Nissan Qashquai 1,6 -Visia-

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Dieser Bericht soll all jene ansprechen, die auch einen Nissan Qashqai besitzen oder den Kauf eines solchen in Erwägung ziehen. Da die Erfahrungsberichte unserer Autos laut Webstatistik mit zu den erfolgreichsten Seiten gehören, habe ich mich entschlossen unsere Erfahrungen über unser neues Auto ebenfalls hier weiterzugeben. Dieser Bericht wird im Laufe der Zeit mehrmals ergänzt werden, also einfach öfters mal vorbeischauen!

Kaufentscheidung / Fahrzeugwahl:
Nachdem unser treuer Kangoo uns mehr als 12 Jahre und 190.000 Kilometer begleitet hatte, war es höchste Zeit ihn gegen etwas Neueres einzutauschen. Unsere Anforderungen hatten sich gegenüber früher deutlich verändert. Wir brauchten zwar immer noch ein Familienauto, jedoch musste dieser wegen unseres Wohnwagens nun auch ein gutes Zugfahrzeug sein. Außerdem war uns eine relativ große Zuladung wichtig, da wir auch hier beim Kangoo immer am Limit waren. Da man nicht weiß, was sich unsere Regierung momentan (Anfang 2018) noch alles zum Thema "Diesel abstrafen" einfallen lässt, kam zudem nur ein Benziner in Frage. Damit er ein relativ gutes Zugfahrzeug ist, sollte er genug Leistung (PS) und vor allem etwas mehr Hubraum haben. In einer Zeit wo Benzinmotoren immer kleiner werden kein allzu einfaches Unterfangen. Als letzter Punkt kam natürlich wie immer ein limitiertes Budget hinzu, so dass nur gute Gebrauchtwagen so um Baujahr 2009 bis 2011 in Frage kamen. Gerne hätten wir wieder einen Kangoo gehabt. Allerdings musste ich feststellen, dass der neue Kangoo als Benziner eine noch schlechtere Anhängelast hat als vorher. Nur als Diesel wäre er akzeptabel gewesen, aber das kam auf keinen Fall in Frage. Gerne hätte ich ein Fahrzeug aus dem VW-Konzern gekauft und tatsächlich war lange Zeit ein Seat Altea XL 1,8 TSI mein Favorit. Als ich allerdings nach den Motoren recherchierte und von den massiven Problemen bei den TSI Motoren der älteren Baujahre las, war auch dieses Fahrzeug wieder vom Tisch. Und dann gab es da natürlich noch persönliche Vorbehalte: so würde ich z.B. keinen Opel oder Ford fahren, einfach wegen schlechter Erfahrungen und damit mangelndem Vertrauen in die Marke. Zum Schluss blieben eigentlich nur Fahrzeuge aus Asien übrig, am liebsten aus der momentan so beliebten SUV-Klasse.

Angaben zum Fahrzeug:
Nissan Qashqai 1,6 Ausstattungsvariante "Visia"
Farbe: "faded denim" (hellblau-metallic)
Erstzulassung: März 2009
Kilometerstand: 77.000
Hubraum: 1598 ccm
Leistung: 84 kW (114 PS) bei 6000 U/min
Eingetragene Vmax: 175 km/h
L: 4,32m B: 1,78m H: 1,61m
G-Kat, Schadstoffarm D4
Anhängelast: 685 / 1200 kg
Reifen: 215/65 R 16
Inspektionsintervall: 30.000km oder 1 Jahr
ein Jahr Gebrauchtwagengarantie
Die Serienausstattung der Ausstattungsvariante "Visia": sechs Airbags (Fahrer-, Beifahrer-, Kopf- sowie Seitenairbags), Gurtstraffer, ABS, ESP, Colorverglasung, elektrische Fensterheber vorne und hinten, elektrische Außenspiegel, Klimaanlage, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, Servolenkung (elektrisch), Drehzahlmesser, Uhr, Außenthermometer, Ölstandanzeige, Bordcomputer, Fünfganggetriebe, drei Kopfstützen hinten, Dreipunktgurt hinten Mitte, asymmetrisch geteilt umklappbare Rückbank, höhenverstellbarer Fahrersitz, Multifunktions- sowie höhen- und längsverstellbares Lenkrad, CD-Autoradio mit Bluetooth Freisprecheinrichtung, Einparkhilfe hinten, metallic Lackierung
Kostenpflichtige Sonderausstattung unseres Wagens: Leichtmetallfelgen, Anhängerkupplung (starr)

