Erfolgreiche Erstfahrt

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Zwei Wochen waren seit der etwas erfolglosen Erstwasserung vergangen, da haben wir es an der gleichen Stelle an der Lahn noch einmal ausprobiert. Das Boot war mittlerweile gründlich überarbeitet worden und sah sogar von außen sehr viel ordentlicher aus als vorher. Die große Hitzewelle war vorbei, trotzdem war es ein wunderbarer Septembertag mit strahlend blauem Himmel und Temperaturen von deutlich jenseits der 25 Grad Marke. Am offiziellen Anleger tummelte sich diesmal keine Dorfjugend - eigentlich war niemand da. Es war auf der Lahn auch nicht so viel Betrieb wie beim letzten Mal, man merkte, dass die Ferien vorbei waren. Wir trugen das Boot ins Wasser und ich setzte mich erst einmal alleine hinein, um die Wasserdichtigkeit zu testen. Diesmal blieb es im Innern so trocken wie in der Sahara. Das waren schon einmal prima Voraussetzungen. Also kletterte mein Sohn dazu und wir legten von Dehrn ab in Richtung Limburg. Von hier bis zur Limburger Sliprampe waren es ziemlich genau vier Kilometer. Das sollte als Probefahrt erst einmal reichen. Das völlig ungetestete Kanu kam mir erst einmal wieder sehr kippelig vor. Zwar zeigte sich das Boot bei ein paar Kipptests als einigermaßen stabil, aber das leicht unangenehme Gefühl umzuschlagen konnte ich bis zum Schluß nicht wirklich ablegen. Nachdem wir etwa fünf Minuten gepaddelt waren, kam uns das Fahrgastschiff "Wappen von Limburg" entgegen. Im Gegensatz zu den uns bestens bekannten Fahrgastschiffen auf dem Rhein ist es eher klein, aber immerhin 32 Meter lang und 5 Meter breit. Nun - vom Wasser aus kam es uns gigantisch vor. Wir paddelten ganz ans rechte Ufer und versuchten ruhig zu bleiben. Überraschenderweise verursachte das Schiff so gut wie keinen nennenswerten Wellengang, obwohl es nicht langsam unterwegs war. Erleichtert konnten wir weiterpaddeln. Was ich jetzt schon sagen kann, ist dass das Kanu recht gut geradeaus läuft und sich auch gut steuern lässt. Allerdings ist es recht träge und man braucht schon einiges an Kraft, um es vorwärts zu bewegen. Davon bin ich aber auch ausgegangen. Es ist halt kein Sportkanu, sondern eher ein Lastkahn. Die Lahn selber hat uns als Paddelrevier ganz gut gefallen. Nur ist das Stück zwischen Dehrn und Limburg ein wenig eintönig. Die Ufer sind dicht mit Schilf und Büschen bewachsen. Ein Anlanden zwecks Pause wäre schlecht möglich - und sowieso verboten. Wir haben ab und zu Pause im Schatten einer der vielen über das Wasser hängenden Bäume gemacht. Das Wasser war überraschend klar und wir sahen viele größere Fische, einen großen Reiher, jede Menge anderer Vögel und eine Entenfamilie. Einen unangenehmen Zwischenfall gab es: ein Motorbootfahrer, der sein Gleitboot in schneller Verdrängerfahrt fuhr, erzeugte eine so gewaltige Welle, dass wir fast umgekippt wären. Und das auch beim zweiten Mal (süffisant grinsend), obwohl wir uns beim ersten Vorfall schon lautstark beschwert hatten. Mit dem ungetesteten Boot fanden wir es recht schwierig den richtigen Winkel zur Begegnung der hohen Wellen zu finden. Nach einer Stunde und fünfzehn Minuten kamen wir an der Sliprampe in Limburg an, wo meine Frau schon mit unseren Jüngsten wartete. Dieser durfte dann auch mal eine kurze Runde mit uns drehen. Dann packten wir das Kanu wieder aufs Auto und fuhren heim.

Die sehr erfolgreiche Testfahrt zeigte uns, dass die kleinen Baufehler, die sich eingeschlichen hatten, keine negativen Auswirkungen auf die Fahreigenschaften haben. Darüber bin ich sehr erleichtert. Das Boot ist stabil, einigermaßen leicht und angenehm zu handhaben. An der Angst vor der Kippeligkeit und der Begegnung mit größeren Wellen müssen wir noch ein wenig feilen. Ansonsten sind wir sehr zufrieden. Dass wir kein leichtlaufendes Boot haben, war uns schon vorher klar, und das ist schon OK so. Die einzigen Schwachpunkte am Boot: an Bug und Heck gab es deutliche Kratzspuren vom Ablegen / Anlanden. Da muss noch eine Metallschiene als Schutz drüber. Und die Sitzbank ist arg hart, sie könnte noch ein Polster aus Neopren o.Ä. gebrauchen.

Nun freuen wir uns auf viele schöne Touren mit unserem selbstgebauten "NORDLYS"!

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