Erstwasserung und Seenot!

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Die Bootstaufe fand etwas unspektakulär im Garten statt - Taufpatin ist meine Frau. Um das Boot grundsätzlich einmal zu testen, hatte ich mir einen stillen Platz an der Lahn ausgesucht. Warum ausgerechnet die Lahn? Der Fluss ist sowieso ein beliebtes Ziel für Kanuten, die Lahn ist gestaut und damit ruhig und genügend tief und ich kenne mich dort ganz gut aus. Der lange Weg dorthin störte mich nicht, denn das wäre zugleich ein guter Test für die lange Fahrt nach Dänemark im nächsten Jahr. Das Boot wurde mit vier Spannriemen auf´s Dach geschnallt. Die schicken Spannriemen an Bug und Heck stammen noch aus Kanada. So war die Fahrt überhaupt kein Problem. Ich habe versucht immer so 110 km/h zu fahren, bei Überholvorgängen waren auch schon mal 130 km/h drin, ohne dass sich etwas bewegt hat!

Das Wetter bei der Probefahrt war extrem heiß - deutlich über 30 Grad! An der Einsetzstelle für Boot tummelte sich die halbe Dorfjugend, was etwas störend war. An der Lahn darf man nämlich nur an bestimmten Stellen ein Boot ein- bzw. aussetzen. Leer schwamm das Boot wunderbar auf und sah toll aus. Nachdem erst mein Sohn und dann ich eingestiegen waren, drehten wir eine kleine Runde rund um den Anleger. Das Boot kam mir erst einmal wahnsinnig kippelig vor, aber aus Erfahrung weiß ich, dass sich das nach einiger Zeit meist legt. Immerhin trug uns das Boot beide. Es lag zwar wegen meines nicht unerheblichen Gewichts auf meiner Seite deutlich tiefer im Wasser, aber mehr als eine Handbreit Tiefgang hatten wir nicht. Aber was war das: Wasser im Boot - SOS, wir sinken... So schlimm war es natürlich nicht, aber an der Seitennaht am Bodenbereich kam ein regelrechtes Rinnsal ins Boot. Unter diesen Umständen mussten wir die Fahrt nach zehn Minuten leider abbrechen. Da hatte ich mir extra Mühe gegeben die Nähte abzudichten, und dann sowas. Zur tiefen Enttäuschung meiner Kinder konnten wir dann leider keine kurze Tour nach Limburg machen. Wir luden das Boot also wieder aufs Dach und fuhren heim.

War die Probefahrt nun ein Reinfall? Natürlich nicht - eine Probefahrt ist ja dazu da, um etwaige Schwachstellen oder Lecks aufzudecken. Und genau das ist ja geschehen. Besser so, als wenn wir ungetestet eine ausgiebige Tour geplant hätten. Das Boot muss halt zur Nachbesserung noch einmal in die Werft.

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