Fahrzeugsuche und -kauf:
Auf der Suche nach unserem neuen Familienwagen kamen wie gesagt bald nur noch asiatische SUV in Frage. Zwar wäre auch der Dacia Duster geeignet gewesen, aber auch hier fehlt nach den schlechten Erfahrungen meiner Schwester mit dem Wagen ein wenig das Vertrauen. In die engere Auswahl kamen schließlich der Hyundai iX 35 / Tucson, der Honda CR-V oder der Nissan Qashqai. Und wie es der Zufall so will gab es nur ein paar Dörfer weiter einen kleinen Gebrauchtwagenhändler, der gerade einen Nissan Quahqai zu verkaufen hatte, bei dem scheinbar alles passte. Also haben wir nicht lange gefackelt und das Auto wurde besichtigt. Streng genommen ist der Qashqai ja gar kein SUV, sondern ein sogenannter "Crossover". Aber solche Kleinigkeiten sind mir ehrlich gesagt ziemlich wurscht! Nach der Probefahrt waren wir alle begeistert und so war der Kauf beschlossene Sache. Unseren alten Kangoo konnten wir immerhin noch für eine geringe Summe in Zahlung geben. Einen wesentlichen Vorteil bot genau dieses Auto: er war schon mit einer original Nissan Anhängerkupplung ausgestattet. Grundsätzlich traue ich mir den Anbau einer solchen zwar zu (hatte ich beim Kangoo ja auch gemacht), allerdings kann die Installation des Elektriksatzes bei moderneren Fahrzeugen mit Datenbus mitunter etwas schwierig sein. Dass der Wagen zudem quasi "vor der Haustür" zum Kauf angeboten wurde hat ebenfalls zu seinen Gunsten ausgeschlagen. Sollte irgendetwas nicht in Ordnung sein, kann man schnell mal vorbeifahren. Mit Inzahlungnahme des Kangoo haben wir dann noch 8400 Euro für das Auto bezahlt - zu diesem Zeitpunkt ein guter Preis! Mit dabei war noch eine Inspektion, neue HU, Anmeldung mit Wunschkennzeichen und ein Jahr Gebrauchtwagengarantie.

Was wissen wir eigentlich über den Nissan Qashqai? Der Qashqai war das erste vollständig in Europa entwickelte und gebaute Fahrzeug des japanischen Herstellers. Hergestellt werden alle Qashqai im Nissan Werk in England. 2007 kam die Serienversion auf den Markt und wurde schnell zu einem Bestseller. Ein sehr wichtiger Erfolg von Nissan, die erst kurz zuvor durch Hilfe von Renault aus einer schweren finanziellen Krise gerettet worden waren. Das neue Auto traf ziemlich genau den europäischen Geschmack. In seiner Klasse führte der Qashqai lange die Zulassungsstatistik an und auch insgesamt ist er immer recht weit vorne zu finden. Neben seinem Design schätzten Käufer vor allem den günstigen Preis, die üppige Serienausstattung, die solide Verarbeitung, das Platzangebot und die Zuverlässigkeit. Den günstigen Preis erreichte man durch Weglassen des Allradantriebs und den Verzicht auf ein großes Motorenangebot. Anfangs gab es zwei Benzin- und zwei Dieselmotoren, allesamt aus dem Renault-Regal!

