen" kann und immer höhere Rechnungen stellt. Nach einer Recherche im Internet auf meiner Lieblings Kangooseite "mykangoo.de", präsentiert sich eine mögliche, sehr simple Lösung: wieder einmal(!!!) dreht es sich um eine unzuverlässige Steckverbindung. In diesem Falle die vom Sensor des elektronischen Gaspedals. Gibt es eine Störung mit der Datenübertragung, läuft das ganze Motormanagement aus dem Lot. Resultat: Notlaufprogramm! Also wieder einmal einen Stecker suchen. In diesem Falle ist es meist der große grüne Stecker auf der anderen Seite des Sensors (Drehpoti). Einfach mit einem kleinen Schraubendreher die gelbe Lasche an der Seite heraushebeln, dann kann man den Stecker auseinanderziehen. Mit Druckluft ausblasen, Kontaktspray drauf, ein paar mal auf- und zudrücken, schon ist der Fehler behoben. Wenn das nicht reicht auch den kleineren Stecker am Gaspedal-Poti selber so behandeln (auf dem Bild kann man den Stecker etwas unscharf am rechten Bildrand hinter der Lenksäule erkennen). Bei meinem Kangoo war es allerdings ganz klassisch der grüne Stecker. Und obwohl auch diese Reparatur mit dem nötigen Hintergrundwissen ganz einfach zu machen war, werde ich dennoch langsam wütend! Wieso schafft Renault es nicht für ein paar gut investierte Euro mehr vernünftige Steckverbindungen einzubauen? Das kann doch nicht so schwierig sein! Ohne das Internet wäre man nun auf Gedeih und Verderb einer "Fach"werkstatt ausgeliefert, die solche Fehler vielleicht selbst nicht findet oder die Gelegenheit nutzt mehr und mehr teure Baugruppen auszutauschen. Renault baut sicher keine schlechten Autos und wir schätzen unseren Kangoo wirklich sehr, aber der Hersteller hat offensichtlich ein größeres Problem mit der Qualität!

CD-Radio:
das CD-Radio im Kangoo ist eigentlich nicht schlecht. Der Klang ist OK, es ist funktionell und vor allen Dingen: es lässt sich über die Lenkradfernbedienung (bei Renault: Satellit) sehr bequem steuern. Nun hat aber nach zehn Jahren der CD-Player schlappgemacht. Vorher ist schon die Hintergrundbeleuchtung des Displays oben im Armaturenbrett ausgefallen. Diese lässt sich zwar austauschen, jedoch muss man dafür die obere Hälfte des Armaturenbretts ausbauen, wozu ich bisher zu bequem war. Mit dem Ausfall des für uns sehr wichtigen CD-Teils stellt sich nun die Frage was zu tun ist. Als erstes versuchte ich herauszufinden, was für ein Radio überhaupt verbaut ist. Auf dem Radio steht schlicht "Tuner List". Das ist aber schon ein kleines Problem, denn es gibt viele verschiedene Versionen des Tuner List. Letztendlich habe ich herausgefunden, dass in unserem Kangoo der Tuner List von VDO mit separatem Display verbaut ist. Ersatz gibt es nicht mehr neu. Bei einem gebrauchten Teil war mir die Gefahr zu groß, dass dieses auch wieder den Geist aufgibt. Schließlich habe ich beschlossen, auf ein Radio eines Fremdherstellers zurückzugreifen. Da Renault am Radioanschluss ISO-Stecker verbaut, kann damit so gut wie jedes Radio genutzt werden - allerdings ohne die bequeme Steuerung über den Satelliten am Lenkrad. Von meinem ehemaligen Zweitwagen, einem Renault Twingo (siehe Bericht), hatte ich noch ein älteres JVC-Autoradio mit CD-MP3 Spieler zuhause liegen. Dieses Radio besitzt eine 3,5mm Klinkenbuchse als Eingang für eine Lenkradfernbedienung. Laut JVC sollte es Adapter für verschiedene Fahrzeuge geben. Nur konnte man mir weder im Internet noch im Fachhandel weiterhelfen. Schnell stieß ich jedoch auf Adapter von Fremdfirmen. Eine davon ist "NIQ". Diese Adapter sind recht günstig und für viele verschiedene Radios und Fahrzeuge verfügbar. Man muss nur genau wissen, welches Originalradio verbaut ist/war. Ob der entsprechende Adapter allerdings auf mein 10 Jahre altes JVC-Radio passte, wusste ich nicht. Trotzdem habe ich den Adapter bestellt. Er wurde schnell und gut verpackt geliefert. Der Anschluss ist idiotensicher, da sämtliche Steckverbindungen verpolungssicher ausgeführt sind. Es sind zwei Anschlüsse für JVC-Radios für die Fernbedienung vorhanden: der 3,5mm Klinkenstecker und ein einzelnes Kabel mit Quetschbuchse (anscheinend für modernere Geräte). Dazu benötigte ich noch einen Adapter für die Antenne. Beim Testanschluss stellte ich fest, dass der gelbe fahrzeugseitige Mini-ISO Stecker sehr locker im Adapter saß. Damit er nicht herausrutschen kann, sicherte ich ihn mit einem Kabelbinder. Beim Testlauf funktionierten alle Bedienungselemente der Lenkradfernbedienung einwandfrei. Nun galt es alles im Radioschacht zu verstauen. Und hier hatte ich größere Probleme. Der Adapterstecker ist sehr groß und nur schwierig unterzubringen. Beim Hereindrücken habe ich mir noch ein Kabel des Adapters abgerissen und musste dieses nachlöten. Letztendlich hat es jedoch irgendwann geklappt und das JVC Radio saß fest. Nun ist in unserem Kangoo also ein recht gutes CD-MP3 Radio verbaut, welches zudem voll über die Lenkradfernbedienung steuerbar ist. Mission erfüllt! Ach ja - im alten Radiodisplay steht jetzt nur noch "Renault", weshalb ich auch die Hintergrundbeleuchtung nicht mehr reparieren muss... :-)

