Vorwort, Bauentscheidung, etc...

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Ich hatte persönlich das Glück als Jugendlicher eine Zeitlang in Kanada leben zu dürfen. Während dieser Zeit lernte ich das Kanufahren kennen und schätzen. Wenn ich Kanu sage, dann meine ich das, was man hier im allgemeinen "Kanadier" nennt. Warum man allerdings hier ein Kanu Kanadier nennt und ein Kajak Kanu, habe ich nie verstanden. Wenn ich also von einem Kanu spreche, dann meine ich immer das eigentliche kanadische Canoe, also das "Indianerboot". Wie dem auch sei - das lautlose Dahingleiten über die stillen Seen in Kanadas unberührter Natur hat damals großen Eindruck auf mich hinterlassen. Wir besaßen zudem ein rotes Fiberglass-Kanu, das extra für uns angefertigt wurde. Ein tolles Stück, leicht und leise - einfach ein Genuss zu fahren. Leider nahmen wir das gute Stück nicht wieder zurück nach Deutschland, was ich bis heute bedaure.

Das Foto zeigt mich selber beim Einsteiger-Wildwassertraining auf einem kleinen kanadischen Fluss. Mit an Bord ist die Instruktorin.

Viele Jahre lang träumte ich immer nur vom Kanufahren, übte es aber bis auf ein paar kurze Touren mit einem Leihboot nicht mehr aus. Als ich selber Kinder hatte keimte in mir die Idee Ihnen näherzubringen, was ich selber für das Kanufahren empfand. Nun sind sie in einem Alter wo das möglich ist. Also schaute ich mich auf dem Gebrauchtmarkt nach einem Boot um. Trotz des reichhaltigen Angebots passte nichts in unser Budget. In einschlägigen Internetforen las ich dann vom Selbstbau. Und so kam ich irgendwann auf die Seite www.wooden-watercraft.de . Ich war sofort fasziniert. Zwar würde der Selbstbau nicht sehr viel Geld gegenüber einem Gebrauchtkauf sparen, aber ich hätte ein tolles Projekt zusammen mit meinen Jungs verwirklicht. Wir hätte nicht nur endlich unser eigenes Boot - nein, wir hätten es auch noch selber gebaut!

Ich entschied mich es erst einmal mit der günstigeren Methode zu versuchen - also ein Kanu in reiner Sperrholzbauweise. Sollte sich das Boot bewähren, könnte man später immer noch eine bessere Version in "Stitch & Glue" bauen. Ich entschied mich für das Modell "Miakodah" - ein großes Boot mit 4,80 Meter Länge und 90 cm Breite. Um Zeit zu sparen und nicht einzelne Schrauben im Baumarkt zusammensuchen zu müssen, bestellte ich das Gesamtpaket zum Bau für 113,- Euro, zusammen mit dem kleinen Handhobel "Moppel" für 17,50 Euro. Das Paket kam ca. eine Woche später an.

Und was war drin? Erst mal natürlich der Bauplan in Originalgröße, spezieller PU-Klebstoff für Holz, sämtliche benötigten Schrauben in Edelstahl, der Hobel, ein Komplettset zur Verklebung der runden Steven/Heck, eine ausführliche Bauanleitung als Handbuch gebunden und eine Lizenz zum Bau von 2 Booten. Nachdem ich das Handbuch und die Pläne ausführlich studiert hatte, suchte ich nach einem Lieferanten für das Holz. Und das gestaltete sich als schwieriger als gedacht. Für den eigentlichen Rumpf wurden drei Sperrholzplatten mit den Maßen 2440x1220mm verlangt. Und zwar wasserfest verleimtes Sperrholz nach spezieller Spezifikation, von möglichst guter Qualität und 5mm dick. Das war in unserer Gegend einfach nicht aufzutreiben. Nach viel Recherche und Suche fand ich schließlich einen Lieferanten für "Rotholz-Sperrholzplatten WBP (kochfest verleimt) Schälfurnier" in der Stärke von 6mm. Mir war klar, dass dies nicht die beste Qualität war, aber mangels Alternativen bestellte ich schließlich drei Platten.

Mit diesen Dingen erledigt, fuhren wir erst einmal in Ruhe in den Urlaub. Danach hatte ich mit den Jungs noch eine Woche frei - in der Zeit wollten wir das Boot bauen. Ich arbeitete mich während des Urlaubs gründlich in den Bauplan / die Bauanleitung ein und verinnerlichte möglichst sämtliche Abläufe. Derart vorbereitet kamen wir aus dem Urlaub zurück.

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