Erfahrungen:
Die ersten Kilometer in dem neuen Auto waren schon sehr ungewohnt. Wir konnten zuerst gar nicht glauben, dass der Qashqai 30cm länger und deutlich breiter als der Kangoo ist. Im Innenraum kam er uns eng vor. Das liegt natürlich daran, dass der Quashqai durchaus eine windschnittige Form aufweist, während der Kangoo ein rollender Kasten ist. Die Sitzposition ist aber durchaus angenehm und übersichtlich. Dank höhenverstellbarem Sitz kann ich mich zudem so positionieren, dass ich nicht gegen das Dach stoße. Das Lenkrad ist ebenfalls voll verstellbar. Das Ganze ist so ungewohnt für mich, dass ich meine optimale Sitzposition immer noch nicht so ganz gefunden habe, aber ich arbeite dran! Ebenfalls ungewohnt, wenn auch sehr nett, ist der Leistungszuwachs von immerhin 39 PS gegenüber dem Kangoo. Für unsere Verhältnisse geht mit dem Auto mal so richtig gut die Post ab! Damit das Ganze auch wieder stoppt, helfen vier Scheibenbremsen. Die ungewohnte Ausstattungsvielfalt fand ich anfangs leicht verwirrend. Vor allem das für mich neue Multifunktionslenkrad war etwas ungewohnt. Die Bluetooth Freisprecheinrichtung funktioniert hervorragend mit Android- und iOS-Geräten und zeichnet sich durch klare Verständigung und einfache Bedienung aus. Es können bis zu fünf Geräte gespeichert werden, wobei aber immer nur eins gekoppelt sein kann. Die Audioanlage mit CD Player und AUX-Eingang hat ihren Namen endlich mal verdient. Der Klang ist gut und der Bass ausreichend satt. Die Bedienelemente der Lüftung und Heizung liegen etwas tief, sind aber intuitiv zu bedienen. Der Extraschalter für die "Überkopf-Lüftung" gab mir Anfangs Rätsel auf und so vollständig erschließt sich mir der Sinn immer noch nicht, aber sei´s drum! Die Klimaanlage funktioniert manuell und wird per Knopfdruck zugeschaltet. Die Heizleistung ist Anfangs etwas schwach, steigt aber nach einiger Zeit deutlich an. Beheizbare Sitze gibt es leider nicht, wobei ich mich frage, warum man bei der üppigen Ausstattung ausgerechnet daran gespart hat. Gut gefallen mir die schnell ansprechenden und dezent piepsenden Einparksensoren hinten, nicht so gut gefällt mir der sehr laute und nervige Anschnallwarnton. Bei den Instrumenten gibt es nichts zu bemängeln - alles ist gut lesbar und liegt gut im Blick. Die Bedienelemente sind gut erreichbar ums Lenkrad gruppiert und leicht zu betätigen. Was mir fehlt, sind mehr Ablagen. Es gibt neben dem Handschuhfach und den Türablagen nur noch die Ablage in der Mittelarmlehne. Diese ist zwar sehr groß und es passt eine Wasserflasche aufrecht stehend hinein, aber das war es dann! Im Kangoo hatte ich die riesige Ablage über unseren Köpfen - diese vermisse ich jetzt schmerzlich. Ja - natürlich weiß ich, dass diese hier konstruktiv nicht möglich wäre. So habe ich den Krimskrams aus dem Kangoo deutlich ausgedünnt und doch noch irgendwie alles im Qashqai verstauen können. Der Schaltknüppel ragt weit aus dem mächtigen Mitteltunnel hinaus, die Gänge rasten hör- und spürbar ein und sind bei dem hier verbauten Fünfganggetriebe recht kurz übersetzt. Im fünften Gang dreht der Motor mitunter bis in den roten Bereich. Da dann aber fast 200 km/h auf dem Tacho stehen, kommt das bei uns eh so gut wie nie vor. Die eingetragene Höchstgeschwindigkeit von echten 175 km/h scheinen jedenfalls jederzeit sehr realistisch! Auch bei höheren Geschwindigkeiten liegt der Wagen satt auf der Straße und vermittelt stets ein sicheres Gefühl. Schön endlich mal ein Auto zu haben, mit dem souveräne Überholvorgänge möglich sind, ohne dass der Hintermann einem in den Kofferraum kriechen möchte... Das Fahrwerk ist auch im Stadtverkehr durchaus zuhause und rollt angenehm straff über Unebenheiten. Über die von manchen Testern angesprochene Wankneigung in schnell gefahrenen Kurven kann ich als Ex Kangoo Fahrer nur milde lächeln... Ich hatte im Qashqai im Gegensatz zum Kangoo noch nie das Gefühl in der Kurve umzukippen! Die Lenkung hat eine elektrische Servounterstützung. Diese hatte ich im Fiat Punto (siehe Bericht) auch schon und sie erfordert etwas Umgewöhnung. Bei höheren Geschwindigkeiten wird die Unterstützung reduziert oder gar ganz abgeschaltet. Das merkt man an den Lenkkräften. Ist nicht unangenehm, aber ungewohnt wenn man eine normale hydraulische Servolenkung wie im Kangoo gewohnt ist. Die Kupplung wird beim Qashqai hydraulisch betätigt und soll ein gewisser Schwachpunkt sein (übrigens einer der ganz wenigen Probleme). Es wird von defekten Druckzylindern und vorzeitig verschlissenen Kupplungen berichtet. Deshalb habe ich der Kupplung bei der Probefahrt ganz besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen. Sie kommt recht spät, jedoch ist ganz eingekuppelt noch etwas Pedalweg vorhanden. Das schaut also alles nicht ungewöhnlich aus, war beim Kangoo auch so. Die Dosierbarkeit lässt allerdings ziemlich zu wünschen übrig. Nur mit einem ganz vorsichtigen linken Fuß schafft man ein Einkuppeln ohne Gerappel. Anfahren am Berg macht man am besten mit der Handbremse, da ein schneller Wechsel von der Bremse zur Kupplung wegen der Dosierungsprobleme schwierig ist. Erst dachte ich es läge an mir, aber bei einer schnellen Recherche im Internet berichten viele Fahrer von den gleichen Problemen. Den "Einkuppeltest" im dritten Gang mit gezogener Handbremse hat die Kupplung jedoch bestanden. Deshalb sehe ich da momentan keinen Anlass zur Sorge - mit der schlechten Dosierung muss man halt leben. Die Probleme mit den Dieselmotoren können bei uns ja nicht vorkommen. Auch von den Aufhängungsproblemen und Geräuschen vom Fahrwerk ist bei uns nichts zu bemerken. Wenn man allerdings vorher 12 Jahre Renault gefahren ist, ist man in der Richtung schon einiges gewohnt... Ob unser "englischer Japaner" so zuverlässig läuft wie wir es uns wünschen wird die Zukunft zeigen.

