Zurück in die Werft

Drucken

Wieder zuhause in der Werft schaute ich dann nach, wo das Leck entstanden sein könnte. Was mir schon vorher aufgefallen war: ich hatte ja Probleme mit dem Polyesterharz, das nicht richtig aushärtete. Also pellte ich die eklig klebende Masse wieder runter. Und was entdeckte ich: da hatte ich doch tatsächlich vergessen eine der Schraubenlöcher zuzuspachteln, mit denen das Boot auf den Mallen befestigt war. Später hatte ich den Polyesterharz-Matsch darübergeklatscht, so dass man davon nichts mehr sah. Dort muss das Wasser eingedrungen sein, denn ein anderes Leck habe ich nicht gefunden. Als ich so mit einer Klinge/Spachtel die zähe Glasfaser-/Harzmasse abzog, kam mir die Idee gleich Nägel mit Köpfen zu machen: ich werde sämtliche nicht-ausgehärtete Polyestermasse entfernen und die Unterkante des Bootes völlig neu mit Epoxydharz und Glasfaserrovings verstärken. Keine Kompromisse mehr, sondern ordentliche Arbeit! 

Das Entfernen der nicht ausgehärteten Massen war dann äußerst Mühsam. Das darauffolgende anschleifen mit einem Bandschleifer fast schon erholsam. Leider setzt sich das Band durch die Harzreste sehr schnell zu. Den Übergang Seitenplanken-Boden schliff ich schön rund, damit die Glasfaserbänder ohne Luftblasen besser haften können. Hinten am Heck entfernte ich die gesamte äußere Verstärkung der Heckverklebung, da diese ebenfalls nicht ausgehärtet war. Auch hier werde ich gründlich nachbessern. Außerdem entfernte ich die Namensschilder, da ich sie nun doch durch eine geplottete Version ersetzen möchte - wenn schon, denn schon!  

Epoxydharz und Glasfaserstreifen bestellte ich über amazon. Die Glasfaserstreifen kamen direkt aus England, aber das dauerte nicht länger als eine Woche. Um das Epoxydharz genau zu mischen, benutzte ich eine elektronische Briefwaage. Ich mischte in einen Plastik-Trinkbecher immer genau 100 Gramm Harz und 55 Gramm Härter an. Mit einem Becher konnte man genau einen Glasfaserstreifen von Bug bis Heck aufharzen. Die Verarbeitung von Harz und Glasfaser war ein reines Vergnügen. Das Harz ist sehr dünnflüssig und durchtränkt die Glasfaser schön. Außerdem hat es sehr geholfen, dass ich die Kanten rund geschliffen hatte. So entstanden kaum noch Luftblasen. Am nächsten Tag war schon alles durchgehärtet. Ich habe dann noch eine zweite Schicht aufgetragen und zudem den Boden und die Seiten komplett mit Epoxydharz gerollt (mit einer Lackierrolle aufgetragen). Nun ist das komplette Boot von außen mit einer Kunststoffschicht geschützt. Ich hoffe dass Lecks und kleinere Grundberührungen nun kein Thema mehr sind.

Für die Außenlackierung habe ich diesmal nicht den teuren Bootslack genommen, sondern Buntlack auf Kunstharzbasis. Dieser hält auf unserem Gartenhaus schon seit Jahren, warum soll er es nicht auch für das Boot tun. Zwei Schichten wurden aufgerollt, das soll erst einmal reichen. Der Farbton ist der Gleiche wie vorher.

Solange der geplottete Bootsname noch nicht da ist, habe ich eine Schablone angefertigt um den Namen mit schwarzer Farbe aufzusprühen. Sieht etwas "hemdsärmelig" aus, passt aber zum Gesamteindruck des Boots. Wenn die Folien irgendwann fertig sind, kann ich den Namen einfach mit Rumpffarbe überrollen.

Copyright © 2018 Kellerseiten.de. Template designed by olwebdesign.