Schlüssel ("Plip"):
der Autoschlüssel mit Funksteuerung und Wegfahrsperrentransponder (bei Renault auch "Plip" genannt) ist ein furchtbar teures Ding, und qualitativ nicht besonders hochwertig. OK, die Batterie und die Elektronik leben in der Regel recht lange, aber das Gehäuse sieht schon nach wenigen Jahren so aus wie auf dem Foto. Das verwendete Material ist einfach zu weich. Renault verlangt mal wieder Mondpreise für den Austausch... Glücklicherweise gibt es (wahrscheinlich aus China) gut gemachte Kopien des Schlüsselgehäuses. Sie lassen sich im Internet für unter 10,- Euro das Stück sehr einfach bestellen. Es ist auch noch ein Bart-Rohling dabei, der aber nicht unbedingt auf das Fahrzeug passen muss. Die Gehäuse sind wesentlich stabiler als das Original, passen sehr gut, haben aber leider keine Öffnung mehr für das LED-Sichtfenster. Gut, darauf kann ich verzichten. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch direkt mal die Batterie gewechselt (das erste mal!). Der Bart bekam noch ein Bad im Ultraschalltank und der Schlüssel war so gut wie neu.

Batterie:
bis jetzt war in unserem Kangoo noch die Originalbatterie verbaut. Das bedeutet, dass sie ganze zehn Jahre gehalten hat. Ein Schwächeln war kaum zu bemerken. Dafür hat sie dann in einer Frostnacht mit -6 Grad ganz plötzlich den Löffel abgegeben. Auch mit einem Ladegerät war sie nicht mehr zu einem Motorstart zu motivieren. Das war dann faktisch das allererste Mal, dass uns der Kangoo im Stich gelassen hat. Klar hat er seine Mätzchen im Laufe der Zeit gemacht, aber gelaufen ist er letztendlich eigentlich immer. Gut, zehn Jahre sind eine lange Zeit für eine Autobatterie und beschweren kann man sich ganz sicher nicht. Die neue Batterie habe ich aus dem lokalen Baumarkt besorgt. Obwohl keine Markenbatterie, kostete sie doch immer noch 89,- Euro. Außerdem hat sie "nur" 53 Ah statt vorher 60 Ah. Aber ich dachte mir, seit vor einiger Zeit die Klimaanlage und die Sitzheizungen ausgefallen sind, geht das schon in Ordnung so. 

Gasdruckfedern Heckklappe:
die Heckklappe beim Kangoo ist riesengroß. Sie wird von zwei kräftigen Gasdruckfedern offengehalten. Schon seit längerer Zeit bemerkten wir, dass sie ein wenig "schlapper" wurden, bevor sie dann innerhalb weniger Tage beide völlig den Geist aufgegeben haben. Das war nach über zehn Jahren. Ich weiß, dass das kein ungewöhnlicher Defekt ist, da diese Federn gerne mal ihr Gas verlieren. Nur bin ich der Meinung, dass diese Federn eigentlich ein Autoleben lang funktionieren sollten. Bei meinem 15 Jahre alten Golf funktionierten sie auch noch perfekt... Aber das ist wieder das Thema mit der Qualität. Jedenfalls wurde nicht lange gefackelt, für 25,- Euro bekommt man ein paar neuer Federn. Für den Austausch wird nur ein kleiner Schraubendreher benötigt, mit dem man die Halteclipse an den Kugelköpfen hochhebelt. 10 Minuten Arbeit und die Klappe funktioniert wieder wie am ersten Tag. 

Defekte ohne Reparatur:
Natürlich gibt es an unserem Auto auch Defekte, die wir nicht reparieren lassen. Das liegt zum einen daran, dass eine Reparatur zu teuer wäre oder dass man einfach mit dem Defekt leben kann ohne dass er die Funktion des Fahrzeugs wesentlich beeinflusst. 