Nachdem wir nun einige Kilometer gefahren sind, möchte ich noch einmal kurz unsere weiteren Eindrücke schildern. Vorweg gesagt: wir sind äußerst zufrieden. Bis auf ein paar kleinere Mängel (siehe unten) läuft der Wagen völlig problemlos. Ich hatte persönlich mit mehr Mängeln gerechnet, immerhin ist das Auto schon neuen Jahre alt. Das Fahrgefühl ist recht souverän und wir entdecken ab und zu auch mal die linke Spur der Autobahn für uns... :-) Das Getriebe ist mit einem echten fünften Gang ausgestattet und sorgt so für gute Fahrleistungen. Ein sechster Gang als "Overdrive" wäre schön, aber man kann nicht alles haben. Der Verbrauch liegt bei knapp über 8 Litern, was ich für einen 1,6 Liter Benziner ganz in Ordnung finde. Mit der Kupplung haben wir uns einigermaßen arrangiert - mit ein wenig Konzentration geht das schon. Es ist nett, wieder eine funktionierende Klimaanlage zu haben, auch wenn diese "nur" manuell ist. Das Fahrwerk zeigt sich von seiner guten Seite: ausreichend straff, wie ich es mag. Die Bluetooth Freisprechanlage ist ein netter Bonus und zeichnet sich durch gute Verständigungsqualität aus. Die Fächerdüsen der Scheibenwaschanlage scheinen etwas empfindlich gegen Verschmutzung zu sein, ich musste beide bereits im Ultraschallbad reinigen. Danach funktionierten sie allerdings wieder wie neu! Das folgende mag für manche etwas trivial klingen, aber ich hatte noch nie Alufelgen. Da mir diese zudem auch noch ausgesprochen gut gefallen, möchte ich natürlich auch, dass sie sauber sind. Von daher war ich erstaunt, dass sich schon nach zwei Wochen dieser fiese feine Bremsstaub auf meinen Alus "breitgemacht" hatte... In der Waschstraße ging der Dreck nicht richtig weg, weshalb ich den Umgang mit Felgenreiniger und Felgenreinigungsbürste lernen durfte... :-)

