Paddeln im Spreewald

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Eines der schönsten und spektakulärsten Paddelreviere in Deutschland ist sicherlich der Spreewald. Deshalb war uns nach dem Bau des Kanus klar, dass wir da einmal Urlaub machen mussten. Zwei Jahre später hat es tatsächlich geklappt. Wir verbrachten zwei Wochen im August 2018 auf dem Campingplatz "Am Schlosspark" in Lübbenau. Dieser Campingplatz hat im Spreewald eine fast einzigartige Lage direkt am Hauptfließ der Spree. Ich hatte eine Parzelle mit direkter Wasserlage reserviert, die sehr schön gelegen war und im Hitzesommer 2018 den ganzen Nachmittag lang Schatten bot. Die platzeigene Einsetzstelle für Paddelboote war nur 20 Meter entfernt. In den zwei Wochen paddelten wir oft mit unserem Kanu, liehen uns aber auch zwei Mal Kajaks, da man damit einfach schneller war und größere Strecken einfacher zurücklegen konnte. Unser Boot hat sich gut bewährt. Mittlerweile wissen wir auch, dass es sich zwar recht kippelig anfühlt, aber doch eine größere Schräglage braucht, bis es tatsächlich kentert. Als "Mann im Heck" kann ich auch berichten, dass es sich recht gut steuern lässt. Allerdings merkt man immer wieder deutlich, dass es durch die Konstruktionsweise und vor allem durch unsere etwas hemdsärmelige Bauausführung ein langsames Boot mit viel Wasserwiderstand ist. Damit können wir allerdings leben. Unser Eigenbau erntete vor allen an den Schleusen einiges an Aufmerksamkeit und auch Bewunderung, was uns selbstverständlich freute und auch ein wenig stolz machte. Unsere Stellplatznachbarn waren Dänen und freuten sich über den Namen des Bootes. :-) Was mir im Spreewald nicht ganz so gut gefiel und vielleicht auch der Nähe zu Lübbenau geschuldet ist, war die große Menge an Touristenkähnen, die sehr langsam durch die Fließe stakten. Diese haben immer Vorfahrt und lassen sich oft aus platzgründen nicht überholen. Die schönsten Erlebnisse waren das Paddeln durch kleinste Fließe mit ganz geringer Wassertiefe. Hier konnte man das Leben über und unter Wasser beobachten, während fast unberührte Natur an einem vorbeiglitt. In den Waldstücken war das Blätterdach oft über den Fließen komplett geschlossen uns sorgte für eine fast mystische Lichtstimmung. Und obwohl in der Hauptsaison sehr viele Paddler unterwegs waren, fand man auch Stellen, an denen man ganz alleine unterwegs war. Herrlich! Ein Ausflug zur Spreewaldinsel "Wotschofska" mit dem urigen, gleichnamigen Gasthaus haben wir trotz Massenauflauf auch gemacht - und es hat sich gelohnt. Mein Tipp: in der Hauptsaison besser Vormittags hinpaddeln. Sehr spektakulär fanden wir die beiden "Bootsrollen-Anlagen", mit denen man Stauwehre umschiffen konnte. Hier werden die Boote unbesetzt über schräge Rampen mit Gummirollen gezogen. Die vielen Schleusen sind eigentlich zur Selbstbedienung gedacht, werden aber meist von Einheimischen bedient, die dafür einen kleinen Obolus erwarten. Während des Urlaubs kam in mir der Wunsch nach einem Kajak auf, da ich sehr viel Spaß mit den Leihbooten hatte. Das wäre doch vielleicht auch etwas für den Eigenbau...?! 

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