  • Schon seit einiger Zeit ist die Klimaanlage von einem auf den anderen Moment ausgefallen. Vielleicht ist es nur eine Kleinigkeit, aber da man auch problemlos ohne fahren kann, habe ich das nicht weiter verfolgt.
  • Die Sitzheizung des Fahrersitzes hat schon sehr früh den Geist aufgegeben. Sicherung und Steckverbinder sind in Ordnung. Also lassen wir das mal so.
  • Die Intervallschaltung des Scheibenwischers funktioniert manchmal nicht zuverlässig. Sie setzt für einen oder mehrere Intervalle aus. Außerdem kann man nicht mehr den Wischerschalter "antippen" um einen Wischvorgang auszulösen.
  • Beim Betätigen der hinteren Scheibenwaschdüse spritzt auch immer die Vordere mit. Beim Betätigen der vorderen Scheibenwaschanlage geht der Scheibenwischer nicht mehr automatisch an.
  • Die Heckscheibenheizung ist an einigen Drähten unterbrochen. Glücklicherweise benötigt man diese so gut wie nie.
  • Die Sitze sind durchgesessen und an den Seiten "aufgeschubbert". Den Fahrersitz habe ich deshalb schon mit einem Schaffell überzogen.
  • Das Fahrwerk macht beim Überfahren von Bodenunebenheiten allerlei seltsame Poltergeräusche.
  • Der Ölverbrauch ist in den letzten Jahren stark gestiegen.

 

Und ganz zum Schluß:

Nachdem der Kangoo fünf Jahre im Freien stand, darf er ab sofort in einer trockenen Einzelgarage parken. Wir sind nämlich in ein Einfamilienhaus umgezogen, mit Garage. Ich denke er hat es sich verdient und es wird ihm sicher gut tun.

 

 

Abschied vom Kangoo:

Dass der Tag kommen würde war ja klar, aber letztendlich ging dann plötzlich alles ganz schnell. Ursprünglich wollten wir den Kangoo noch bis zum TÜV-Termin im Herbst 2018 fahren und ihn dann in den Ruhestand verabschieden. Allerdings hatten wir für den Sommer schon zwei Touren mit dem Wohnwagen geplant. Im Spätwinter kamen mir dann so langsam Zweifel, ob zwei längere Wohnwagentouren mit dem Kangoo überhaupt noch ratsam wären. Warum dieser Sinneswandel? Nun, der Gedanke den Kangoo durch ein zugkräftigeres Fahrzeug einzutauschen schwelte in mir schon länger. Aber nachdem das Fahrwerk des Kangoo wieder mal durch laute Poltergeräusche auf sich aufmerksam machte und ausserdem wieder einmal Warnleuchten im Armaturenbrett wild durcheinanderleuchteten, entschloss ich mich die Reissleine zu ziehen. Das Risiko unterwegs liegenzubleiben war durchaus real. So machten wir kurzerhand Nägel mit Köpfen und suchten uns ein neues Familienfahrzeug. Alles über die Suche und das neue Auto findet ihr in dem entsprechenden Bericht in dieser Rubrik.

Aber nun ein paar abschließende Worte über unseren treuen Kangoo! Wenn man bedenkt, dass wir dieses Auto 12 Jahre und ca. 190.000 Kilometer gefahren haben, dann kann man gewiss nicht darüber meckern. Richtig im Stich gelassen hat er uns genau zweimal: beim ersten Mal mit der defekten Zündspule. Zwar hätte man ihn noch fahren können, allerdings nur auf zwei Zylindern. Das war aber sehr schnell repariert. Das zweite Mal war über Nacht plötzlich die Batterie völlig und ohne Vorwarnung zusammengebrochen. Da die Batterie aber ein Verschleißteil ist und zudem auch schon 10 Jahre auf dem Buckel hatte (siehe oben) zählt das ja eigentlich nicht wirklich. Grundsätzlich waren wir stets zufrieden mit unserem Kangoo. Deutliche Schwächen zeigt er jedoch bei der Verarbeitungsqualität, vor allem was Stecker und Steckverbindungen angeht. Positiv ist der einfache Aufbau und die damit verbundene Wartungsfreundlichkeit, der erstaunlich zähe Motor und das geradezu verschwenderische Platzangebot! Dass er ausserdem günstig im Unerhalt ist, sollte hier nicht unerwähnt bleiben. Gerne hätten wir wieder einen Kangoo gehabt, mussten allerdings feststellen, dass die neuen Modelle noch schlechtere Zugfahrzeuge sind...

Letztendlich haben wir unseren Kangoo beim Kauf unseres neuen Autos in Zahlung gegeben. Der Händler hat ihn dann an einen Autoverwerter im Nachbarort weitergegeben. Dieser hat ihn wieder angemeldet und ab und zu sehen wir ihn noch in der Gegend herumdüsen... :-)

Als ich unseren Kangoo vor zwei Tagen zwecks Übergabe ausräumte, überkam mich tatsächlich ein Gefühl von Wehmut - mach´s gut alter Freund...! 

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