Dachträger:
um unser Kanu und evtl. die Dachbox transportieren zu können, brauchen wir auch für dieses Auto wieder Dachträger. Nach ein wenig Recherche habe ich die Träger bei Rameder bestellt. Es handelt sich um italienische Universalträger (Fa. Menabo, Modell "Tema"), die dreiteilig geliefert werden: die Träger selber (ich habe mich für Stahl entschieden), einen Bausatz für die Stützfüße auf dem Fahrzeugdach und ein fahrzeugspezifischer Anbausatz. Die Träger sind bis 50 kg Dachlast zugelassen. Das ist zwar nicht sonderlich viel, aber damit werden wir auskommen. Die Aluminiumvariante ist übrigens für 75 kg zugelassen. Nach einer kleinen Bastelstunde hatte ich die Basisträger montiert und setzte sie auf das Auto, um des fahrzeugspezifischen Montagesatz auszuprobieren. Der Nissan Qashqai hat unter den Türdichtungen Gewindehülsen ins Blech eingelassen. Man muss die Dichtungen im Bereich der Gewinde vom Fahrzeug abziehen (ja - quasi kaputtmachen...) und die Befestigungsplatten mittels beiliegender Schrauben am Dach befestigen. Nun werden die Platten mittels kräftiger Schrauben an den Haltern festgeschraubt und dabei nach unten verzurrt. Die Halter haben kräftige Gummifüße und verkratzen das Dach nicht. Trotz meiner anfänglichen Skepsis macht das Ganze einen recht soliden Eindruck, da wackelt und knarzt nichts. Zukünftigen Transportaufgaben steht also nun nichts mehr im Wege.

Bereifung und Wintertauglichkeit:
das Thema "Winterreifen" bzw. "Winterreifenpflicht" taucht ja in Deutschland jeden Herbst erneut auf. Und ja - man muss dem natürlich Rechnung tragen. Deshalb galt der Bereifung beim Gebrauchtwagenkauf meine besondere Aufmerksamkeit. Dabei unterscheide ich zwischen zwei Dingen: dem rechtlichen Teil und der tatsächlichen Fahrbarkeit bei winterlichen Bedingungen. Der rechtliche Teil ist ganz einfach: ab dem 01.01.2018 gibt es eine Kennzeichnungspflicht für Winterreifen: das Berg-/Schneeflockensymbol. Hat der Reifen das Symbol nicht, gilt er nicht als wintertaugliche Bereifung. Punkt-Aus-Schluss. ABER: für ältere Reifen mit M+S oder ähnlicher Kennung gilt Bestandsschutz - sind sie bereits montiert, dürfen sie bei winterlichen Bedingungen  gefahren werden und gelten im Falle eines Falles als wintertaugliche Bereifung. Soweit zur rechtlichen Seite. Kommen wir zu unserem Qashqai. Hier waren auf der Vorderachse fast neue "Continental CrossContact LX" und an der Hinterachse ebenso neue "Continental 4x4 Contact" Reifen montiert. Beide Reifenpaare besitzen eine M+S Kennung. Was sagt das nun über die tatsächliche Wintertauglichkeit aus? Nun, die Bezeichnung M+S ist nicht klar definiert und jeder Reifenhersteller aus China könnte das Zeichen auf seine Sommerreifen pappen. Allerdings handelt es sich bei der Firma Continental um einen renommierten Hersteller, der sicher nicht allzu leichtfertig mit solchen Dingen umgeht. Continental schreibt selber über diese Bereifung: "...ein Reifen, der auch bei winterlichen Bedingungen in Gegenden fahrbar ist, wo nicht mit größeren Schneemengen und dauerhaften Temperaturen unter -6 Grad zu rechnen ist...". Es handelt sich also mit Abstrichen um einen Ganzjahresreifen für mildere Gefilde. Nun, das trifft auf das Rheinland ziemlich genau zu. Tage mit viel Schnee und Minusgraden können wir hier normalerweise an einer Hand abzählen. Deshalb beschloss ich, die fast neuen Reifen durchzufahren. Der erste Test kam kurz nach dem Kauf, als wir ein Wochenende in Gerolstein in der Eifel verbrachten. Dort sollte es heftig schneien. Dementsprechend war ich gespannt, wie sich die Reifen schlagen würden. OK, richtige Winterreifen fühlen sich deutlich stabiler an, jedoch hatte ich keine größeren Probleme bei stark winterlichen Bedingungen voranzukommen. Selbstverständlich bin ich sehr verhalten und höchst defensiv gefahren. Um diese Erfahrung reicher, sehe ich die Bereifung für unsere Gegend als relativ unproblematisch an. Wer allerdings im Gebirge wohnt oder sich öfters in schneereichen Gegenden aufhält, der sollte zu geeigneter Bereifung greifen. Bei kaltem Wetter schlägt sich der Qashqai übrigens tapfer: er springt stets zuverlässig an und beschlagene Scheiben werden relativ schnell freigepustet. Die Heizung könnte etwas schneller warm werden, aber es ist noch auszuhalten. Sitzheizungen wären schön, aber man kann nicht alles haben...



 

 

  

Kofferraumvolumen:
ich glaube, dass der Platz im Kofferraum des Qashqai gerne unterschätzt wird. Auch ich war anfangs nicht ganz davon überzeugt, ob er wirklich genug Platz für z.B. das Urlaubsgepäck unserer vierköpfigen Familie hat. Nach der ersten Wochenendtour konnte ich jedoch feststellen, dass alles hereinpasste. Dann allerdings kam die erste wirkliche Transportherausforderung: wir brauchten eine neue Kühltruhe. Beim Kangoo hätte ich daran nie einen Gedanken verschwendet. Der üppige Kofferraum hat locker eine Waschmaschine stehend geschluckt. Nicht aber bei diesem Auto. Sicherheitshalber montierte ich die Dachträger. Wir haben uns dann für eine Gefriertruhe in halber Baugröße entschieden und ich fragte mich schon, ob wir diese überhaupt in die Kofferraumöffnung bekommen würden... Weit gefehlt! Die ganze Truhe passte quer komplett in den Kofferraum und man konnte sogar den Deckel zumachen. Und die Kofferraumabdeckung passte auch noch oben drauf. Damit hätte ich nicht gerechnet! Ich denke es ist klar, dass wir recht zufrieden waren. Die Truhe hat übrigens folgende Abmessungen: 85 x 57 x 56 cm (ohne Verpackung).

 

 

 

  


Tagfahrlicht:
ich hatte ja bei meinem Bericht über unseren Kangoo schon berichtet, dass ich Tagfahrlicht für eine absolut sinnvolle Sache halte. Das beruht auf meinen Erfahrungen aus Skandinavien, wo man ja schon immer mit Licht fahren muss. Für mich war direkt klar, dass auch das neue Auto Tagfahrlicht haben muss. Aufgrund guter Erfahrungen mit dem Produkt beim Kangoo habe ich mir wieder die gleichen Leuchten bei Amazon bestellt. Es handelt sich um die runden LED-Tagfahrleuchten von "Dino". Wieder hatte ich den Ehrgeiz, diese an der Stelle der Nebelscheinwerfer einzubauen, mit denen unser Qashqai nicht ausgestattet ist. Leider musste ich feststellen, dass die Leuchten 5mm zu breit sind... Dumm gelaufen! Wegdremeln wollte ich nichts, weshalb ich mir einen neuen Einbauort gesucht habe. In der Kühleröffnung, unterhalb links und rechts des Nummernschilds schien mir der geeignete Ort. Dabei sind die gesetzlich vorgegebenen Einbaumasse zu beachten, damit es bei der HU hinterher keinen Stress gibt. Der Einbau war nicht ganz einfach, da der Nissan überall verkleidet ist und man nirgens gut herankommt. Die Anschlusskabel habe ich teils verlötet, teils mit "Stromdieben" angeschlossen. Mit dem Ergebnis bin ich recht zufrieden. Die Leuchten sind sehr hell, auffällig und haben selbstverständlich die passenden E-Nummern auf dem Glas.

  

Qashqai als Zugfahrzeug:
eine der wesentlichen Voraussetzungen für den Kauf des Autos war der Einsatz als Zugfahrzeug für unseren Wohnwagen. Von daher war ich wirklich gespannt wie sich das Gespann fahren würde. Getestet habe ich das Fahrverhalten nicht, der Test war direkt die Fahrt in unseren ersten Kurzurlaub dieses Jahres über Pfingsten nach Holland. Erste Überraschung: die Kupplung ist mit Last am Haken viel einfacher zu dosieren. Erstaunlich, wenn auch nicht ganz unerwartet! Der Qashqai hat mit unserem leichten Reisewohnwagen keine Probleme. Souverän dreht er hoch und erlaubt sogar längere Abschnitte im fünften Gang zu fahren. Das ist recht entspannend, LKWs lassen sich einfach überholen, da er tatsächlich auch noch aus 90 km/h beschleunigt. Im Gegensatz zum Kangoo ist bei Geschwindigkeiten um 100 km/h keinerlei Pendelneigung zu beobachten - das Gespann liegt satt und sicher auf der Straße. Ich bin wirklich mehr als zufrieden mit dem Resultat.

Pannen, Mängel und Defekte:

Warnblinkerschalter:
der Schalter für den Warnblinker hatte von Anfang an einen Wackelkontakt: er blinkte nur wenn man am Schalter wackelte. So konnte man das das natürlich nicht lassen, weshalb ich mir im Onlineshop eines Autoverwerters ein gebrauchtes Ersatzteil bestellt habe. Der Einbau war nicht besonders schwer, wenn man denn weiß wie es geht: zuerst muss die Blende um die Schalter für die Heizung / Lüftung entfernt werden. Dafür muss man versuchen die Blende vorsichtig am unteren Ende auszuhebeln. Nachdem das geschafft ist, kann die komplette obere Blende um das Radio mit den Luftauslässen zusammen vorsichtig abgezogen werden. Der Warnblinkerschalter ist dann von hinten aufgesteckt. Leider habe ich mir beim Aushebeln der unteren Blende eine Plastiknase der Befestigung abgebrochen. Man sieht es nicht, aber ich weiß es, deshalb ärgert es mich. Außerdem biegt sich das Plastik bei Benutzung der 12V Steckdose etwas durch. Kein Beinbruch, aber irgendwie blöd... Der Warnblinker funktioniert jetzt jedenfalls einwandfrei!

Anhängersteckdose:
bei unserem Qashqai ist die Original Nissan Anhängerkupplung verbaut. Die dazugehörige Steckdose stammt von "Jäger Automotive". In der Dose war der Buchseneinsatz lose. Die Dose war zwar benutzbar, aber im Zweifel unzuverlässig. Außerdem sind in der Dose zwei Mikroschalter: der Eine schaltet bei Anhängerbetrieb die Nebelschlußleuchte aus, der Andere schaltet die Einparkhilfe ab. Einer der Mikroschalter war defekt mit dem Resultat, dass die Nebelschlußleuchte gar nicht mehr funktionierte. Da mir die Jäger-Dose zu teuer war, habe ich mir eine Universelle von "Dino" besorgt. Diese hat allerdings nur eine Abschaltfunktion für die Nebelschlußleuchte (das ist Vorschrift). Also habe ich auf die Abschaltung der Einparkhilfe verzichtet und diese kurzgeschlossen. Mit dem Wohnwagen rangiere ich sowieso nicht so viel rückwärts, und dann piepst es halt! Der Austausch lief bis auf die festgegammelten Schrauben problemlos, die Kabel habe ich etwas gekürzt und mit neuen Aderendhülsen versehen. Die Dose war übrigens ab Werk voll beschaltet.


...wird fortgesetzt...

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